"Das Jungfernhäutchen gibt es nicht" - Mythen über Frauenkörper - mit Prof. Dr. Mandy Mangler
Shownotes
TW: Gewalt in der Geburtshilfe, medizinische Diskriminierung, Rassismus
Dr. Mandy Mangler ist Chefärztin, Gynäkologin und Autorin von "Das große Gyn-Buch" und "Don't Miss the Clitoris". Sie spricht über patriarchale Strukturen in der Medizin, warum das Jungfernhäutchen eine Erfindung ist, wie Rassismus im Gesundheitssystem Leben kostet und warum Deutschland bei Prävention auf Platz 17 von 18 europäischen Ländern liegt. In dieser Folge: • Warum Medizin aus männlicher Perspektive gedacht ist • Der Mythos vom Jungfernhäutchen und seine tödlichen Folgen • Consent im Behandlungszimmer – du darfst IMMER Nein sagen • Wie Schmerz bei Frauen systematisch unterschätzt wird • Rassismus in der Gesundheitsversorgung: Schwarze Frauen sterben 3x häufiger bei der Geburt • Wie Mandy ihre Klinik anders führt – ohne 90-Dezibel-Anschreien • Warum Scham der größte Feind von Gesundheit ist
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00:00:07: Sarah, wusstest du dass die Clituris mindestens so groß wie der Penis ist bzw.
00:00:12: der durchschnittliche Penis sogar etwas kleiner als die Clitoris?
00:00:15: Ja das ist mein Cold Open!
00:00:17: Herzlich willkommen zu Starrel und Herz mit den wirklich wichtigen Infos, die ihr schon immer mal wissen wolltet und die ihr euch nie getraut habt zu fragen.
00:00:27: Wir haben nämlich in dieser Folge mit Gästin eine Frau dabei, die buchstäblich jeden Tag Dinge tut.
00:00:33: Die meisten von uns nicht mehr aussprechen können.
00:00:36: Ja
00:00:37: sehr fix vulva
00:00:39: endometrium
00:00:41: Endometrium ich dachte die endometriose da reden wir auch drüber.
00:00:45: aber endometrium ja.
00:00:47: also wir haben vieles gelernt vom Chefärztin für Gynecologie und Geburtshilfe Mandy Mangler.
00:00:55: Es war richtig, richtig toll!
00:00:56: Wir waren Anfang Januar bei ihr in der Klinik und in so einem setting, Krankenhaus-Setting haben wir auch selten aufgenommen.
00:01:04: Das war schon auch interessant.
00:01:06: Und da haben wir ganz viele Folgen aufgenommen
00:01:09: für
00:01:10: Momente, in denen wir zum Beispiel im Pfingsturlaub sind.
00:01:14: Denn eigentlich nehmen wir jetzt immer Montags auf.
00:01:16: aber an diesem Montag bin ich auf der schönsten Nordseeinsel der Welt... Der Nordsee?
00:01:22: Auf der schönsten Nordsee Insel der Nordsee.
00:01:23: Also es gibt ja gar keine Nordsee-Insel woanders auf der Welt als in einer Nordsee!
00:01:27: Egal,
00:01:27: ich
00:01:27: blustest du das?
00:01:29: Es gibt nirgendwo
00:01:30: auf der Welten Nordseeinseln außer in der Nordsee.
00:01:33: Habe
00:01:33: ich schon wieder bei meinem Wissen hier geprotzt.
00:01:35: so also
00:01:37: Fun Fact.
00:01:37: Mandy Magna protst ja auch nicht nur es war so ein schönes Gespräch einfach Ach, wir konnten Fragen stellen.
00:01:47: Wir haben über vieles gesprochen was sie halt in ihrem Buch geschrieben hat das große Günnenbuch und du hast ja gerade mit der Clitoris angefangen denn sie hat nach der Aufnahme ihr zweites Buch veröffentlicht.
00:02:01: Don't Miss the Glitterist.
00:02:03: Eine Bedienungsanleitung Mit so heißes Buch?
00:02:05: Mit
00:02:05: vielen Illustrationen hast Du grad noch vorgelegt Genau.
00:02:09: Und das ist eben das Tolle an ihr, dass sie so enttabuisiert und so auch entmystifiziert.
00:02:16: Sie nennt sich selbst oder das was die macht feministische Genokologie hat auch ein anderes Buch geschrieben Das große Günnbuch für alle Die sich endlich mal von einer frau erklären lassen wollen wie der weibliche körper wirklich funktioniert ohne charm ohne mansplaining ohne brochure aus dem Sie ist wirklich in der Praxis und hat einfach super viel Ahnung.
00:02:43: Genau, wir haben über viele Mythen gesprochen.
00:02:45: Über Schmerz, über Konsent im Behandlungszimmer... ...über das Verlärm von manchen Dingen.
00:02:52: also Stichwort Unlearn Medicine.
