Boys will be Boys? Über Jungen*-Erziehung und Mythen, die darin stecken - mit Anne Dittmann
Shownotes
In dieser Folge von Stachel und Herz ist Anne Dittmann zu Gast – Spiegel-Bestseller-Autorin, Journalistin und Mutter eines Sohnes. Anlass ist ihr aktuelles Buch „Jungs von heute, Männer von morgen" (Kösel Verlag), in dem sie der Frage nachgeht, wie wir Jungen jenseits enger Rollenbilder begleiten können.
Wir sprechen darüber,
- warum der eigene innere Konflikt zwischen „Feministin" und „fürsorgliche Mama" für viele Eltern von Söhnen so real ist,
- welche Männlichkeitsmythen sich wissenschaftlich einfach nicht halten lassen – zum Beispiel die Sache mit dem „einschießenden" Testosteron,
- wie Jungen schon im Kleinkindalter über Farben, Spielzeugregale und Sprache lernen, welche Räume ihnen „erlaubt" sind,
- warum das Stärke-Ideal Jungen paradoxerweise verletzlicher macht – mit Folgen bis hin zu höheren Risiken bei Unfällen, Sucht und Suizid,
- wie Schule und Kita Jungen oft schlechter auf Übergänge vorbereiten – und was Kinderärzt:innen dazu raten,
- warum auch Jungen und Männer Angst kennen, und wieso einseitige Erzählungen darüber niemandem helfen,
- und was Anne Dittmann sich für die Zukunft wünscht, wenn Erwachsene und Söhne in zehn Jahren miteinander sprechen.
Ein Gespräch über Erziehung auf Augenhöhe, Rollenbilder, die wir kaum merken, und warum eine gerechtere Zukunft für alle nur mit starken, fürsorglichen Jungen gelingt.
Hinweise: Annes Buch „Jungs von heute, Männer von morgen" (Kösel Verlag) Anne Dittmann auf Instagram Serie „Heartstopper" Film „Close"
mit freundlicher Unterstützung vom YEET-Netzwerk
Transkript anzeigen
00:00:07: Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen bei Stacheln und Herz.
00:00:11: Nun bin ich heute Sarah alleine hier, denn Thea ist schon wieder unterwegs!
00:00:18: Wir haben ja die letzte Folgen zusammen in Spanien aufgenommen.
00:00:22: Dann bin ich auf Fortbildung gegangen und Thea war eine Woche im Büro und ist jetzt schon wieder auf Dienstreise und hoffentlich gut angekommen in Südafrika.
00:00:33: Deswegen, kein kleiner Spoiler auf nächste Woche werden wir nächste Woche auch aufnehmen und hoffentlich können wir TR aus Südafrika dazuschalten.
00:00:44: Ja heute geht es aber weder um Spanien noch um Südaffrika und ich hoffe auch dass ich auch so minimal an die WDR-Fünfstimme von TR herankomme.
00:00:56: Mir wird es nicht ganz gelingen, aber ich werde jetzt auch nicht die ganze Stunde Gott sei Dank alleine durchreden.
00:01:02: Denn irgendwie ist auch komisch, ne?
00:01:04: Ich sitze gerade ganz allein in meinem Büro und spreche ins Mikrofon.
00:01:08: Ja, das ist ungewohnt!
00:01:09: Ist auch schön dass wir normalerweise Podcasts zu zweit hier machen.
00:01:13: heute bin ich alleine Und ich darf euch ein kleines Intro einsprechen Zu einer Folge, die jetzt gleich kommen wird denn Wir haben einen Interview aufgenommen Mit Anne Ditmann, das haben wir bereits im Januar
00:01:28: aufgenommen.
00:01:29: Anne ist Spiegel-Bestsellerautorin geworden mit ihrem Buch Solo Selbst und Ständig was Alleinerziehende wirklich brauchen.
00:01:40: Und sie ist Journalistin und schreibt über familienpolitische Themen unter anderem für Zeit online die Süddeutsche Zeitung und auch für die Brigitte.
00:01:49: Und sie hat, da schließt sich der Kreis auch wieder zur unsere Arbeit mit Anna Lisicki Hien, Illustratorin der Alle Kinderbibeln.
00:02:00: Hat sie Freundschaftsbücher herausgegeben – meine Mini-Crew und meine Crew.
00:02:06: Die Bücher kann ich euch wirklich auch von ganzem Herzen empfehlen!
00:02:11: Wirklich diverse und achtsame Freundschaftspücher für Kita und für Grundschulkinder.
00:02:17: Ganz, ganz toll.
00:02:18: Wir haben die selber zu Hause.
00:02:20: Außerdem ist Anne auch bei Instagram zu finden und auch da lohnt es sich mal vorbei zu schauen.
00:02:26: Und Anne lebt in Berlin und aufmerksame Hörerin von euch wissen ja bereits dass wir Anfang Januar diesen Jahres in Berlin waren und mehrere Leute dort getroffen haben und Stachel-und-Herz Interviews geführt haben.
00:02:42: und ich glaube Anne ist jetzt das letzte Interview, was wir hier veröffentlichen.
00:02:48: Heißt aber nicht dass es inhaltlich irgendwie... dass es da inhaltliche Reihenfolge gab und dass jetzt irgendwie das Interview ist, was Wir noch in der Ecke haben oder so.
00:02:58: ganz im Gegenteil.
00:03:01: diese Folge ist einfach so stark und die hat mich selber so tief berührt.
00:03:07: Wir haben mit ihr über Ihr Buch gesprochen, Jungs von heute Männer von morgen was unsere Söhne für eine gleichberechtigte Zukunft von uns brauchen.
00:03:16: Anne ist selber Mutter eines Sohnes und ich bin auch Mutter eines Sones und Therys auch Mutter des Sohnes Und das war einfach... Ich kann mich noch dran erinnern es war ein so tiefes Gespräch wo ich selber so viel mitnehmen konnte.
00:03:34: Und das hat mich so bewegt, dass ich mir von Julian hab die MP drei geben lassen bevor wir in den Urlaub gefahren sind im März und dann habe ich das Interview mit Anne schon mit meinem Mann im Märzz gehört weil ich mich unbedingt mit meinen Mann darüber austauschen wollte und ja von daher eine Folge die jetzt schon zweimal selber gehört Und ich bin ganz gespannt, was ihr dazu sagt.
00:04:01: Weil mir hat sie wirklich viel, viel bedeutet.
00:04:06: Anne hat eine so klare wissenschaftlich fundierte und liebevolle Art und Weise auf das Thema zu schauen Und das ist eine Mischung, die mich ganz besonders angesprochen hat.
00:04:22: Weil es ja auch eigentlich das ist wie wir hier im Podcast Stachel und Herz an die Themen herangehen.
00:04:27: Jetzt würde ich sagen habe ich alleine vierenhalb Minuten geschafft ins Mikrofon zu reden.
00:04:36: Wir gehen einfach rein in die Folge.
00:04:38: Viel Spaß mit dem Gespräch!
00:04:40: Gute Erkenntnisse ein weiches Herz und habsfein mit Anne Ditmann Tär und mir in Berlin.
00:04:56: Ja, da sind wir auch schon bei dir in Berlin, liebe Anne!
00:04:59: Schön dass du da bist.
00:05:00: Herzlich willkommen bei Stachel und Herz.
00:05:02: Danke schön für die Einladung.
00:05:05: Ich guck gerade noch mal so ein Fenster raus.
00:05:08: Wir sind ja in diesem Park ganz oben fast auf Höhe des Fernsehturms und haben eine Eisige Aussicht über Berlin.
00:05:17: Das weiße Berlin gerade, ne?
00:05:18: Ja wir sind bei dir in Berlin aber nicht bei dir im Berlin sondern in deiner Stadt.
00:05:24: Aber du bist hier bei uns und ja wir haben eine tolle Aussicht
00:05:29: Total.
00:05:30: Wir starten häufig mit einer Frage die die meisten Gäste am meisten herausfordert Mit drei Facts über dich die wir nicht googeln können.
00:05:42: Eigentlich schlimm, dass das so herausfohrt hat!
00:05:44: Alles über mich steht im Internet.
00:05:45: Das sagen
00:05:46: total
00:05:46: oft Leute, dass sie sagen... Die Fragen waren alle okay, musste ich mich jetzt nicht groß darauf vorbereiten.
00:05:52: aber die drei Fun Facts oder die drei Fact, da musste ich jetzt echt überlegen.
00:05:57: Da sollte man dann vielleicht noch mal extra dran denken.
00:05:59: Musstest du nicht
00:06:01: lange überlegen?
00:06:03: Ich habe überlegt, was jetzt hier relevant sein könnte.
00:06:08: Du würdest erstaunt sein wie irrelevant die Funfacts meistens sind.
00:06:12: Meistens nichts mit dem Thema zu tun.
00:06:14: Also ja ich glaube auch.
00:06:15: also man kann sehr viel irrelevant das teilen.
00:06:18: Also was für mich jetzt gerade ganz wichtig in meinem Leben ist und was man nicht googeln kann, ich habe angefangen berufsbegleitend noch ein Master drauf zu setzen.
00:06:28: Ich studiere jetzt grad Medienpädagogik.
00:06:30: Es kam vielleicht dann in drei Jahren googeln oder so wenn ich dann beruflich etwas mit mache.
00:06:36: Dann was man auch nicht googlen kann?
00:06:39: Ich bin in der DDR geboren Ich bin ja so ein Wendekind, ich bin ja im Juli geborgen.
00:06:46: Also gerade noch so DDR-Geburt zur Kunde.
00:06:50: Nach dem Mauerfall aber vor der Winde?
00:06:53: Genau, also
00:06:55: nach der Öffnung und vor den DDR-Vereinigungen
00:06:58: her.
00:07:00: Ja, ich sage immer, ich Bin DDR sozialisiert weil ich in der Marzana Platte groß geworden bin und die Menschen haben sich ja nicht geändert.
00:07:12: aber tatsächlich bin ich eigentlich auch in der DDR geworden.
00:07:17: Was noch?
00:07:18: Weil wir gerade über Muskeltraining gesprochen haben, ich bin ja Fan von Langhandeltraining.
00:07:22: Also ich mache das total gerne.
00:07:24: Ich auch im Kurs!
00:07:25: Genau nur im Kours weil ich brauche diesen Schwung des gemeinschaftlichen die Musik und das macht es dann so rein und man fühlt sich dabei richtig stark.
00:07:35: also direkt beim Training fühle ich mich immer so am stärksten.
00:07:38: Ich denke so ich stelle mir Handeln egal was drauf ist.
00:07:41: Ich stelle meine Handeln und da denke ich mal ich bin Halk Ach
00:07:46: wirklich?
00:07:46: Gerät's mach ich auch.
00:07:47: Mir geht es auch ganz genau so dabei, dass ich alleine für dich gar nicht auf die Idee kommen würde.
00:07:53: Ich würd' nicht lange durchhalten alleine.
00:07:55: Das
00:07:55: ist dann auch
00:07:56: langweilig.
00:07:57: Aber wenn so Musik dann... Es gibt ja einen Takt vor und die Person, die vorne steht das anleitet ja auch und dann machst du einfach mit und lässt sich so mitziehen und das macht total Spaß!
00:08:09: Ja, mir auch.
00:08:10: Und ich bin immer fasziniert von den Fitness-Trainerinnen bei denen ich das mache weil die versprühen auch so ein Empowerment und eine gute Laune und ihr geben dir echt das Gefühl du bist Halk.
00:08:22: Total!
00:08:23: Das gefällt mir auch total.