00:02:54: Sie hat ja auch in Unlearning Patriarchy II mitgeschrieben.
00:02:57: und Ja!
00:02:58: Wir haben über Rassismus, Klassismus in der Versorgung gesprochen.
00:03:02: Es war wirklich ein ganz tolles Gespräch.
00:03:06: Und jetzt An diesem Mittwoch, an dem wir veröffentlichen und ihr bei thirty-two Grad.
00:03:12: Also die Wettervoraussicht für diesen Mittwochen wo diese Folge rauskommt.
00:03:17: das ist nämlich der Mittwoche nach Pfingsten.
00:03:19: Das ist der siebenundzwanzigste Mai Und die Wetteveraussicht fürs Essen ist an dem Tag Zweiunddreißig Grad und Sonne also an dem tag Wo Ihr brütend unterm Baum liegt.
00:03:33: Hört ihr jetzt eine Folge, in der ihr sehr viel lernen werdet?
00:03:37: Die wir bereits bei bitterlicher Kälte und Schnee.
00:03:40: Da war es minus neun!
00:03:41: Ich weiß das noch ganz genau.
00:03:42: Schnee in Berlin Anfang Januar.
00:03:44: da haben wir diese Folge aufgenommen uns die kommt rein in den Sommer.
00:03:48: Wir wünschen euch Viel Freude beim hören.
00:03:50: wir haben sehr viel gelernt Und sind gespannt auf eure Rückmeldungen zu dieser folge.
00:03:55: wir gehen rein
00:04:02: Ja und da bist du auch schon hallo wenn die.
00:04:05: schön dass wir hier sein dürfen Bei dir in der klinik.
00:04:09: Hallo, ich freue mich auch.
00:04:10: Das ist auch mal ein krasses Setting hier.
00:04:13: Wir sind so ins Krankenhaus gekommen und vorne sitzen Patientinnen und wir sind jetzt in so eine Besprechungsaal.
00:04:20: So ein Setting hatten wir noch nicht schön.
00:04:22: Ja, ich freu mich auf jeden Fall dass ihr da seid, Tia und Sarah.
00:04:25: Herzlich willkommen bei Stacheln und Herz!
00:04:27: Und wir fangen direkt an mit den Drei Mini-Facts über dich, die man nicht googeln kann.
00:04:34: Ja muss ich rass nachdenken also... Ich liebe Schlittschuhe laufen zum Beispiel.
00:04:38: Das mache ich gerne.
00:04:39: Ich bin immer ganz traurig wenn die Schlittchuhe zu Ende ist.
00:04:43: Ich liebe operieren und was können wir nicht googlen?
00:04:46: Was kann man über euch nicht googlern?
00:04:49: Also Sarah hat da ...
00:04:51: Ja, ich hab da tolle Sachen immer, die ich erzählen kann.
00:04:55: Nämlich?
00:04:56: Ich weiß nicht, ich will jetzt nicht zu sehr ablenken hier, aber es ist
00:04:59: schon... Ja,
00:05:00: mittlerweile habe ich so oft irgendwo erzählt, dass es Menschen auch so ... Ich hab mal eine Nacht in Tanzania im Gefängnis verbracht!
00:05:06: Toll!
00:05:07: Das ist ein cooler Effekt
00:05:08: oder?!
00:05:10: Du nimmst die Tule auf und ich nehme die Nacht in den Knast!
00:05:14: Das muss ich aber dazu erzählen, weil ich möchte niemals, dass es einfach nur so dem braucht.
00:05:19: Ich war nicht kriminell sondern wir waren nachts in der Diskotanzen und zwar so lange das kein Taxi mehr fuhr und es war zu gefährlich die Strecke zu laufen.
00:05:35: Und dann war das einzige was noch auf hatte In dieser kleinen Stadt war die Polizeiwache.
00:05:40: Und dann sind wir dahin gegangen, da können sie uns irgendwie nach Hause fahren und so.
00:05:43: Wir sind ja kein Taxi-Unternehmen aber wir haben eine Zelle frei, da könnt ihr schlafen!
00:05:47: Deswegen haben wir da geschlafen.
00:05:48: Starke Geschichte.
00:05:49: Ja, finde ich auch richtig gut.
00:05:51: Hätte ich jetzt
00:05:51: auch erzählt an ihrer Stelle?
00:05:55: Genau, so... Genau, die kann ich nicht überbieten.
00:06:00: Fun Facts über mich, die man nicht googeln kann.
00:06:02: Ich versuche jedes Jahr eine neue Sache zu lernen und letztes Jahr war es Zauberwürfel lernen was jetzt richtig gut können und einige meiner Kinder kann ich schon besiegen in der Zeit im Zaubergürfel machen.
00:06:16: Und dieses Jahr haben
00:06:19: wir mal sehen.
00:06:20: Meines Sohn war letztes ja auch letztes Ja hatte er so ne Phase von so drei Monaten oder sowas absolut komplett obsessed war mit Zauberwürfel.