00:08:25: Es ist so wichtig... auch mal so Körper außerhalb von Instagram und Co.
00:08:29: zu sehen, meine Fitness-Trainerinnen sind ganz unterschiedlicher in einer ganz unterschiedlichen körperlichen Form oder so.
00:08:37: Also alle Formen sieht man da und die sind alle so stark!
00:08:41: Und ob sie jetzt nur einen ganz geringen Umfang haben?
00:08:44: Oder mehr oder so?
00:08:45: Man merkt einfach du kannst so oder so viel Power haben und man sieht eben nicht Alle einheitlich getonten Influencerinnen.
00:08:54: Soll
00:08:54: die dann das total?
00:08:55: Ja, der ist für mich auch schlimm.
00:08:58: Ach toll!
00:08:58: Schöne Fun-Facts oder Fake Facts?
00:09:00: Das waren jetzt zwei, oder?
00:09:02: Nee.
00:09:03: Waren das...
00:09:04: oder DDR?
00:09:05: DDR?
00:09:07: Studium und DDR genau.
00:09:09: Und halb DR.
00:09:09: Jetzt denke ich noch mehr.
00:09:10: Genau, das waren drei.
00:09:12: Vielen Dank.
00:09:16: Häufig, wenn es so um die Vorstellung geht.
00:09:19: So Anna Dittmann, Autorin und Journalistin
00:09:22: usw.,
00:09:24: da geht man immer über Berufsbezeichnungen mit Status in der Gesellschaft zu tun hat usw.
00:09:30: Aber wenn du dich selbst vorstellen würdest und nicht über Berufspezeichnung sondern über Beziehung gehen würdest wer bist du?
00:09:40: Und wer ist auch dein Gegenüber, wenn du über Jungs schreibst?
00:09:47: Wenn ich über Beziehungen gehen müsste, dann würden wir hier ganz lange sitzen.
00:09:53: Ich stelle fest, dass ich so viele Menschen irgendwie in meinem Leben versammle.
00:09:59: Manche nahe und manche weiter weg.
00:10:02: Manches sind Bekanntschaften oder beste Freundinnen.
00:10:10: Ich bin ein Mensch, der gar nicht so scheu hat Kontakt aufzunehmen zu jemanden und ins Gespräch zu kommen.
00:10:17: Und ich bin sehr geselliger Mensch.
00:10:20: Wenn ich alt bin, lande ich auch mal in einer Rentner-WG.
00:10:26: Von daher bekannte Freundin, Mutter natürlich.
00:10:30: Ganz wichtiger Punkt in meinem Leben mit der Wichtigste.
00:10:33: Bin sehr gerne Mama!
00:10:34: Und Tochter, zum Glück auch noch Enkeltochter.
00:10:40: Ja also ganz vielfältige Beziehungsrollen habe ich.
00:10:46: und ja wer mein Gegenüber?
00:10:47: wie meinst du das genau?
00:10:48: Wer mein Gegen überwimmt?
00:10:49: schreiben ist an wen ich so denke wenn ich schreife?
00:10:53: An Kinder vor allem Also Eltern natürlich auch aber ein Buch schreibe, das habe ich auch bei meinem letzten Buch gemerkt.
00:11:03: Warum recherchiere ich mich eigentlich immer so halb zu Tode?
00:11:06: Weil ich eine ganz tolle Verantwortung spüre Kindern gegenüber weil Kinder sind ja abhängig von den Eltern und wenn ich irgendwie was Plakatives sage oder Kinder über einen Kannschere oder so, auch wenn man das in dem Moment nicht bewusst ist.
00:11:22: Aber sowas allgemeingültige Schreiben und es wird dann einem Kind nicht gerecht und die Eltern wenden das an und sagen, das muss doch jetzt aber klappen weil das habe ich doch in den Buch gelesen.
00:11:31: Dann kann das zu einer Situation führen, die für Kinder destruktiv ist.
00:11:37: von daher recherchiere ich immer besonders viel, weil ich immer denke, ich will ja am Ende dass es Kindern besser geht und nicht das irgendwie noch einen Druck mehr auf Eltern lasse.
00:11:45: Und der irgendwie auf die Kinder übertragen wird.
00:11:48: von daher versuche ich dann immer an ganz vielfältige Kinder zu denken und ganz viel fältige Familien Situationen und Hintergründe und auch Situation für die Eltern.
00:12:00: Das spürt man da im letzten Buch auch ab.
00:12:05: Darüber wollen wir heute reden, Jungs von Heute Männer von Morgen.
00:12:08: Ich habe das Buch letztes Jahr im Sommer gelesen.
00:12:12: ich war mit meinem Teenager parten Kind zusammen im Urlaub Und da hatte ich dann auch mal Zeit zum Lesen, weil mit Teenagern Urlaub machen ist anders als mit Kindern Urlaub zu machen.
00:12:27: Warst du nur mehr dem im Urlaub quasi?
00:12:29: Ja, die hatte Konfirmation und dann waren wir quasi danach zusammen im Urlaube.
00:12:36: Das war richtig schön!
00:12:37: Weil das nochmal so eine intensive Zeit war und so.
00:12:40: Gleichzeitig bin ich auch dazu gekommen... Ich hatte dein Buch dabei, das zu lesen So schön, weil ich ein bisschen mehr Ruhe hatte und auch Abstand von meinen Kindern dann auch hatte.
00:12:53: Und das mit Abstand irgendwie auch lesen konnte.
00:12:55: Es war irgendwie auch ein sehr stimmiges und schönes Setting.
00:13:00: Ich habe mich so sehr über dieses Buch gefreut, da ich selber Mama von einem Jungen bin und merke wie früh ... Ich bin ja auch Mama von einer Tochter sehr beobachte.
00:13:18: Es ist ja nur meine Perspektive, es ist nicht wissenschaftlich fundiert und ich habe dazu jetzt auch nicht so viel recherchiert wie du das für dein Buch gemacht hast.
00:13:29: aber an dem wie meine Kinder unterschiedlich sozialisiert werden war das Buch einfach.
00:13:40: Also ich habe mich an vielen Stellen so wiedergefunden und gleichzeitig war das auch irgendwie erleichtern, an manchen Stellen auch zu lesen.
00:13:47: Okay es geht nicht nur mir so.
00:13:49: Es gibt dazu auch Forschung, es gibt dazu Statistiken... Und auch wie du das Buch geschrieben hast, ich hab mich so auch angenommen gefühlt weil ist ja alles nicht so.
00:14:02: in der Theorie wirkt manchmal manches einfacher und du hast die Praxis auch mit dazugenommen.
00:14:07: Das fand ich einfach genial an diesem Buch und auch dass es zwischendurch so Kästchen gibt, wo noch mal was zusammengefasst wird bzw.
00:14:16: wo dann die To-do's stehen sozusagen, den man aus dem Kapitel mitnehmen kann.
00:14:22: Also das ist einfach, du merkst ich bin wirklich sehr begeistert von diesem Buch.
00:14:27: Und es hat sehr viel mit mir gemacht und deswegen freue ich mich umso mehr, dass wir heute auch darüber sprechen.
00:14:37: Jetzt habe ich so viel mit meiner ersten Begegnung mit diesem Buch erzählt.
00:14:40: Aber wie war das denn für dich?
00:14:43: Wo war der Moment, wo du gesagt hast, dass es das Thema meines nächsten Buches
00:14:50: ist?
00:14:51: Ich glaube, das war nicht der eine Moment, in dem ich dachte, Barts, das ist es darüber schreibe ich aber... Längeres drüber nachdenken, aus eigener Erfahrung auch.
00:15:05: Dass ich gemerkt habe da wenn ich meinen Sohn erziehe also überall die Jahre das ist ja jetzt schon über ein Jahrzehnt in dem ich einen Sohn erzähle dass ich gemärkt hab da sitzt mir so eine Angst im Nacken dass er irgendwie so werden könnte wie einer von den Typen die man halt nicht so sympathisch findet Und dass ich aber einen Erziehungsansatz habe, der sehr bedürfnisorientiert und demokratisch ist.
00:15:33: Und dass diese Angst im Nacken die Feministen in mir, die ja auch Dinge sieht und beurteilt und aus einer feministischen Perspektive... Und auf der anderen Seite die Mutter in mir, die meinem Sohn alles gönnt für sorglich ist.
00:15:50: Ihm auch das Brotschmiert oder ein Glas Wasser bringt und er klar bleibt sitzen
00:15:55: usw.,
00:15:57: dass sie kollidieren miteinander, dass sich streiten.
00:16:00: Wenn die Feministin in mir dann manchmal so überhand genommen hat Wenn du jetzt die Weißwürde nicht aufhängst, dann wirst du irgendwie mal so'n Macho oder... Dass ich gemerkt hab', das passt ja gar nicht zu meinem Erziehungsstil und auch meinen Sohn war so ein Mama was jetzt los.
00:16:19: Also irgendwie...
00:16:20: Wer ist denn dein meiner Mama?
00:16:22: Ja genau!
00:16:24: Du bist irgendwie noch gar nicht.
00:16:27: Und dann habe ich gemerkt, dass irgendwie müssen diese beiden doch sich vereinen können.
00:16:32: also es kann ja nicht sein, dass ich mal so mal so bin und mit beidem nichts zufrieden.
00:16:37: Und dann gab es einen Moment auch, wo ich gemerkt habe auf Instagram.
00:16:41: Da war das zweite Real, dass ich gesehen hab von einer Feministin aus meiner Bubble... Also zwar noch eine andere Feministen, es waren verschiedene Mütter oder auch Frauen aus meiner bubble die dann über Jungerziehung gesprochen haben und gesagt haben, ja, die müssen jetzt halt mal zurückstecken.
00:17:00: Und jetzt ist der Feminismus da und zack!
00:17:03: So ist es jetzt.
00:17:05: Da müssen sie sich halt mal sehen wie's ist, sich hinten anzustellen.
00:17:09: Ich fand irgendwie das kann auch nicht der Weg sein.
00:17:14: So nehmen wir doch Jungen nicht mit sondern so sorgen wir doch dafür dass ihr eigentlich gar kein Bock mehr auf Feminismus haben weil was haben die denn davon?
00:17:23: So.
00:17:25: Und dann habe ich gemerkt, okay es treibt nicht nur mich um und ist irgendwie so ein ständiger Ballonsakt und hin und her und man weiß nicht genau was ist der richtige Weg sondern es geht auch anderen so dass die sich fragen wie können wir denn jetzt Jungen erziehen nach all dem was wir wissen?
00:17:43: Dann hab' ich mit meiner Lektorin von Kösel gesprochen und sie war gleich begeistert und dann ging's los wusste noch gar nicht so viel.
00:17:54: Also es war jetzt nicht so, dass ich gesagt habe, ich hab jetzt die Weisheit irgendwie mit dem Löffel gegessen oder aus meiner Mutterschaft heraus schon ganz viel geschöpft und dann losgeschrieben sondern ich habe auch nochmal ganz ganz viel recherchiert.
00:18:09: also ich bin wirklich ganz tief eingestiegen in die Männlichkeitsforschung und habe ganz viel gelernt und ich glaube auch sonst würde ich kein Buch schreiben.
00:18:17: Ich muss immer ganz viel lernen während ich auch ein Buch schreibe.
00:18:19: das reizt mich
00:18:22: Ja, das merkt man auch.
00:18:23: Dass du dann nicht nur aus deiner eigenen persönlichen Erfahrung und Perspektive schreibst sondern dass du auch wirklich da diese journalistische Arbeit auch reingesteckt hast.