00:06:29: Und er hatte dann, er hat mittlerweile auch so eine richtige Sammlung.
00:06:32: Er hat an die Dreißig-Zauber-Würfel in allen möglichen Größen und Formen und Schwierigkeitsgraden und hat dann auch mit YouTube Tutorial und so dieses Speedcubing gelernt und kann auch ich glaube ihn unter zwei Minuten einen Zaubergürfel lösen.
00:06:48: oder konnte er als er noch in Übung war
00:06:50: Sehr gut, genau.
00:06:52: Der schnellste Mensch der Welt kleine Junge.
00:06:55: fünf Sekunden oder knapp unter fünf Sekunde.
00:07:02: Manny, wir beide haben uns kennengelernt als Co-AutorInnen in dem Buch anderen Patrick II.
00:07:09: Und da hast du auch einen Artikel mit verfasst und daraus wurde ja ziemlich deutlich ersichtlich Du bist nicht nur Ärztin sondern du bist auch politisch engagiert Was ich einfach Total krass finde, neben dem Chefärztin sein und Mutter von fünf Kindern und Schlitzschuh laufen.
00:07:36: Und Zauberwürfel jedes Jahr noch.
00:07:38: was rauslernen?
00:07:42: Was treibt dich an das zu tun, was du tust?
00:07:46: Also ich glaube so als ich dann Ärztin geworden bin auch im Studium schon habe ich gemerkt wie gewisse... weiße Felder es gibt, die nicht gefüllt sind in der Frauenmedizin oder Antworten, die es nicht gibt auf Fragen, die's vielleicht gibt oder auch zum Teil nicht gibt und wie Medizin sehr männlich geprägt ist.
00:08:05: Und dann dachte ich immer erst eine Weile ja okay das ist dann vielleicht die Medizin.
00:08:08: und so wir Frauen wurden aus den Universitäten rausgehalten.
00:08:10: über Jahrhunderte und spätestens oder auch mit dem Buch Anleuen Patriarchy aber auch schon vorher ist klar geworden dass alle Bereiche unseres Lebens im Patriarchal geprägzt sind.
00:08:22: Ich glaube, ich finde das ungerecht am Ende des Tages und würde mich sehr freuen wenn ich zumindest versuchen könnte einen Beitrag zu leisten dass sich das ändert.
00:08:31: Das hast du ja auch mit dem Buch das große Günnbuch Und wie war das da für dich?
00:08:38: Also gab es da auch so ein Moment wo Du wusstest hier gibt es eine Lücke Auch im deutschsprachigen Raum Wo Du sagst Da fehlt jetzt dieses Buch und deswegen muss es geschrieben werden
00:08:53: Ja, auf eine gewisse Art und Weise schon.
00:08:54: Also es ist so dass ich Gynäkologin geworden bin weil ich dachte okay dann bin ich in der ersten Reihe für Frauen Gesundheit und da setze ich mich mit allen anderen Menschen den ganzen Tag für Frauen ein.
00:09:04: Und viele viele Gynänologinnen funktionieren auch so, dass sie sich wirklich sehr stark einsetzen.
00:09:09: die Mehrheit der Gynädologinen aber zum Beispiel auch in der Entscheidungsposition ist das eben nicht so und die Gynnäkologie bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück Und sie ist vor allem eben auch geprägt von einer männlichen Perspektive auf den weiblichen Körper.
00:09:24: Das ist ausserzig vielfältig, also in allen Bereichen letztendlich, gynäkologisch-geburtshilfe und so weiter... ...und es war mir ein Anliegen einmal, Gynäcologie durchzudenken aus einer weibischen Perspektiv und all die Perspektiven einzubringen, die ich selber nie hatte und nie gefunden habe!
00:09:43: Und ich dachte, es ist meine Pflicht, dieses Buch einmal so aufzuschreiben.
00:09:47: Jetzt habe ich meine Pflecht getan!
00:09:48: Ich habe einmal die Gynäkologie aus weiblicher Perspektive durchdekliniert und jetzt genau kann dieses Buch hoffentlich wirken.
00:09:55: Dieses Buch?
00:09:56: Wie würdest du das Buch... In einem Instagram-Real, zum Beispiel so neunzig Sekunden lang beschreiben.
00:10:04: Worum geht es in dem Buch?
00:10:06: Also du hast schon gesagt die Gynäkologie aus weiblicher Perspektive durchzuklinieren.
00:10:10: aber was ist Inhalt des Buches?
00:10:14: In dem Buch habe ich sozusagen alle weiblichen Themen, alle medizinischen gynäcologischen Themen einmal reingetan Und meine ganze Kraft und meine ganze Macht reingetan.
00:10:23: Und dieses Buch soll ermächtigen bei allen Fragen, die deinen weiblichen Körper betreffen und dich dein ganzes Leben.
00:10:29: letztendlich haben wir Frauen immer mit so Zyklus-Themen zu tun und medizinischen Themen wie alle sind Expertinnen für unseren Körper.
00:10:38: Dieses Buch soll dabei Kraft geben und Macht auch Entscheidungen zu treffen, die unbeeinflusst sind und die tatsächlich aus der eigenen Perspektive an Biografie erfolgen und nicht von außen irgendwie aufgedrängt.
00:10:51: Du hast ja schon gesagt, dass es da einen großen Bedarf gab und sehr vieles umfasst.
00:11:00: Das ist auch wirklich ein sehr umfangreiches Buch weil du alle diese Bereiche beschreibst.
00:11:07: aber was würdest du sagen?
00:11:07: Was kann das Buch leisten und was nicht?
00:11:14: Antworten bekommt auf Fragen zum eigenen Körper und verschiedene Lebensphasen.
00:11:18: Wir haben ja in unterschiedlichen Lebensfasern unterschiedliche Bedürfnisse, und es soll wie so eine Basis von Informations- fütterung und Möglichkeiten geben.
00:11:28: Und das kann es leisten, es kann dich ermächtigen und bekräftigen.
00:11:31: Und dir Rückenwind geben ist kann die gewisse Dinge nicht nehmen zum Beispiel Erkrankungen, die uns zwangsläufig im Leben begleiten oder Herausforderung zu Verhütungssexualität schwanger werden ja nein Schwanger bleiben Geburt Wechseljahre usw.
00:11:45: Aber es kann dir dafür eben Stärke geben damit umzugehen und dann in den Dialog zu gehen mit den Menschen, die dich dabei begleitet haben oder Konekologienin z.B.
00:11:54: und dann mit denen ein starkes gutes Konzept für deinen Körper Gesundheit zu formen?
00:12:00: Ich habe gerade schon gesagt oder wir kamen schon auf Anleunz, zu sprechen.
00:12:06: Wenn du auf deinen Kapitel da nochmal schaust oder euer Kapitel anlönen Medizin welche Ausschlüsse und Lehrstelle wenn du das noch mal auch konkret da war es ja in diesem Artikel in dem Buch war dass sehr komprimiert alles auch intersektional zusammengefasst, was ja jetzt in deinem Buch nochmal ganz anders auch ausgeführt wird.
00:12:33: Aber wenn du noch mal auf diesen Artikel schaust ... Was sind so die Lehrstellen und Ausschlüsse, die du da besonders hervorgehoben habt?
00:12:46: In der Studienlage, in der Diagnostik Sprache Versorgung aber auch Was fehlt, wenn der weibliche Blick darauf so fehlt?
00:12:58: Genau.
00:12:59: Wir haben da einen Kapitel geschrieben, Gonsern Gumo und ich zu Medizin- und Rassismus in der Medizin und patriarchale Strukturen in den Medizin.
00:13:10: Das sind für mich sehr überlappende Themen.
00:13:13: Und Gonser hat auch noch mal ihren Blick... auf Rassismus in der Medizin, den wir tagtäglich letztendlich erleben auch.
00:13:23: Und dann haben wir gemeinsam nochmal einen Blick geworfen auf patriarchale Strukturen und die Möglichkeit diese zu entlernen und Feminismus oder feministische Struktulen oder sagen wir eine Art individualisiertere geschlechtergerechte Struktur unterzubringen.
00:13:40: geschlechtergerechte Strukturen unterzubringen.
00:13:42: Und dann war das ein Kapitel, was mich sehr bewegt hat weil wir uns sehr intensiv noch mal mit diesen Strukturn beschäftigt haben und mir klar ist da sollte so eine historische Bogen gezogen werden zwischen wie hat es eigentlich alles angefangen?
00:13:56: Warum ist es so?
00:13:57: Warum hat sich das so verfestigt?
00:13:58: Ist auch gar nicht leicht.
00:14:00: man hat manchmal das Gefühl ach wir müssen nur das und dass machen und dann wird das schon alle sondern es ist nicht mehr rassistisch oder dann ist es nicht mehr ungerecht.
00:14:09: Aber das stimmt halt leider nicht, sondern es ist so fest verwoben und verwachsen, dass es so lange dauert auch das zu entlernen oder zu ändern.
00:14:16: Und das war interessant sich damit zu beschäftigen um diesen historischen Bogen zu ziehen und dann aber auch Perspektiven und Ausblick zu geben wie wir alle zivilisierter werden können eine bessere Gesellschaft formen können die eben nicht mehr so funktioniert.
00:14:31: Wo merkst du das dann auch in deinem Arbeitsalltag, in der Klinik?
00:14:35: Dass dieses Entlernen wirklich einen Unterschied macht.
00:14:41: Entlernen macht ein Unterschied weil wenn wir uns... also ich betrachte so... Ich habe ja ein Krankenhaus als Chefärztin alleine und eine Chefärzinsposition die ich mir teile mit einer anderen Chefärztein Magyla Novska Und wie er... Also ich betrechte es so bisschen Besonders auch meine Führungspositionen als interaktives Experiment, Führungen an das zu leben.