00:18:35: aber um nochmal auf den Alltag und die Realität einzugehen wie du auch erwähnt hast bis ja dann auch viel auf Lesungen und triffst ja dann viele wahrscheinlich eher Erwachsener die Jungs Erziehen oder die mit Jungs zu tun haben.
00:18:54: Wo würdest du denn sagen, da brennt's grad am heftigsten?
00:19:00: Also ob das jetzt mit Eltern ist oder ob es in der Schule ist In den umfeld wo jungs sich aufhalten also wo jüngst auch eine bedeutung eine bedeutende Rolle haben.
00:19:15: Wo würdest du sagen, das ist jetzt gerade das Dringendste oder wo es brennt?
00:19:24: Es brennnt überall.
00:19:25: Überall da, wo sich Jungen aufhalten.
00:19:27: und das größte Thema ist, dass sie Orientierung suchen und dass die jungen merken auch zunehmend, Erwartungen an sie herangetragen werden.
00:19:41: Einerseits sollen sie immer noch stark sein und Muskeln aufbauen als Teenager, unverwundbar sein.
00:19:50: Das juckt sie sowieso alles nicht.
00:19:51: Sie dürfen auch nicht weinen.
00:19:53: Auf der anderen Seite gibt es die gegenteiligen Erwartung.
00:19:57: Hey, du sollst dich auch mit Themen rund um Weiblichkeit beschäftigen.
00:20:03: Du sollst auch deine Gefühle zeigen und sie wissen nicht.
00:20:06: Und ich meine Frauen kennen das ja.
00:20:08: also wir haben ja All diese gegenteiligen Erwartungen, bloß eben schon früher erfahren aufgrund der feministischen Wellen.
00:20:15: Aufgrund dessen dass wir verschiedene Rollen eben auch schon ausbilden konnten und uns erkämpfen konnten.
00:20:21: Wir kennen das ja.
00:20:22: also man soll Mutter sein und da sein fürs Kind Man soll aber auch arbeiten gehen und sich nicht selbst aufgeben.
00:20:27: Also genau das erfahren Jungen jetzt auch schon von klein an.
00:20:32: und die suchende Orientierung, die fragen sich selber genau so wie ich als Mutter.
00:20:37: was ist denn jetzt eigentlich der richtige Weg?
00:20:39: Wie verbinde ich dann diese beiden Dinge?
00:20:41: Fragen sie sich ja auch.
00:20:42: Was passt jetzt eigentlich am besten?
00:20:45: Und ich sehe auf Lesungen und in Gesprächen vor allem dass Eltern Schwierigkeiten haben ihre Projektion noch ein bisschen zurückzuhalten.
00:21:00: Dass sie Schwierigkeiten haben, dass die Vorurteile sind da und wir haben gelernt.
00:21:06: Wir sind damit aufgewachsen wie sind Jungen?
00:21:08: Wie sind Männer?
00:21:10: Und das zurückzuhalten und einmal wirklich zuzuhören, den Raum offen zu lassen.
00:21:16: Wie geht es dir eigentlich?
00:21:17: Was denkst du eigentlich über diese Dinge und jene Dinge?
00:21:22: Warum bist Du jetzt gerade wütend?
00:21:24: Warum schlägst Du?
00:21:26: Wie können wir einen anderen Weg finden?
00:21:27: Diese Offenheit damit kämpfen glaube ich gerade auch viele Erwachsener nicht nur Eltern sondern Lehrende in der Schule, die auch immer noch denken naja Mädchen kann man mal kurz im Klassenraum allein lassen bei Jungs überhaupt nicht.
00:21:41: Das geht nicht und auf Toilette schicken alleine.
00:21:43: Ihr kommt ja nicht wieder ihr macht ja nur Mist Und die jungen spüren auch das.
00:21:47: also ich dass.
00:21:48: das ist auch ein Teil von meiner Recherche gewesen das mich wirklich sehr berührt hat.
00:21:53: Ich habe die Eltern auf Instagram gefragt dass sie mit ihren Kindern bitte einmal sprechen sollen Was wäre der Vorteil daran, ein Mädchen zu sein?
00:22:02: Und ganz viele Jungen haben gesagt ich würde in der Schule von den Lehrenden besser behandelt werden.
00:22:08: So und das muss man sich dann auch mal so zu Herzen nehmen nicht nur als Eltern sondern vor allem dann auch als Pädagoginnen dass man dann auch nochmal überlegt okay wie kann ich jungen offener begegnen.
00:22:21: Interessant!
00:22:22: Das frage ich meinen Kind jetzt auch zu Hause.
00:22:25: Ja ist
00:22:26: echt interessant.
00:22:28: Aber vielleicht noch mal einen Schritt zurück zu dem Buch.
00:22:33: Wenn du jetzt das Buch in einem Instagram-Real vorstellen würdest, neunzig Sekunden ... Was würdest du sagen?
00:22:44: Worum gehst
00:22:45: du?
00:22:45: Oh Gott!
00:22:46: Neunzig sekunden.
00:22:48: Wir stellen jetzt keinen Timer.
00:22:50: Also worum geht's?
00:22:51: Ich glaube dass das Buch ein Türöffner ist dass es ein bisschen hilft, unsere Vorurteile gegenüber Jungen aufzubrechen.
00:23:02: Also wenn man denkt so Jung sind ja eh laut, die sind stürmisch oder Jungen sind nur dann richtige Jungen, wenn sie stark sind, wenn Sie nicht weinen... Buch so als Türöffner fungiert.
00:23:16: Und man sehen kann, was steckt eigentlich hinter meinen Vorurteilen?
00:23:20: Also warum sind die da?
00:23:23: Wie ist das in der Geschichte entstanden?
00:23:24: und was macht es mit unseren Söhnen?
00:23:27: Nämlich dieses Die sollen stark sein wirkt ja eigentlich oft also auf das Gegenteil ein dass sie schwach sind, dass sie in Krisenzeiten eben nicht resilient sind sondern eher zu Suiziden neigen, dass sie denken, Sie müssten alleine die Sachen lösen.
00:23:45: Man kann sich nicht ihren Freunden anvertrauen und dadurch eher zu Drogen-Alkohol greifen.
00:23:50: Er Autounfälle haben, häufiger Anbadeunfällen sterben, dass Sie Ihren eigenen Körper häufiger riskieren.
00:23:56: Das heißt wir reden Jungs ein und sagen du musst stark sein halte ich zurück.
00:24:01: auf zu weinen und wir machen sie damit schwach weniger resilient in Krisenzeiten.
00:24:11: Und dieses Buch zeigt auch, wie es Jungen damit geht, dass sie immer wieder solche Dinge hören und zeigt, wie wir sie damit verletzen unter was für Druckjungen geraten dadurch und wo sie auch weniger leistungsstark werden zum Beispiel auch in der Schule und das Sie eben Ihre eigene Persönlichkeit ihre eigene Identität nicht richtig entfalten können.
00:24:34: Also diese Männlichkeitsnormen, die wir jungen auferlegen.
00:24:38: Die schwächen sie auf ganz vielen verschiedenen Ebenen.
00:24:41: Schränken Sie ein binden sie in ein enges Korsett und führen eben auch nachweislich dazu dass sie weniger erfolgreich sind im Leben.
00:24:51: Auch in der Liebe aber auch im Beruf.
00:24:54: Du hast jetzt schon einige dieser Mythen genannt.
00:24:57: Jungs sind halt so auch dieses was ja auch häufig genutzt wird, um bestimmtes Verhalten zu rechtfertigen.
00:25:07: Dieses Boys Will Be Boys.
00:25:09: Jungs können halt nicht anders weil sie sind von Natur aus so.
00:25:14: was würdest du sagen?
00:25:15: Sind da die häufigsten hast du jetzt schon genannt.
00:25:19: aber was würdest du da auch entgegnen?
00:25:22: also was hatte auch deine Forschung auch ergeben dass das tatsächlich einfach nicht stimmt oder dass das Mythen sind, die man so überliefert bekommt.
00:25:36: Oder die die so gängig sind und herhalten müssen.
00:25:43: Und was kann man dem dann auch entgegenetzen?
00:25:47: Ich versuche da Wissenschaft entgegenzusetzen und eben das, was man tatsächlich weiß.
00:25:54: Und was auch überprüfbar ist.
00:25:57: Ja und mein Buch wieder liegt ja ganz viele Vorteile.
00:26:00: um jetzt eins zu nennen, was irgendwie so ganz gängig auch immer wieder ist naja irgendwo muss ja ein Unterschied zwischen Jung und Mädchen sein weil das Testosteron, das Test-osteron.
00:26:11: Und dann müssen wir drüber reden zum Beispiel wenn Jungen im Grundschulalter mit sechs, sieben, acht Jahren oder so Rumpesen und Rumrennen.
00:26:22: Und man sagt ja, man kann die nicht allein zu Hause lassen.
00:26:24: Wir nehmen immer das Haus auseinander und die machen immer Unfug.
00:26:26: Die müssen raus, die müssen actionen und so.
00:26:31: Das liegt halt am Testosteron.
00:26:32: Die sind halt aktiver, die sind ja auch aggressiver dadurch.
00:26:35: also das sind die Vorteile.
00:26:37: Da muss ich sagen, das stimmt halt einfach nicht.
00:26:40: Das kann man ganz einfach nachlesen.
00:26:42: leider wird es Vorteil oder beziehungsweise diese Behauptung Testosteron würde auch einschießen auch ein interessantes Vorort ist man da benutzt Einschießen.
00:26:52: eigentlich steigt einfach nur einen Hormonen Level aber es schießt ein dass Testosterone in der Wackelzahn pupatiert Das heißt so im frühen Grundschulalter und das behaupten leider auch noch einige Ratgeber, aber die Literatur – ich habe zum Beispiel mit einem Kinderarzt darüber gesprochen.
00:27:11: Die sagt, das stimmt nicht!
00:27:15: Testosteron in Anführungsstrichen einschießen würde im Alter von sechs, sieben, acht Jahren.
00:27:21: Dann hat das Kind ein gesundheitliches Problem.
00:27:24: dann sollte man zum Arzt gehen denn da dürfte noch kein Testosterone-Level ansteigen.
00:27:29: Testosteronen?
00:27:30: Was macht das eigentlich überhaupt?
00:27:32: also da müssen wir auch mal drüber reden dass der Testosteronylevel steigt wenn das Kind quasi Hoden und Penis ausbildet, dann geht er aber wieder runter.
00:27:44: Und es gibt keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen.
00:27:47: Dann erst in der Pubertät steigt das Testosterone-Level an tatsächlich.
00:27:53: Aber werden die Jungen deswegen gleich aggressiver?
00:27:56: Nicht unbedingt!
00:27:57: Also was wissen wir denn über Testosteron?
00:27:59: Da gibt es ganz viele Untersuchungen mittlerweile... lange lange im Testosteron eingelesen und festgestellt, wir wissen gar nicht so viel über Testosterone.
00:28:11: Da wird immer noch geforscht was zu welchem Verhalten führt das eigentlich?
00:28:15: Und da gab es eine interessante Studie zum Beispiel.
00:28:23: Fußballfans genommen und mit den Spiele gespielt.
00:28:27: Und haben festgestellt, dass diejenigen Fußball-Fans mit einem hohen Testosteronlevel tatsächlich weniger egoistisch gespielt haben und mehr kooperiert
00:28:38: haben.".
00:28:39: Und die These der Studienleiterin war dann vielleicht führt ein hoher Testosteronlevel eher zu einem Verhalten, das das eigene Image fördert.
00:28:50: Das heißt kontextbezogen schaut der Mensch halt was tut?
00:28:54: also was?