00:15:07: Ich bin so groß geworden oder in meiner Ausbildung war es so ich wurde auf neunzig Dezibel jeden Tag angeschrien die ganze Zeit und herabgewürdigt und erniedrigt und alles sowie alle anderen auch.
00:15:18: Die Medizin ist sehr hierarchisch, sehr patriarchal Und die meisten von uns machen das dann auch so.
00:15:25: Das ist natürlich etwas, wo man sich fragen kann wie geht es auch anders und wie können wir eine interaktive partizipative Führung leben?
00:15:33: Entschuldigung!
00:15:38: Und wie können wir eine interaktive partizipative Führung leben, die dann wiederum bedeutet?
00:15:43: Wir haben andere Strukturen.
00:15:45: Wir alle formen einen Bereich und jeder ist wichtig und jeder gibt seine Impulse rein und kann dann eben auf ne gerechte Art und Weise eben auch Teil dieser Gesellschaft sein und seine Perspektive einbringen anstatt dass immer nur ein Mainstream, ein männlicher weißer Mainstream seine Perspective reinbringt und sagt so machen wir das jetzt!
00:16:04: So halte ich es mir richtig und so müssen wir das tun Sondern dass wir da irgendwie auch alle sehen und alle unterbringen.
00:16:11: Zum Beispiel, aber es gibt viele Beispiele die im Alltag finde ich einen Unterschied machen.
00:16:17: Muss man halt sich fragen wollen wir das als Gesellschaft?
00:16:20: Ich bin ja nicht das Maß der Dinge.
00:16:21: Ich finde das gut.
00:16:22: Aber
00:16:24: genau dann kann man das halt versuchen so zu ändern.
00:16:26: Das ist ja aber auch ein sehr stressiger Job im Krankenhaus.
00:16:32: Eine gute Freundin von mir ist auch Chirurgien Und da, also was ich so manchmal dann so höre.
00:16:40: Das ist ja genau das, was du sagst, irgendwie Krankenhaus ist sehr hierreiches, sehr patriarchal strukturiert und gleichzeitig kommt dann auch so der Stresslevel dazu.
00:16:51: Deswegen finde ich so beeindruckend auch wo hast du dafür die Zeit und Energie denn noch gefunden?
00:16:57: Weil dieses System ist ja auch so aufgebaut dass eigentlich auch wenig Zeit ist das zu reflektieren umzudenken.
00:17:05: Dadurch erhält sich dieses System ja auch selbst und verstärkt sicher auch noch mal dadurch, weil noch mehr Stress, noch mehr Druck dann agiert man und gibt diese die Struktur, die Handlungsweisen gebe ich auch weiter dann so.
00:17:20: Deswegen finde So krass auch, dass du ja die Zeit und die Energie gefunden hast das dann auch eher zu reflektieren.
00:17:30: Und dann auch noch einer breiten Mehrheit zur Verfügung zu stellen dieses Wissen.
00:17:35: Das ist jetzt keine Frage, das weiß ich einfach
00:17:38: schon.
00:17:38: Danke.
00:17:40: Aber du bist ja auch Chefärztin, du hast eine leitende Position nur sind ja kommen ja auch Assistenzärztinnen, Menschen die dann ja auch hierarchisch der untergeordnet sind.
00:17:55: Und wie ist da so auch das Feedback.
00:17:59: oder wenn Menschen kommen aus einem Betrieb sag ich mal wo genau diese Muster wirken und dann kommen sie hierhin?
00:18:08: merken sie sofort, okay mit der Frau Mangler ist irgendwas auch nicht macht das ein bisschen anders.
00:18:14: Aus dem steht es ja auch in der Öffentlichkeit als ich meine wenn ich jetzt anfangen würde dann kommt man wahrscheinlich an diesen Buch an einem Podcast und an dem wofür du stehst wahrscheinlich auch nicht vorbei.
00:18:24: also Menschen die hier anfangen zu arbeiten die sollten ihre Chefin wenigstens einmal googeln und kommen eigentlich aufs Schild zu laufen aber auch viele andere Themen.
00:18:32: Und wie reagieren die darauf?
00:18:34: oder wie?
00:18:35: Wie ist das vielleicht auch mit Mitwiderständen Und wo machst du dann auch, KollegInnen deutlich?
00:18:41: Dass so ein Perspektivwechsel auch möglich und nötig ist.
00:18:46: Aber vor allem vielleicht auch möglich weil dieser Stresslevel ist ja so hoch.
00:18:52: Ja
00:18:52: ich weiß nicht... Ich finde auf Ninzig Dezibel jemand anzuschreien ist auch
00:18:56: anstrengend.
00:18:57: Total!
00:19:00: Und die Energie, die man dafür benutzt kann man genauso gut irgendwie in andere Sachen stecken.
00:19:04: Und dann ist es natürlich auf eine Art und Weise disruptiv.
00:19:07: Ich finde ich habe dieses System das ist ja patriarchal, das ist männlich geprägt.
00:19:10: Menschen wie ich sind dort nie gewesen Und auch irgendwo haben sie die Spielregeln nicht mitgemacht und sie sind auch irgendwo am Ende des Tages nicht erwünscht.
00:19:20: So ja, das hat natürlich was Disruptives, was sehr herausfordernd ist und ein bisschen Spaß macht auch natürlich.
00:19:26: Also sagen wir mal so Dinge einzufordern und zu sagen Moment mal können wir uns das nochmal gemeinsam betrachten?
00:19:33: Ist es wirklich so wie wir das wollen und so?
00:19:35: Das finde ich schon auf eine Art und Weise bereicherend weil es irgendwie so ein bisschen Wandel auch bedeutet und vielleicht dann dazu führt dass wir Dinge zum Positiven, zum Beispiel entwickeln oder verändern.
00:19:47: Und vor allem finde ich das nicht nur eine Personengruppe halt die Spierregeln machen sollte und wir die dann alle so umsetzen müssen sondern dass wir schon auch wenn wenn wir uns nicht äußern und sagen ja wie wollen die Spiegel ändern?
00:19:58: Wir haben auch eine Berechtigung die Spieregeln eben zu beeinflussen.
00:20:01: Dann passiert es ja nicht.
00:20:02: also wir müssen das halt auch schon sozusagen sagen oder aktiv umsetzen.
00:20:08: Sonst wird uns natürlich auf der Gegenseite immer wieder gesagt werden, ja ihr habt es ja gar nicht, ich wusste gar nicht dass du irgendwie das blöd findest mit dem neunzig Dezibel anschreien und so.
00:20:17: Ich dachte, das ist normal!
00:20:20: Man muss sich schon auch äußern und Feedbackstruktur usw.
00:20:23: Und deswegen genau also... und ich merke das natürlich auch in meinem Alltag.
00:20:29: Frauen zu fördern und Menschen zu fördern, die nicht primär sozusagen vielleicht in der ersten Reihe gestanden hätten sonst oder in diesem hierarchischen System.
00:20:37: Nicht in den ersten Reihen gestanden hätte für mich schon natürlich.
00:20:42: Und dann versuche ich auch mit den Menschen, mit denen ich arbeite Dinge zu reflektieren und zu hinterfragen.
00:20:47: Und es ist interessant weil das auch kein Selbstläufer ist.
00:20:49: also nur wenn man jetzt zum Beispiel hier oder mit mir arbeitet oder vielleicht in einer Gynäkologie, die sich begreift als irgendwie sehr frauenzentriert und feministisch.
00:20:59: Und aus der Perspektive von Frauen gedacht heißt es nicht, dass das automatisch dann so passiert.
00:21:04: Und da gibt's jetzt verschiedene Beispiele die ich nennen könnte.
00:21:10: aber wir lernen halt von unseren Vorgängern und nehmen manche Sachen un hinterfragt mit.
00:21:15: Es ist gut wenn mir die Appenzomen hinterfragen und sagen wollen wir das noch so?
00:21:19: War das vielleicht damals in Ordnung?
00:21:21: Jetzt können wir das ändern oder nehmen wir es mit weil es war toll kann ja auch sein.
00:21:27: Also mich würde auch total deine Expertise als Genokologin interessieren zu bestimmten Sachen, weil wie du schon gesagt hast um dieses Thema Frauengesundheit ranken sich ja auch total viele Mythen.
00:21:40: Total viele Halbwahrheiten oder einfach wirklich Sachen die wir so mitgegeben bekommen, die wir gelernt
00:21:47: haben
00:21:48: vielleicht auch einfach unwissend und reflektiert wiederholen für richtig halten, aber die einfach nicht stimmen.
00:21:57: Würdest du sagen was dich so in deinem Arbeitsalltag am häufigsten begegnet?
00:22:02: Was sind so Mythen zu Menstruation, Verhütung, Wechseljahre wo du sagst das müssen wir entlernen.
00:22:12: also was stellst du dem entgegen?
00:22:19: Mieten.
00:22:20: Also einmal finde ich, dass wir ganz oft als Frauen oder zumindest ging es mir auch immer so und ich beobachte das in meiner Umgebung, dass wie ganz oft unsere Probleme oder Herausforderungen die wir haben... also zum einen beobachte ich ganz oft, dass Wir Als frauen unsere problemen oder herausforderungen, die wir Haben So ins private abgeschoben bekommen.
00:22:40: also das gesagt wird Ja, oder dass man so das auch selber denkt.
00:22:43: Vielleicht ist es nur bei mir so.
00:22:45: Nur ich habe Schmerzen bei Demonstrationen?