00:28:55: was tut meinem Image gerade gut in der Gruppe?
00:28:57: Aha kooperatives Verhalten!
00:28:59: Dann verhalte ich mich auch so.
00:29:01: Das heisst es ist eher ein Status relevantes Hormon.
00:29:04: Und dann müssen wir natürlich fragen, in was für einer Gesellschaft leben wir?
00:29:10: Dass Männer sich eher aggressiv verhalten und wir das dem Testeston zuschieben.
00:29:16: Dann müssen wir sagen okay vielleicht erhöht Aggression den Status also ist das so dass wir gewalttätige Männer vielleicht besser finden, dann haben wir ein Problem mit der Gesellschaft.
00:29:25: aber es ist eigentlich nicht das Testestronen das hier das Problem darstellt.
00:29:31: Also, und dann eben auch noch um das nochmal so zu relativieren.
00:29:37: Wir können nicht einfach Testosteron-Level zwischen Männern und Frauen vergleichen.
00:29:42: also dass man sagt okay Männer haben halt mehr zehnmal mehr Testosterone und deswegen verhalten sie sich auf eine bestimmte Art und Weise sondern man muss das Testosteronen immer in Relation zum Gesamthormon Level betrachten.
00:29:55: Das heißt wenn Frauen weniger haben dann muss man auch immer gucken wie ist denn?
00:29:59: generell sind die anderen Hormonen, der andere Hormonstatus.
00:30:05: Das heißt Frauen können sich genauso also können genau so einen erhöhten Testosteronlevel haben in ihrer Relation betrachtet und können sich dann auch entsprechend vielleicht statusrelevant mehr verhalten.
00:30:19: ja und das ist so das sind ein paar Ansätze zur Testosterone dass viele Menschen eben nicht wissen.
00:30:25: Es gibt auch Väter, die einen sehr niedrigen Testosterone-Level haben.
00:30:30: Wo man feststellt, sich zu kümmern und zu kuscheln und mit einem Baby im Arm darzuliegen.
00:30:36: Das scheint den Testosteronlevel das Testosterolevel zu senken.
00:30:42: Bei den Männern oder bei den Babys?
00:30:44: Nein, bei dem Männern, bei den Feldern.
00:30:51: nicht nur die Hormone beeinflussendes Verhalten, sondern auch die Umwelt und was man tut.
00:30:56: Das eigene Verhalten beeinflusst auch den Hormonstatus.
00:31:02: Und wenn ich mir jetzt Kindergeburtstage angucke Im Grundschulalter Mädchenkindergeburtstag und Jungskinder Geburtstag Ich habe darüber keine Statistik.
00:31:18: das beruht so auf Beobachtungen.
00:31:21: Dann sind so Jungs auf einem Haufen doch auch wilder, sag ich mal als Mädels.
00:31:30: Woran würdest du sagen liegt das?
00:31:32: Liegt das dann schon im Grundschulalter auch an Rollenbildern?
00:31:35: Absolut,
00:31:36: absolut!
00:31:37: Das ist Sozialisierung.
00:31:39: also das kann man... das ist einfach nicht möglich dass irgendwie eine Körperlichkeit zuzuschreiben.
00:31:48: da gibt es auch ein tolles Buch von Lise Elliott, das ist eine Neurofistenschaftlerin und die hat auch Mädchen und Jungen verglichen.
00:32:00: Und sie sagt letztendlich es gibt mehr Unterschiede.
00:32:04: also wir finden wirklich größere Unterschiede bei den Gehirnen zwischen Jungen wenn man die miteinander vergleicht als würde man Gehirne zwischen Jung und Mädchen einfach nur vergleichen.
00:32:16: Und diese Unterschiede, die man findet sind so gering.
00:32:20: Da es ja einfach kaum beobachtbar wäre an sich und von daher muss man das der Sozialisierung zu schreiben.
00:32:29: Jungen werden halt weniger angeleitet, sich auch mal ruhig zu verhalten, sich hinzusetzen zum Malen, zu basteln.
00:32:39: Die Mahlhefte, die wir sehen da sind gibt es einfach viel mehr Glitzer-Pink Mädchen.
00:32:44: Mahlhäfte dann in den pinken Regalen.
00:32:47: also Gender Marketing spreche jetzt andere.
00:32:49: natürlich kann Junge auch ein glitzer-pinkes Malbuch anmalen aber das Gender Marketing ist so stark in den ganzen Spielzeugläden.
00:33:00: Also es gibt diese zwei Regalreihen wo man einfach die Puppen sieht und alles ist pink Gebastel und Armbänder usw.
00:33:10: Und dann gibt es das an zwei andere Regale, wo irgendwie die ganzen Autos und Dinosaurier sind eher dunkel in diese Regal rein.
00:33:21: Da wird halt schon direkt klar gemacht wer wohin gehört also wer durch welche Reihe gehen soll.
00:33:28: Und Jungen lernen auch schon sehr, sehr früh im Kindergarten.
00:33:31: Also zum Beispiel mein Sohn kam mit drei Jahren glaube ich nach Hause und hat gesagt ja rosa und silber sind für Mädchen und alles anderes für jungen.
00:33:40: Und er musste halt auch erst mal mit nahe sprechen und meinte ist das nicht ein bisschen unfair?
00:33:44: Oh Gott!
00:33:46: Ich habe nicht viel Rosa und Silber muss jetzt meinen ganzen Kleiderschrank wegwerfen so.
00:33:51: Das hat auch zwei-drei Gespräche gedauert bis er dann davon loslassen konnte Und auch zu sagen, stell mal vor.
00:33:58: Also dein Rucksack ist... Rosa hatte so ein Vogelrucksack und es ist doch voll unfair wenn du den jetzt nicht mehr benutzen darfst und so, also auch für die eigene Ungerechtigkeit daran appellieren.
00:34:11: Aber was ich meine ist sie merken schon vom ersten Strampler an nach der Geburt Also lernen Sie schon diese Farbcodes.
00:34:21: Okay, Rosa ist für Mädchen, da soll ich wohl dahin gehen und das findet aber unbewusst statt.
00:34:27: Und wo Rosa ist, darf ich nicht hingehen.
00:34:29: also der Appell dann für Jungen.
00:34:33: Da darf ich nichts hingehen denn sonst bin ich ja ein Mädchen.
00:34:37: Während Mädchen sich tatsächlich aufgrund der feministischen Wellen schon so'n bisschen Beziehungsweise ihre Vorfahren erkämpft haben, dass für Mädchen quasi alles möglich ist.
00:34:50: Also was jetzt so Spielzeug- und Gendermarketing angeht das überhaupt nicht schlimm, wenn ein Mädchen das Fahrrad vom Bruder übernimmt?
00:34:57: Und das ist blau!
00:34:59: Ja
00:35:00: also Frauen dürfen auch Hosen tragen aber Männer dürfen nicht auch Röcke tragen.
00:35:04: oder
00:35:05: Jungs und Mädchen.
00:35:06: Absolut
00:35:07: und da sehen wir halt auch das Machtgefälle, dass Weiblichkeit eben Untermännlichkeit verortet wird.
00:35:14: Während Mädchen quasi nach oben hin aufsteigen können, also im Status auch männlich assoziierte Dinge tun oder auch kaufen können ist es für Jungen eben ja ein Status Verlust wenn sie Richtung Weiblichkeit gehen und dann das Rosa Fahrrad von der großen Schwester übernehmen.
00:35:34: Ja gerade noch mal von der Sozialisationssprach muss ich daran denken.
00:35:37: Ich habe bei den Bundesjugendspielen in der Grundschule mitgeholfen.
00:35:43: Ich finde das ganze Konzept rund um Bundesjugenspiele sehe ich sehr kritisch und gerade da melde ich mich dann als freiwillige Mutter die hilft, um das so ein bisschen auch mal zu beobachten.
00:35:54: Jedenfalls war das interessant.
00:35:56: wir waren an der Ballwurfstation und zuerst haben die Mädchen geworfen Und wir standen, ich kann jetzt nicht mehr genau die Meterzahl sagen.
00:36:05: Sieben Meter oder so um die Bälle einzusammeln und dann wieder zurückzugeben.
00:36:10: Dann waren die Mädchen fertig und dann sagte man uns Jetzt kommen die Jungs!
00:36:15: Da müsst ihr zwei Meter weiter nach hinten.
00:36:17: Interessant war... Ich hatte da eine Oberstufenschülerinnen von einer Sportschule dabei, die das öfter machen.
00:36:25: Und dann habe ich diese gefragt und gesagt Aber das sind doch Kinder Jungs mit acht Jahren schon so viel mehr Armmuskulatur als Mädchen, dass sie zwei Meter weiter werfen oder woran liegt das.
00:36:39: Und die sagte dann, nee, nein, es liegt daran, dass Jungs den sozialen Druck haben und dadurch vielmehr auf ihre Technik, weil Werfen ist Technik!
00:36:51: Und die achten so vielmeher auf ihre technik beim Werfen.
00:36:54: Mädchen machen sehr kommende Werfe ich halt im Ball Und Jungs haben aber schon so einen Druck, dass sie die Technik so verbissen dann auch teilweise ausführen müssen um weiter zu kommen.
00:37:07: Weil da der Competition-Drang dann auch größer ist und das fand ich auch schon... Da musste ich gerade so denken als du das gesagt hast mit der Sozialisation weil das war ein Moment wo ich dachte Das kann doch nicht sein.
00:37:19: Ich denke auch, dass die öfter werfen, also da weil sie eher nach draußen geschickt werden und dann ist das einfach eine Übungssache genauso wie bei der Schriftfrieden, dass Mädchen sehr Geschwungen oft schreiben und sehr schöne Handschrift haben und dann gute Noten darin bekommen.
00:37:38: und bei Jungs es ist dann eher so kreakeliger Und da kann man auch sagen, naja die haben ja auch schon Jahre lange Mal Erfahrung.
00:37:47: Also sie haben da Kompetenzen entwickelt.
00:37:49: und da habe ich eben auch mit dem Kinderarzt Vitor Gacino gesprochen und der hat gesagt er sieht das bei den U-Untersuchungen vor der Einschulung dass er dann bei den Jungen ganz oft sagen muss das muss geübt werden weil es letztendlich geht es was ganz wichtig ist wenn wir jetzt noch mal über Krisen sprechen und Resilienz und so Ganz oft darum, dass wir dafür sorgen müssen, dass unsere Söhne die Übergangszeiten von einer Lebensphase in die andere gut überstehen.
00:38:21: Und das scheitert dann schon beim ersten Mal.
00:38:24: oder zum ersten Mal wo es entscheidert ist eben der Übergang von der Kita an die Grundschule weil Jungen eben nicht gelernt haben ruhig da zu sitzen, zuzuhören, zu schreiben, die Stifthaltung Kreise zu malen und so weiter.
00:38:41: Und da ist schon ihre erste Krise vorprogrammiert, die kommen in die Schule und haben schon direkt keinen Bock mehr weil sie merken hier werden Kompetenzen verlangt.
00:38:49: auf die wurde ich überhaupt nicht vorbereitet.
00:38:51: Ich wurde rausgeschickt.
00:38:52: Ich bin gut im Sport aber all die anderen Dinge ja in Mathe können Sie gut rechnen Aber es zählt der Schule braucht ja so viele andere Kompetenz noch.
00:39:00: und sie merkt ich werde nicht gut hier vorbereitet.
00:39:03: bislingsweise werden sie das auf sich selbst zurückführen und sagen ich bin dumm kann das nicht, ich bin einfach nicht gut in der Schule.