00:22:46: Oder nur ich hatte Probleme beim Stillen oder nur ich hab dann in den Wechseljahresphasen irgendwie Hitzewallung und mir geht's nicht gut um Schlafstörungen und schrei immer noch rum.
00:22:57: Und durch dieses Abschieben ins private ist es irgendwie so... Denkt man, das ist mein individuelles Problem.
00:23:02: Das stimmt aber überhaupt nicht!
00:23:03: Sondern das geht uns alle als Gesellschaft versagen.
00:23:05: der Zyklus ist die Basis unserer Gesellschaft.
00:23:08: Wir alle sind geboren worden, weil es den Zyklus gibt von einer Frau geboren.
00:23:11: Und das finde ich bedeutet auch dass wir uns um den Zyklos als Gesellschaft kümmern sollten und das begreifen sollten.
00:23:18: also was ist was sehr starkes und aber auch etwas Schützenswertes oder etwas was man fördern sollte oder dessen Gesundheit man ja fördern sollte.
00:23:29: Es gibt natürlich ganz viele Mythen die ich meine Lieblingsmythen im sozusagen der fast negativen Sinne sozusagen meinen all-time favorite Mythos, den ich wirklich absolut finde ist natürlich der Mythos zum Jungfernhäutchen.
00:23:46: Denn das Jungfernheutchen gibt es nicht und trotzdem hält sich sogar in der Gönäkologie so dass es in medizinischen Übergaben über die vermeintliche Jungfreulichkeit von Menschen gesprochen wird und das ist etwas, das glaube Weibliche Menschen, die Strukturen bestimmt hätten, dass das ein Thema geworden wäre.
00:24:08: Das ist eine ganz klare Ausdruck von patriarchalen Struktulen, die aus der Perspektive von Frauen eigentlich grundsätzlich nur abzulehnen sind.
00:24:19: Kannst du kurz erklären?
00:24:20: Das gibt es nicht was du damit meinst?
00:24:22: Genau, also es ist eine Region zwischen Vulva und Vagina.
00:24:26: Wo das vermeintliche Jungführen heute als zu heutigen hin fantasiert wurde wirklich auch ausgedacht wurde sich.
00:24:32: Es gibt dort eine Struktur die ist ringförmig.
00:24:34: Das ist so sozusagen wie die Haut zwischen vulva und vagina.
00:24:37: Die schiebt sich so zusammen an dieser Stelle.
00:24:39: Aber diese und diese Struktur diese Ringförmige struktur Hier sieht man bei jungen Mädchen Frauen in der Schwangerschaft nach der schwangerschaft Nach der Geburt bei alten Frauen überall und immer.
00:24:49: Und das ist diese ringförmige Struktur, die es immer da.
00:24:52: Die nennen zum Beispiel einige Corona-Vaginales, weil Corona heißt Ringförmigestruktur an der Vagina und dass es aber keine Möglichkeit herauszufinden ob diese Person schon mal penetrativen Sex oder penetrative Techniken praktiziert hat in die Vaginar.
00:25:10: Und vor allem finde ich sollte es keine Möglichkeit sein einen Menschen zu werten danach ob es schon mal vaginal penetrativer Sex stattgefunden hat, ja oder nein.
00:25:23: Und damit verbunden sind bis hin zu Tötungsdelikten an Frauen.
00:25:27: Es ist ein komplexes multidimensionales gesellschaftliches Problem was so wahnsinnig schlimm ist für uns Frauen in seiner Multidimensionalität dass man das wirklich stark hinterfragen muss und ich sehe da die Gynäkologinnen eigentlich auszuräumen, diesen Mythos abzuschaffen und nicht ihn zu perpetuieren in die nächsten Generationen.
00:25:52: Ja es sind auch schlechte Neuigkeiten für alle Verfechter der Purity-Culture im Christentum.
00:25:59: Ja genau!
00:26:01: Muss man weiß ich was anderes überlegen?
00:26:03: Alternativkonzepte.
00:26:05: Bisschen kreativ
00:26:06: werden wir mal.
00:26:06: Ein bisschen kreativer, nicht immer so
00:26:10: eintönig.
00:26:15: Wenn wir uns mit Frauen unterhalten auch über das Thema Schmerz, wird Schmerzen ja auch unterschiedlich wahrgenommen.
00:26:24: Auch gerade nochmal intersektional bei schwarzen Frauen... Ich weiß gar nicht ob es in Deutschland auch Studienlagen dazu gibt, aber in den USA gibt es Studienlagen auch dazu wie Schmerze bei Schwarzen und Weißen Frauen wahrgenommen wird, auch unter der Geburt.
00:26:41: Beim Thema Schmerzen, wo würdest du sagen gibt es noch mal in dem Bereich vielleicht auch so den Mythos, den du am liebsten komplett entsorgen würdest.
00:26:52: Wenn du jetzt uns da in diesem Bereich vielleicht nochmal so entzaubern könntest wie beim Jungfernhäutchen!