00:39:10: Das ist nicht mein Ding aber letztendlich ist es ja sie haben die Kompetenzen nicht erlernen dürfen aufgrund von Ebenmännlichkeitsnormen.
00:39:19: Und da sagt Vito Gatino, ja schickt sie raus aber lasst sie vorher den Flieger basteln aus Papier und dann sollen Sie den draußen starten lassen.
00:39:28: und wenn sie draußen waren, dann holt sie irgendwann wieder rein und dann dürfen sie sich hinsetzen und mal ein bisschen malen.
00:39:34: und auch einfach nicht direkt jetzt mal eine Sonne, jetzt mal ein Haus ist es überfordern sondern kragelt erst einmal rum, probiert aus schaut wie der Stift sich anfühlt
00:39:43: usw.,
00:39:44: also dass sie wirklich dieses Gefühl Und diese Kompetenzen erlernen.
00:39:48: Aber ist das nur Sozialisation und Rollenbilder?
00:39:51: Beziehungsweise also was bringen Jungs schon mit, und was leben wir ihnen vor?
00:39:57: Also es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise darauf dass Jungen irgendwas anderes mitbringen, dass wir ihn nicht beibringen könnten oder dass sie irgendwie anders wären als Mädchen.
00:40:13: Und da möchte ich auch noch mal auf das Gehirn zurückführen.
00:40:15: Also es gibt mehr Unterschiede im Gehirnt zwischen Jungen als zwischen Jung und Mädchen.
00:40:22: Das heißt, dass ist alles eine Frage von... Ich muss letztendlich meinen Kind auch meinen Sohn individuell betrachten und begleiten.
00:40:30: Und dafür sorgen, dass er möglichst viele Kompetenzen ausbilden kann.
00:40:35: Wir sehen zum Beispiel in der Forschung mit hochbegabten Kindern die auch sehr erfolgreich in der Schule sind.
00:40:41: Und wir haben jetzt gerade, da habe ich das auch wieder dieses Thema in den Medien gesehen Menschen, die später sehr erfolgreich sind Das sind nicht unbedingt die Hochbegaben, die dann in einem Fach ganz speziell ausgebildet wurden und trainiert wurden oft nicht resilient in Krisenzeiten, weil sie eben nicht agil sind.
00:40:59: Nicht agilen können, sondern die können dann nur diese eine Sache... Die sind dort fixiert
00:41:04: auf.
00:41:04: Genau und die Menschen, die sehr erfolgreich sind im Leben und die Kinder, die auch sehr erfolgreich in der Schule sind, haben sowohl weiblich als auch männlich assoziierte Kompetenzen ausbilden können.
00:41:15: das heißt immer mehr dazugeben als älternteils immer wieder anregen kommen.
00:41:19: jetzt probieren wir mal das andere.
00:41:21: also wirklich so viele Kompetenzen wie möglich und aufhören mit, das macht ein Junge nicht oder das macht eine Mädchen nicht.
00:41:27: Sondern einfach wirklich dazugeben und so viele Zutaten wie möglich.
00:41:31: Wir wollen ja auch nicht nur mit eins, zwei Zutatens kochen.
00:41:35: Ja, genau.
00:41:35: Und ich finde, dass merkt man ja auch bei Kindern, dass sie einfach auch sehr vielseitig interessiert sind in der Regel.
00:41:42: Total!
00:41:42: Also die haben ja dann auch Bock neue Sachen auszuprobieren und mal was anderes zu machen, als das, was sie eh schon so zu versuchen
00:41:51: haben.
00:41:52: Die sind so neugierig von Grund auf?
00:41:53: Ja.
00:41:55: Du sprachst gerade auch darüber ... dass Jungs ja auch eine harte Schale, sage ich mal in Anführungstrichen haben müssen, alte Mythen irgendwie stark sein ein coolnes Panzer oder so.
00:42:11: Und demgegenüber steht dann ja auch das Gefühle zeigen, Wein davon sprachst du gerade und so.
00:42:18: Und tatsächlich... Du hattest auch so ein Beispiel in deinem Buch, worüber du geschrieben hast wo ich viel mit fühlen konnte.
00:42:33: wenn Jungs dann eher Gefühles zeigen Und auch zater sind und nicht so cool sind bzw.
00:42:40: nicht so einen harten Panzer haben, dann erleben sie ja in ihrer Piergroup auch das eigentlich nicht erwünscht ist.
00:42:56: Was würdest du da so raten?
00:42:59: Die sagen naja mein Sohn der ist vielleicht auch Emotionsvoller, der ist auch weicher und eigentlich finde ich das total schön.
00:43:08: Aber er geht in seine Peer Group und da ist es nicht so erwünscht.
00:43:12: Und dann lernt er vielleicht auch – darüber schreibst du auch an einer Stelle – dass es eigentlich angesehener ist ein Panzer zu haben und cooler zu sein oder härter zu sein?
00:43:26: Was würdest Du darauf Eltern raten?
00:43:29: Ja, also ich würde denen sagen dass sie sehr sehr schlaue Jungs haben.
00:43:34: Weil die können sich anpassen an die jeweiligen Gegegenheiten und das ist ja das Ding.
00:43:41: wir dürfen nicht schon wieder denken, dass wir alles besser wüssten.
00:43:45: Also nicht von der.
00:43:47: Du musst stark sein zu du musst immer weich sein.
00:43:51: Also unsere Kinder sind sehr kompetent Und die checken genau zu Hause, da lerne ich diese Werte.
00:44:00: In der Schule gelten ein paar andere Regeln und das ist sehr schlau wenn man darauf reagieren kann.
00:44:11: Wir dürfen nicht alle weiblich assoziierten Eigenschaften über unsere Jungstöpe und alles andere wieder unterdrückt.
00:44:21: noch mehr Druck eben dann halt von der anderen Seite aus auf unsere Söhne ausüben.
00:44:27: Das heißt wenn wir merken, unsere Söne sind ein bisschen anders als wenn sie mit ihren Kumpels losziehen Und wir merken, die tun niemandem weh damit.
00:44:39: Sondern sie sind einfach nur krass coole Buddies und haben da ihre Codes.
00:44:45: Dann lassen wir sie also dann ist das auch genau richtig so denn letztendlich geht es immer darum für Kinder aber genauso wie Verwachsene.
00:44:55: Wir wollen möglichst handlungsfähig sein.
00:44:57: Wir wollen in verschiedenen Kontexten Handlungsfähigkeit ausgerichtet an unserem Selbstwert, an einer sozialen Anerkennung und an der Selbstwirksamkeit.
00:45:11: Wir haben gewisse Ziele und Wünsche und wir wollen die auch erreichen und wir müssen natürlich gleichzeitig schauen was ist hier der soziale Kontext?
00:45:18: mit welchen Regeln kann ich dann meine Ziele-und-Wünsche erreichen?
00:45:21: Für Kinder sind Freundschaften unglaublich wichtig!
00:45:27: Die haben auch ganz unterschiedliche Freundschaft.
00:45:29: Und manche sind uns vielleicht nicht auf den ersten Blick sympathisch, aber dann ist es unsere Aufgabe die Freunde quasi genauer mal zu betrachten und nicht sofort zu verurteilen Oh, der tut dir aber nicht gut.
00:45:44: Der ist ein schlechter Einfluss.
00:45:45: Kannst du bitte... Den will ich auch nicht zu Hause haben?
00:45:48: Sondern das der Trick ist, dass uns die Menschen, die wir näher kennen, dass sie uns auch immer sympathischer werden.
00:45:55: Das heißt, dass wir den coolen Typen, den cool ... Super, ja harten Jungen dann auch der neue Freund von unserem Sohn ist.
00:46:05: Dass wir denen auch mal fragen so hey was machen deine Eltern?
00:46:08: Wo wohnst du?
00:46:09: Wie bist Du aufgewachsen?
00:46:10: Was gilt bei dir zu Hause?
00:46:11: kann auch sein dass er genau diese Regeln zuhause erlernt hat und das nicht seine Schuld Und die Eltern wissen das vielleicht auch nicht anders.
00:46:19: und wie wurden vielleicht auch so erzogen und Dann müssen wir nicht irgendwie na also das dann zu verurteilen Weil das ist ja auch ein Privileg, dass man sich dann die Zeit hat und auch sich Bücher kaufen kann.
00:46:32: Und sich weiterbilden kann usw.
00:46:35: Da muss man in verschiedene Richtungen, Klassismus kritisch sein usw.. Genau.
00:46:42: Also das heißt, die Freunde kennenlernen nicht verurteilen unseren Söhnen applaudieren dass sie so flexibel agieren können.
00:46:50: Ja also es bringt mich auch zu einem Thema was mich als Mutter eines Sohnes der jetzt schon langsam online unterwegs ist echt umtreibt und das ist diese Alpha Male Kultur.
00:47:09: Und gerade online, also ich meine wir sind Podcasterinnen.
00:47:11: Aber da...ich denke da vor allem auch an so Podcast-Bros und Influencer wie Andrew Tate.
00:47:19: Okay Jordan Peterson ist jetzt vielleicht nicht für ganz junge aber definitiv auch für junge Männer ein großer Einfluss und wie sie alle heißen die ja auch sehr starre Gender Rollen propagieren.
00:47:38: Das ist ja auch eine Reaktion darauf, dass die eben sagen wir wollen Frauen.
00:47:46: die eben zu Hause bleiben, sich um die Kinder kümmern kochen putzen.
00:47:52: Frauen wie früher eben also Frauen unserer Muttergeneration oder unsere Großmutter Generation.
00:48:00: das ist ja auch eine Reaktion darauf dass Frauen halt heutzutage eben nicht mehr gezwungen sind zu heiraten oder Kinder zu bekommen sondern da auch mehr Freiheiten haben.
00:48:11: und der Mann dem jetzt plötzlich diese Rolle als Provider als Ernährer, als derjenige der sozusagen das Sagen hat und die Familie ernährt.
00:48:23: Dass diese Rolle plötzlich weg ist und sich Männer plötzlich fragen müssen okay wofür bin ich dann noch da?
00:48:30: Was ist dann noch meine Funktion überhaupt, wenn ich nicht der Ernährer bin und nicht mehr der Ernärer sein muss?
00:48:36: Und daraus ist definitiv auch so diese extreme Bewegung von den Alphabros entstanden.
00:48:42: Die sagen, nein Männer haben so und zu sein und Frauen haben so uns zu sein.
00:48:49: Also einfach eine extrem leichte Lösung.
00:48:53: Sehr leichte Lösungen ganz klar.
00:48:56: Da kann man auch nicht von abweichen da es Grauzone irgendwie, ne?
00:49:01: Das ist alles sehr binaire.
00:49:02: Schwarz-Weiß und Starr.
00:49:08: Und das sind jetzt sehr extreme Beispiele.
00:49:14: aber es gibt ja auch Abstufungen Es gibt ja Einflüsse die dann eher subtiler vorgehen Aber trotzdem eine Message mitbringen.
00:49:26: und wir haben ja jetzt auch schon so viel darüber gesprochen, wie extrem wichtig und wie extrem prägend Rollenbilder sind.
00:49:33: Und das was den Jungs oder was den Kids vorgelebt wird.
00:49:38: aber welche Rollen?
00:49:41: Bilder beziehungsweise ich sage jetzt mal ganz plakativ welches Gegenbild zu Andrew Tate hilft den Jungen wirklich?
00:49:49: Also erstmal würde ich gar nicht so Bild und Gegenbild aufmachen, sondern ich habe zum Beispiel mit meinem Sohn von Anfang an immer über politische Entwicklungen oder irgendwelche Influencer oder alles was in den Medien aufkam und Musik usw.
00:50:09: Wasser mitbekommen hat gesprochen und gesagt, so wie findest du das?
00:50:13: Und findest Du das klingt gerecht?
00:50:15: und werden hier Menschen runtergemacht oder abgewertet.
00:50:21: Wie werden sie abgewärtet?
00:50:22: was wird da gesagt?
00:50:23: also er hat schon sehr früh und ich glaube dass können Kinder schon wirklich von klein auf.
00:50:29: wir dürfen nicht denken wir dass wir sie abschirmen müssen diesen End-Rotates dieser Welt, also dass wir irgendwie das hast du nicht mitbekommen.
00:50:38: Das hast du in den Augen zu.
00:50:39: und da ist glaube ich.
00:50:42: jetzt, da ich auch gerade Medienpädagogisch stiere, fällt mir noch mehr auf, dass immer noch diese Vorstellung vorherrscht von Wir sehen fern und die Kinder gucken auch fern Und dann übernehmen sie was Sie sehen.
00:50:54: Das stimmt nicht.
00:50:55: Sie diskutieren mit dem was sie sehen.
00:51:00: teilnehmen an dieser Diskussion.
00:51:02: Also wir können mit denen diese Diskussionen auch anleiten, die werden das auch mit sich selber noch weiter ausmachen und so... Und deswegen ist es sehr wichtig dass wir sie nicht fernhalten, dass sie nicht plötzlich mit mit achtzehnten dann aufend Andrew Tates stoßen und denn überhaupt nicht wissen was mit diesen oder jenen Codes oder Symbolbildern uns gemeint ist und damit überhaupt nicht umgehen kann.
00:51:24: Das heißt diese Medienkompetenz startet wirklich von Anfang an die Zeit lernen zu lesen.
00:51:33: Und von daher keine Angst davor haben.
00:51:37: Die Kinder haben schon aufgrund dessen, dass wir ja auch gewisse Werte vermitteln von Hause aus ein ganz gutes Wertesystem und können das dann auch lernen einzuordnen.
00:51:49: Und zum Beispiel bei meinem Sohn da staun ich jetzt auch also mit einem neuen war der auf der Klassenfahrt und die haben Sigma Boy.
00:51:56: Irgendjemand hat Sigma Boy bei der Kinder-Disco gewünscht und dann wurde es gespielt.
00:52:02: Seine ganze Klasse hat dann aufgehört zu tanzen.
00:52:04: Mein Sohn meinte, ja nur die Lehrenden haben so weiter getanzt.
00:52:08: Sie haben das gar nicht gecheckt aber das ist doch voll sexistisch das Lied.
00:52:12: Also sie können mit neun Jahren wirklich schon ganz toll die Dinge erkennen und wir gucken auch manchmal Filme zum Beispiel im Hobbit oder Herderinge oder andere Sachen und er sagt Ja in dieser Stelle ist es jetzt mal ein bisschen sexistischer und dann gehts weiter und da kann man trotzdem noch den Film genießen.
00:52:31: Auch er kann diese Dinge einordnen und hat aber keine Angst davor, schreckt nicht zurück.
00:52:35: Er macht den Film aus sondern ordnet es ein genießt ihn restweiter Und das finde ich so eine gute.
00:52:42: also für uns funktioniert dieser entspannt herangehensweise.
00:52:45: Aber auch Ja dass man klar in gewissen momenten muss man dann auch ne grenze setzen oder wenn's dann darum geht Dass menschen nicht herabgewürdigt werden Oder ihnen geholfen wird oder so.
00:52:56: und gleichzeitig findest aber auch wichtig positive Bilder auch zu zeigen.
00:53:01: und da können wir auch anfangen mit, ja das fängt schon mit klein auf an.
00:53:07: Auch mit den Bilderbüchern dass wir schauen lesen wir eigentlich auch Geschichten von weiblichen Perspektiven vor.
00:53:13: Lesen wir auch Pipi Langstrom von Ja Räubertochter oder also wo halt einfach weibliche Figuren drin vorkommen?
00:53:19: Oder denken wir bei der Auswahl wird ihn nicht interessieren.
00:53:26: Warum sollt ihr das natürlich interessiert?
00:53:29: Der interessiert alles, gerade so ganz klein.
00:53:33: Die sind offen und da können wir alles mit reingeben.
00:53:39: Wir haben auch Momo rauf und runter gehört und hören es heute noch hin und wieder.
00:53:44: Ich merke auch da, mein Sohn hat keine Angst wenn da irgendwie eine weibliche Hauptrolle.
00:53:50: Auch bei Filmen die wir aussuchen das wird einfach genauso geguckt und er identifiziert sich genau so mit der weiblichen Hauptrolle wie wir Frauen uns immer auch mit der männlichen Haupt Rolle identifizieren oder mit Bugs Bunny.
00:54:02: also man identifziert sich einfach mit den Protagonisten weil es am Ende um eine Gefühlsebene geht.
00:54:09: Aber gleichzeitig kann ich auch empfehlen, Heartstopper zu gucken.
00:54:14: Da ist die erste Staffel noch wunderbar zu gucken ab sieben würde ich sagen oder sieben acht oder sechs oder so.
00:54:21: Da küssten das weiteste aber es ist auch ein bisschen Gewalt dabei also vielleicht eher Abgrundschulalter Und dann die nächsten Staffeln, da geht es dann auch so in Richtung Sexualität.
00:54:33: Aber für die, die das nicht kennen ist letztendlich eine Geschichte von Nick und Charlie zwei Jungen, die sich ineinander verlieben.
00:54:43: Darum herum verliebt sich auch noch andere Paar-Konsolationen.
00:54:46: aber was so das Schöne ist an der Serie ist dass es eben nicht diese Dramaturgie gibt von jemand sagt dem anderen nix und dann fliegt es auf und dann geht man auseinander und wieder zusammen muss einander vertrauensvoll die Wahrheit sagen oder so, sondern es geht darum wie kann eine Liebe funktionieren in einer homophoben Welt?
00:55:07: und sie sind ganz ehrlich miteinander.
00:55:08: Die sind ganz gefühlvormiteinander und da ist so eine Vertrauensbasis und man ist fürsorglich.
00:55:13: und solche Beispiele finde ich auch total schön und ich habe das mit meinem Sohn geguckt Der hat auch grinsend dann so ist der Geschichte gefolgt und hat sich gefreut, dass diese Liebe dann irgendwie stattfand.
00:55:30: oder was ich auch für Klassen empfehlen kann.
00:55:34: Für Lehrende ist der Film Close wo es um eine jungen Freundschaft geht die sexualisiert wird weil die Jungen sehr körperlich miteinander sind Und das ist sehr belastend und es ist auch am Ende ein Drama.
00:55:51: Ja, also ganz verschiedene oder wer mein Buch liest wird vielleicht auch ein anderes... Also da gibt's ganz viele Buchtipps noch ne?
00:56:04: Aber was mir jetzt gerade aufhört Sonora Ja, genau.
00:56:09: Sie hat How To Raise A Feminist Sun geschrieben und sie beschreibt in ihrem Essaybuch wie sie ihren Sohn quasi mit Hilfe von Filmen großgezogen hat.
00:56:20: Und ich glaube das ist sehr clever weil eben ja diese mediale Begleitung Da kommt man nicht um Symbole herum, da kommt man sich drumherum zu entziffern und zu dechiffrieren.
00:56:33: Was bedeuten Wörter?
00:56:35: Was bedeutet das für viele Bilder
00:56:37: usw.,
00:56:38: was bedeutet es für Menschen, den Umgang mit Menschen füreinander für Macht?
00:56:47: Genau so kann man Kinder mit Büchern begleiten oder andere Medien, aber wir werden auch filmen und TV gucken mit Kindern ab.
00:56:55: Aber sie hat gesagt, sie hat das durchgezogen.
00:56:57: Sie war ja Filmfan, Filmkritikerin auch.
00:57:00: Und von Anfang an hat sie ihn als Kind schon ins Kino mitgenommen und mit Filmen groß gezogen bis er achtzehn war und dann irgendwie ins Studium gegangen ist ausgezogen ist.
00:57:09: Und ich glaube, eben dieses Heranziehen von Medien auch negativ beispielen.
00:57:16: Das ist schon schlau.
00:57:18: Es ist ja auch die Frage welche Sprache uns vertraut ist als Eltern?
00:57:23: Also wenn wir sagen Filme oder Serien das ist meine Sprache so damit... Das ist auch meine Art und Weise, Gefühle zu kommunizieren.
00:57:36: Also da habe ich einen emotionalen Zugang.
00:57:40: Warum sollte man diese Sprache nicht verwenden mit seinen Kindern?
00:57:45: Das ist die Sprache, die ich dann beherrsche und die ich nutzen kann um mich auszudrücken.
00:57:55: Es ist ja eine Sprache wie jeder andere auch!
00:57:57: Und dann zu sagen, ja das ist aber Bildschirm.
00:58:01: Das ist schlecht per se!
00:58:02: Es ist einfach nur die Frage wie man es einsetzt?
00:58:05: Genau sowohl als Mutter als auch als Vater schauen wo habe ich da Bezugspunkte?
00:58:12: Wo kann ich anknüpfen mit meinem Sohn?
00:58:14: was gefällt uns beiden?
00:58:17: und dass ja dann auch wieder dieses Thema Vorbild sein können nämlich alle.
00:58:22: also Vorbilder haben kein Geschlecht, auch wenn das immer und immer wieder so gesagt wird.
00:58:28: Seit Jahrzehnten männliche Vorbilden, männliche Hörde alle können Vorbildern sein.
00:58:33: Und es ist eine Frage wie du sagst der Sprache dass man einfach einen Ansatzpunkt findet miteinander Gedanken zu teilen und Dinge auseinanderzunehmen zu analysieren, zu beurteilen, einfach miteinander ins Gespräch zukommen und ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen.
00:58:51: Ist es denn nicht so, dass Jungs sich dennoch auch aufgrund der Sozialisation mehr an Männern orientieren und sie sich mehr als Vorbild nehmen?
00:59:01: Gibt's dazu irgendwas?
00:59:02: oder würdest du sagen das ist auch geschlechtsunabhängig.
00:59:08: ist es schlecht unabhängig.
00:59:10: Aber natürlich, wenn ich als Junge immer wieder höre du brauchst ein männliches Vorbild und geh doch mal zum Papa und was hängst du denn schon wieder in der Küche ab?
00:59:20: Du brauchst doch auch kein Gute nach Küsschen mehr.
00:59:22: Guck mal!
00:59:23: Der Papa werkelt da gerade macht doch mal mit dem und so.
00:59:25: Da wirst du ja auch weggestoßen als Junger oder du hörst das auch in den Medien immer wieder.
00:59:32: Ah, es braucht männliche Vorwählung.
00:59:33: Muss ich mir da jemanden suchen?
00:59:34: Ich wachs bei einer alleinerziehenden Mutter auf, wen hab' ich hier eigentlich?
00:59:38: und so weiter?
00:59:39: Aber das Interessante ist auch wenn ich das schon erwähne Alleinerziehende dass...ich habe mit vielen Männern gesprochen die mit alleinerziehenden Müttern auch aufgewachsen sind.
00:59:50: Die haben eher gesagt Ja, meine Mutter war mein Vorbild.
00:59:54: Ganz klar und ich glaube das auch daran liegt dass die Alleinerziehendenmütter alles geleistet haben Arbeithaushalt also alle Rollen komplett ausgefüllt haben und irgendwo kann man dann auch andocken als Kind oder findet es auch toll was das Elternteil da macht?
01:00:14: ja aber ist es auch noch oft so, dass Jungen denken.
01:00:19: Sie müssten eben – zum Beispiel in der Schule habe ich das gehört -, dass die Jungen dann wenn sie vom Lehrer zurechtgewiesen werden, dann eher aufhören und das Wort respektieren und dann auch kooperieren wollen als wenn's eine Lehrerin is'.
01:00:34: Und es hat sicherlich auch mit Kinder, dass das schon Fakt ist.
01:00:38: Auch Kinder spüren diese Macht- und Gleichverteilung.
01:00:42: Kinder streben nach einer Handlungsfähigkeit, nach einer Selbstermächtigung, Selbstbestimmung als Frau oder Weiblichkeit, da wird mir eher die Macht auf Handen kommen.
01:00:55: Und wenn ich männlich assoziierte Dinge tue mache sage mich so verhalte möglichst schnell ein Mann werde dann werde ich auch respektiert und dann habe ich das sagen.
01:01:05: also die merken dass auch Mädchen merken das auch und die versuchen das auch aber sie werden eher zurecht gewesen Wenn bei einem Jungen gesagt wird naja aber guckt doch mal wie sauer der ist hier gibt es wirklich ein Problem Zicke hast du deine Tage oder so.
01:01:20: Also da klappt das nicht so ganz mit dieser Selbstemächtigung, selbst Empowerment und von daher ja also das ist schon so.
01:01:30: aber man kann wenn man selber Elternteil ist kann man schon früh anfangen genau darüber auch zu sprechen mit dem Kind und auch selber einfach ein Vorbild werden also einfach wirklich zeigen.
01:01:44: Ich kann ja auch genauso mit dir die Regale an die Wand bringen, ich kann aber auch kochen.
01:01:50: Also da müssen gerade, also Väter und Mütter müssen sich verändern.
01:01:54: Väter müssen auch weiblich assoziierte Kompetenzen erlernen um ein modernes Vorbild zu sein.
01:02:00: Und Mütte müssen männlich asoziierte kompetenzene Erlernung gutes Vorbilds zu
01:02:04: sein.".
01:02:05: Du hast ja jetzt auch nochmal angesprochen wie unterschiedlicher die Kontexte sind.
01:02:10: Also du hast jetzt gerade zum Beispiel alleinerziehende Müttern angesprochen und ich meine es gibt ja so unterschiedliche Kontexte-Modelle, ob es jetzt Patchwork-Familie ist.
01:02:22: Alleinerziehende aber auch Lebensrealitäten die vielleicht sehr vielfältig sind.
01:02:30: Ob weniger Geld zur Verfügung steht das soziale Umfeld und so weiter und sofort wie kann trotzdem dann eine feministische Fürsorgliche Jungserziehung praktisch aussehen?
01:02:50: bei den unterschiedlichsten Lebensmodellen und unterschiedlichste Lebensrealitäten, die es so gibt?
01:02:56: Ich denke manchmal dass Geld sogar störend sein kann.
01:03:02: Also weil Familien mit viel Geld dazu tendieren.
01:03:08: also der Trend geht ja dahin die Kehrarbeit auch zu sourcen sei das keiner mehr Kehr Arbeit macht außer die Haushaltshilfe die dann einmal die Woche kommt.
01:03:19: Und da gibt es einfach nicht die Notwendigkeit, dass der Sohn mitputzt und wenn das Essen bestellt wird dann gibt es nicht die notwendigkeit ,dass der Sohne mal für das Abendessen sorgt oder mit einkaufen geht oder was mit plant.
01:03:35: Von daher glaube ich glaube einfach... Ich hatte auch ein Streitgespräch mit einer Feministin aus meiner Bubble Auch aus eigener Erfahrung.
01:03:45: Ich hatte Phase mit sehr, sehr wenig Geld.
01:03:47: Ich konnte mein Kind trotzdem feministisch erzielen oder vielleicht auch deswegen ich weiß es nicht aber ich glaube das Geld nicht immer hilfreich ist.
01:03:57: Es ist letztendlich da... Es geht letztendlich um den Kerngedanken.
01:04:03: Egal wie viel Geld ich hatte, konnte ich mir immer Zeit nehmen für meinen Sohn und ihm zuhören.
01:04:08: Und es muss nicht den ganzen Tag sein!
01:04:10: Es kann einfach die letzte halbe Stunde des Tages sein wo man wirklich einmal durchkippt und sagt Wie ging es dir heute?
01:04:16: Was hast du erlebt?
01:04:18: Warum warst Du dort traurig oder wütend?
01:04:21: Wie fühlt sich das
01:04:21: an?!
01:04:22: Also diese Emotionsarbeit und diese halbe stunde hat man Also die und wenn man den an einem Tag nicht hat oder zwei, dann ist es auch nicht der Weltuntergang.
01:04:32: Aber diese halbe Stunde kann man nicht kaufen.
01:04:36: Die kann man also.
01:04:37: da braucht man nicht das Geld dafür, sondern es geht wirklich um eine Aufmerksamkeit.
01:04:42: Und da braucht dass man sich selbst mal sagt ich höre immer auf Instagram aufzuschälen und wende mich jetzt meinen Sohn zu mein Kind zu Und von daher würde ich sagen, es hat nicht so viel mit Privilegien an sich zu tun.
01:05:01: Ich habe sogar manchmal das Gefühl... diejenigen, die wenig auch darüber gelesen haben oder so.
01:05:06: Also da gibt es auf einige, die einfach einen natürlichen Zugang dazu haben eine Verbindung aufzubauen zu ihr im Kind und zuzuhören und sich zu sagen mein Sohn muss nicht immer mit mir einer Meinung sein sondern wir können hier diese Meinung nebeneinander stellen.
01:05:22: und das ist in Ordnung.
01:05:23: und da glaube ich muss man nicht unbedingt die wissenschaftlichen Abhandlungen zugelesen haben.
01:05:27: von daher ist es auch wieder kontextabhängig aber am Kern würde.
01:05:31: Es geht letztendlich darum, wir dürfen niemals vergessen – wofür wir das alles machen bzw.
01:05:39: dass der Feminismus, der feministische Gedanke, niemals über der Beziehung steht.
01:05:45: Also ich kann meinen Sohn nicht feministisch erziehen wenn wir keine Bindung zueinander haben oder unsere Beziehungen nicht aufrechterhalten wird.
01:05:55: Das heißt, der feministische Gedank ist immer zweitrangig und die Beziehungszeit ist immer erstrangig!
01:06:02: Du hast gerade schon auch, oder wir haben jetzt auch Klassismus angesprochen.
01:06:07: Wir beschäftigen uns ja auch viel mit Rassismus.
01:06:13: Wo
01:06:14: würdest du sagen?
01:06:15: Oder kannst du dazu was sagen?
01:06:16: wo verschränken sich auch verschiedene Formen von Diskriminierung also am Beispiel Rassismus-Klassismus und auch Männlichkeitsdruck?
01:06:26: Und was könnte ein weißer Mehrheitskontext auch da besser machen beziehungsweise auch mal da ein Augenmerk hinlegen.
01:06:37: Also ich bin keine Rassismus oder Anti-Rassismus-Expertin, aber letztendlich verschränkt sich ja also die ganzen Diskriminierungsformen.
01:06:47: wenn man jetzt sich überlegt woher... wie ist damals der Kolonialismus passiert?
01:06:53: Letztendlich ging es darum dass weiße Männer alles versucht haben abzuwerten.
01:07:02: illegitim zu machen, was kein weißer Mann war.
01:07:05: Also dass man auch negativ Eigenschaften auf schwarze Menschen gelegt hat, auf Mensch mit Behinderung, auf Frauen und so weiter.
01:07:15: alles, was nicht ein weißer Mann war wurde quasi mit Negativ-Eigenschaften besetzt von wegen die sind besonders aggressiv oder inkompetent faul verrückt.
01:07:28: Das sind so diese normalen Narrative, die eben ja da verstreut wurden.
01:07:35: Und von daher führen all diese Diskriminierungsformen ja also werden vereint in dieser Vorstellung dass der weiße Zerzedromann letztendlich das Norm ist, also das normale vom Mensch und das kompetente, das intelligente, Und ich glaube, was halt Familien da und auch weiße Menschen unbedingt machen müssen ist dass sie immer wieder diese Codes also wo das über alle in der Gesellschaft vorkommt.
01:08:10: Dass Sie immer wieder ihre Kinder auch daran gewöhnen, dass das Auge des sieht.
01:08:15: Also dass die Alarmglocken angeht wie wir vorhin auch schon mal gesprochen haben Dass meinem Sohn zum Beispiel der Sexismus auffällt, sollte auch auffallen wenn man in einem Film nur weiße Menschen sieht oder wenn man im Film schwarze Menschen nur in ganz bestimmten untergeordneten Rollen sieht.
01:08:34: Dann sollte das aufffallen und dann sollte man so darüber sprechen und sagen stopp mal siehst du das eigentlich?
01:08:40: Das ist komisch dass die Rollenverteilung so ist.
01:08:47: Ja, also ich meine da gibt es so... das weiß ja selber Sarah.
01:08:50: Da gibt es viele Ansatzpunkte.
01:08:52: aber ich denke dass man immer wieder versuchen sollte im Alltag sich den Raum zu geben die Dinge die man bemerkt dann auch einmal durchzusprechen und versuchen das zu verhindern.
01:09:07: Ich musste gerade nochmal auch daran denken bei der Verschränkung von Rassismus und Männlichkeitsdruck beziehungsweise auch Männigkeitsbildern, dass bei POC Jungs es ist ja in der Entwicklung gerade so das sie in weißen Mehrheitsgesellschaften bis zu einem gewissen Alter als total süß wahrgenommen werden.
01:09:30: Und wird ihn auch ungefragt in die Haare gefasst oder so.
01:09:33: Sie sind süße kleine
01:09:35: Jungs
01:09:36: Und dann kippt es so im Alter von thirteen fourteen, dass sie als bedrohlich wahrgenommen werden.
01:09:42: Das finde ich gerade nochmal das ist mir noch mal wichtig an der Stelle auch zu ergänzen auch für unsere Hörerinnen weil das ist etwas was viele Menschen, viele weiße Menschen vor allem auch nicht so richtig wahrnehmen.
01:09:57: was da eigentlich passiert also des POC Jungs im alter von ungefähr dreizehn da noch was durchlaufen, weiße Jungs zum Beispiel in der weißen Mehrheitsgesellschaft nicht noch durchlauchen.
01:10:09: Also Pubertät ist sowieso schon anstrengend für alle und herausfordernd
01:10:14: usw.,
01:10:15: also für Mädchen wie für Jungs.
01:10:16: und so viel verändert sich.
01:10:18: Man sucht seine Rolle unsso weiter und auch körperlich Und gleichzeitig kommt bei POC-Jungs etwas hinzu, wenn sie darin gar nicht begleitet werden Irritation und Überforderung führt, weil sie gar nicht wissen warum werde ich plötzlich so anders wahrgenommen.
01:10:39: Warum?
01:10:39: Und das auch in der Öffentlichkeit vor allem.
01:10:43: Das finde ich ist noch mal was wo ich gerade wenn ich an die Verschränke von Rassismus und von Männlichkeitsbildern denke, was sich bei POC-Jungs beobachte, was ich tragisch und traurig an vielen Stellen einfach finde.
01:10:59: Ich denke auch, gerade wenn man einen Jugendlichen so draußen rumlaufen sieht.
01:11:03: Dann ist es ein Jugendlicher.
01:11:04: Wenn's eine Gruppe ist dann kann das schon bedrohlicher wirken.
01:11:08: aber bei BPOC-Jugendlichen da reicht es allein unterwegs zu sein und da wird schon gemutmaßen was hat er wohl vor?
01:11:18: Ja und das finde ich auch immer generell interessant.
01:11:21: Thema ist jetzt nicht so in Bezug auf Rassismus, aber ich habe so Statistiken gesehen dass viele also Jugendliche sterben vor allem jungen und junge Männer einen sehr jungen Jahren.
01:11:36: Also eher als Mädchen und zwar draußen aufgrund von Konflikten.
01:11:41: und da denke Da finde ich die Instagram-Babel zum Beispiel auch so ein bisschen einseitig.
01:11:47: Ich habe, da gab es eine Phase wo Männer sich immer gefilmt haben und gesagt haben, ich sehe gerade sie geht ... Sie läuft vor mir.
01:11:55: jetzt hat sich einmal umgedreht.
01:11:56: Ich glaube, sie hat Angst.
01:11:58: Ich bleibe mal lieber... Ich bin jetzt hier mitten im Park und wir sind beide so alleine.
01:12:01: Ich bleibt jetzt immer lieber im Park stehen und lass sie soweit laufen dass sie sich sicher fühlt und ziemlich nicht mehr sieht.
01:12:06: und dann laufe ich weiter.
01:12:07: Und dann denke ich mir das missachtet aber dass nicht nur Frauen die Gefahr haben, vergewaltigt zu werden.
01:12:17: Wobei das eigentlich eher in eigenen Familien oder im engen Umfeld passiert und es achtet, dass so viele Jungen draußen aufgrund von Konflikten sterben.
01:12:28: Als Junge oder als Mann dachte ich mir, dann hätte ich voll Schiss allein im Park.
01:12:32: Warum sollte ich alleine im Park stehen bleiben?
01:12:35: Wo dann irgendwie ein anderer Mann begegnet, der sich bedroht fühlt aufgrund meiner Anwesenheit und noch einen Konflikt schürt.
01:12:43: Und dann muss ich wegkriegen.
01:12:45: Das ist ein bisschen einseitig gewesen dieser Trend und das verkennt, dass Männer auch Angst
01:12:51: haben.".
01:12:52: Die wollen auch nicht alleine irgendwo nachts im Park stehen und irgendwas riskieren.
01:12:56: Ich meine, die haben sicherlich nicht die gleiche Angst wie Frauen.
01:12:59: aber da frage ich mich dann auch manchmal was ist auch da ansozialisiert?
01:13:03: Denn die Gefahr ist eigentlich auch für beide da.
01:13:06: Und wer ist in Angst?
01:13:07: das Mehrwert so ungefähr?
01:13:08: Genau!
01:13:09: Was eigentlich falsch ist,
01:13:10: man sollte zusammenhalten.
01:13:12: Und nicht immer wieder nur diese einseitige Erzählung.
01:13:16: Die Frau könnte mein Opfer sein, Junge!
01:13:19: Also die Statistik zeigt du kannst auch Opfer seien also gerade auch im Park.
01:13:24: und spürt mal jetzt auch langsam eure eigene Angst und sprecht vielleicht darüber auch.
01:13:32: Ich könnte noch so ewig so weitermachen.
01:13:35: aber Jungs von heute Männer von morgen ist ein Bestseller.
01:13:42: Du hast bestimmt sehr viele Rückmeldungen auch bekommen auf deinen Lesungen von dieser Innen, von Eltern und von Lehrkräften usw.
01:13:51: Was würdest du sagen?
01:13:52: Welche Rückmeltung hat dich zuletzt umgehauen oder welcher hat dich besonders bewegt?
01:14:00: Ich berühre mich zwei Arten von Rückmältungen sehr.
01:14:05: Einerseits vom Männern die sagen Das Buch hat sich richtig bei mir gesetzt und hat mich nochmal zurückgeworfen in meine eigene Kindheit.
01:14:16: Und wie ich eigentlich erzogen wurde von meinen Eltern, und da haben die noch mal ganz viele Dohren nachgedacht – das hat viel mit denen gemacht!
01:14:22: Und das andere sind Mütter, die sagen Oh mein Gott, ich habe mich nie als Vorbild für meinen eigenen Sohn gesehen.
01:14:30: Weil es wurde ja immer nur von männlichen Vorbildern gesprochen und damit ist jetzt Schluss!
01:14:34: Ich sehe mich jetzt auch als Vorbild für meinen Sohn und das finde ich immer sehr schön.
01:14:39: Voll schön.
01:14:41: Wenn du jetzt in zehn Jahren deinen Sohn oder unsere Söhne fragen würdest wie reden Erwachsene heute mit euch?
01:14:56: Was sollten sie antworten?
01:14:59: Na ja, was Sie wollen.
01:15:02: Also in zehn Jahren sind die ja auch groß, oder?
01:15:07: Wir fragen eher so gesamtgesellschaftlich.
01:15:09: Unsere Söhne ist jetzt das falsche Formulierung gewesen.
01:15:13: Wenn du Söhnen in zehn jahren fragst Wie reden Erwachsene mit euch?
01:15:19: Was würdest Du dir wünschen?
01:15:23: Ja, auf Augenhöhe dass sie sagen ich kann erwachsenen also den Erwachsenen die ich so in meinem Umfeld mag.
01:15:32: Den kann ich alles anvertrauen als ich habe Erwachsene in meinem Leben Die hören mir zu und wissen wie es mir geht Und mit denen kann ich über alle Probleme sprechen.
01:15:45: Da gehe ich hin wenn ich Hilfe brauche und genauso zu meinen Freunden das hoffe ich dass Sie sagen
01:15:52: Wir sind leider am Ende unseres Gesprächs angekommen.
01:15:56: Wie gesagt, ich hätte noch ewig weitermachen können.
01:15:59: jetzt und wer mehr von dir hören bzw erfahren möchte, dann legen wir natürlich dein Buch!
01:16:08: Das verlinken wir auch.
01:16:10: Genauso wie was du gerade erwähnt hast, die Serie Hartstopper.
01:16:14: Die verlinken den Film Close
01:16:18: und einen Billy Elliot I Will Dance über einen jungen Ballett-Tänzer.
01:16:26: Hat mich damals sehr bewegt als ich Dinge gesehen habe.
01:16:29: Aber wir stellen eine Frage immer zum Schluss unseres Podcasts allen unseren Guest Indian, ob sie jetzt etwas mit Kirche zu tun haben oder nicht?
01:16:40: Weil du als Autorin, als Journalistin, also als Person die auch ja Gesellschaft beobachtet und untersucht hast da vielleicht trotzdem auch was zu sagen.
01:16:55: Und zwar wie wäre dein Traum von Kirche?
01:17:03: Bunt offen... Lustig laut, aber auch so ein Ort von Geborgenheit.
01:17:08: Ich bin ja nicht in der Kirche, ne?
01:17:10: Aber ich finde, so Kirche hatten ganz tolles Potenzial, so Gemeinschaften zu pflegen und da geht glaube ich auch unsere Zukunft in den nächsten Jahren wieder mehr hin.
01:17:20: die Leute wollen haben keine Lust mehr, durch KI-Bilder auf Instagram zu scrollen.
01:17:26: Die wollen echte Menschen und ich glaube da hat Kirche auch ein ganz großes
01:17:29: Potenzial
01:17:31: zu sagen hier kommen wir sehen also können einen anderen anfassen.
01:17:35: Wir sind echt so Und in Bezug auf das Thema dass Kirche Auch ein Ort ist wo Jungen eine moderne Art von Orientierung finden können.
01:17:47: Und ich habe auch in meinen Recherchen fürs Buch, das habe ich nicht mit reingenommen.
01:17:52: Aber so in der Resilienzforschung gelesen, dass Kirche oder Glaube schon auch was mit Resilience zu tun hat und ich glaube es hat sicherlich mehrere Faktoren.
01:18:08: aber eine Männlichkeitsnorm verweist ja immer wieder auf die Selbstständigkeit.
01:18:12: du musst deine Krise und deine Probleme selber lösen.
01:18:16: Und bei Kirche da beobachte ich auch immer wieder, das sind junge Menschen.
01:18:21: Auch jungen Männer die helfen dann, die organisieren vielleicht irgendwelche Basare mit oder Essensausgaben und so weiter.
01:18:29: Ich meine es ist alles ganz gelebtes Learning dahingehend dass nicht alle Menschen immer alles selber lösen müssen, dass sie nicht... Dass sie auch Hilfe annehmen dürfen und brauchen auch und einander zu helfen und persönlich begegnet.
01:18:45: Das bericht ganz toll die Männlichkeitsnorm auf und macht Jungen ja auch resilienter.
01:18:51: Wenn sie verstehen, ah hier ist ein Ort da kann ich auch nach Hilfe fragen und nach Hilfe Fragen ist überhaupt nicht schlimm sondern im Gegenteil es macht mich resilienter.
01:18:58: das ist so die Basis von Resilienz auch und von daher wenn Kirche da auch noch weiter Beiträge leistet dann kann das nur gut sein.
01:19:07: Anna vielen lieben Dank.
01:19:09: dass war ein schönes Schlusswort und auch noch mal hoffnungsvoll für die Kirche.
01:19:15: Also viele unsere Hörerinnen sind ja auch in ketigen Kontexten irgendwo unterwegs, das tut gut zu hören aus dem Blick von außen.
01:19:23: Wo ist das Potenzial?
01:19:24: Was kann man tun?
01:19:27: Und das gibst du in deinem Buch auch mit, wo ist Potenzial was zu tun?
01:19:32: Wo sind wir handlungsfähig?
01:19:33: und das habe ich jetzt aus diesem Gespräch mitgenommen.
01:19:35: Vielen vielen Dank dafür!
01:19:37: Danke dass du hier bei uns zu Gast warst.
01:19:40: immer wieder schön mit dir zu sprechen.
01:19:42: man kann ja auf Instagram folgen.
01:19:43: du nimmst die Leute da echt auch in deinen Stories und Posts auch mit in Prozesse.
01:19:48: Das ist einfach total schön.
01:19:50: verlinken wir auch noch mal.
01:19:51: Vielen Vielen Dank!
01:19:52: Danke euch!
01:19:53: Ich war ein sehr schönes Gespräch.
01:19:55: Das
01:20:00: war ein Podcast der Vereinten Evangelischen Mission.
01:20:04: Wir hoffen, die heutige Folge hat dir gefallen und zum Weiterdenken
01:20:07: und Nachfragen
01:20:08: angeregt!
01:20:20: Weitere
01:20:21: Informationen
01:20:22: findet ihr auf www.rassismusundkirche.de.
01:20:26: Mit dem Podcast wollen wir dazu beitragen, Kirche zu einem sichereren Ort zu machen.
01:20:31: Daher versuchen wir unterschiedliche Perspektiven hörbarzumachen und wissen gleichzeitig dass wir
01:20:37: nie alle Perspektive abbilden können!
01:20:39: Wenn Ihr das
01:20:40: für eine
01:20:40: gute Idee haltet und uns darin unterstützen wollt schreibt über uns auf Euren Social Media Kanälen oder lasst uns eine Bewertung bei Spotify oder iTunes da.
01:20:50: Danke
01:20:50: für eure Unterstützung, fürs Reinhören und vor allem für all die Menschen, die dem Podcast inhaltlich und persönlich
01:20:57: mit Beiträgen bereichen.
01:20:59: Bis dahin!
01:21:00: Mit den besten
01:21:01: Grüßen von der VAM aus Wuppertal.
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