00:26:59: Schmerzen sind ein interessantes Thema, weil es auch eben dann Geschlechterdifferenz gibt.
00:27:04: Also zwischen Männern und Frauen.
00:27:05: Frauen warten länger in der Notaufnahme bei der gleichen Schmerzstärke und sie erhalten weniger Schmerzwittel bei der gleichen Schmerzzstärke wie Männer.
00:27:13: Und wir haben irgendwie dieses Thema Schmerze bei Frauen verortet.
00:27:17: also Schmerzt das gehört irgendwie Frauen und Schmerzens ist für ihn wenig so schlimm.
00:27:23: Dann gibt es noch sozusagen gewisse weitere Gruppen, wo Schmerz auch noch mal eine andere Bedeutung hat.
00:27:30: Wo wir dann vielleicht wenn die Person, die zu uns kommt zum Beispiel als Patientin nicht verstehen oder nicht verstehen wollen oder wie auch immer, dann kriegen sie auch nochmal weniger Schmerzenmittel oder werden nochmal weniger stringent behandelt.
00:27:47: also von daher schmerz ist auch wiederum nicht rein medizinisch, sondern Schmerz ist hochgartig.
00:27:53: Auch ein Abbild von Gesellschaft wie wir Schmerzen wahrnehmen und wie wir schmerztherapieren und ernst nehmen letztendlich.
00:28:00: Spannend!
00:28:02: Du sprichst oder du schreibst auch darüber über die Praxis im Behandlungszimmer?
00:28:11: Dein Umgang mit Patientinnen Und sprichst da auch viel über Konsent, also um Einwilligung.
00:28:19: Nun ist ja die Medizin an sich aber vor allem auch die Gynäugologie so dass da häufig sehr unterschiedliche Bedürfnisse sind.
00:28:32: was zu Grenzen betrifft und Sensibilitäten
00:28:38: Wie
00:28:39: würdest du sagen sieht das idealerweise im Behandlungszimmer aus, mit Blick auf Einwilligung und Konzent.
00:28:48: Also woran können Patientinnen zum Beispiel erkennen?
00:28:52: Dass sie zum Beispiel auch Nein sagen dürfen oder dass sie auch Grenzen setzen dürfen?
00:28:57: weil eigentlich also ich habe die Erfahrung auch schon gemacht das ich mich ziemlich ausgeliefert gefühlt habe und auch das Gefühl habe aber, dass ist jetzt so.
00:29:07: Ich kann mich da jetzt nicht entfernen oder mich wehren oder auch was dazu sagen weil ich hab ja nicht die Ahnung und ich weiß nicht was passiert, ich fühle mich unwohl Aber ich bin dem so ausgeliefert.
00:29:23: Kannst du dazu ein bisschen etwas erzählen?
00:29:26: Ja also auch unsere Ärztin-Patientin Beziehung ist natürlich sehr hierarchisch geprägt.
00:29:32: Wir kommen aus einer Zeit, dieser Spruchgatter in Weiß und ich glaube wir sollten uns dringend davon entfernen weil natürlich haben Ärzte, Ärztinnen Medizin studiert und wissen sehr viel über dieses Fach und das legitimiert aber nicht die Bevormundung oder die Beanspruchung der alleinigen Wahrheit oder der alleinige Therapieentscheidung.
00:29:57: Sondern die Patientin ist Expertin für ihren eigenen Körper, mit dem hat sie schließlich schon lange Zeit gelebt und hat sie auch gewisse Vorstellungen.
00:30:03: Und Sie ist Expertin für den eigenen Körper?
00:30:06: Die Ärztin ist Expertin für Medizin und gemeinsam kann es ein starkes Konzept geben an Gesundheit.
00:30:11: Und du kannst immer nein sagen!
00:30:13: Also vielleicht hat mir auch geholfen meine eigene Erfahrung als Patientin... Und was mir passierte, ich meine, wir haben alle so Geschichten.
00:30:20: Ich war irgendwie sieben Jahre alt und bei einem H&O-Arzt, weil meine Mutter mich zum H& O-Arz mitgenommen hat und irgendwas war ... Der H&o-Arts hat mir so ein Ding in einen Nasen noch gesteckt.
00:30:31: So ein Watte-Ding und da war dann so ein Schlauch dran.
00:30:33: Dann hatte er ganz stark Luft durchgepustet ohne mir das zu sagen.
00:30:37: Ja?
00:30:37: Und ich fand es richtig schlimm.
00:30:38: Ich habe mich total erschrocken!
00:30:40: und fand es total absurd.
00:30:41: Und er wollte das in der anderen Nase machen, dann ist er schon reingesteckt und ich habe sie wieder rausgezogen und gesagt nein!
00:30:47: Dann meine Mutter, der war total unangenehm her, die hat auf mich eingeredet mit Engelsung, die sollte sie mir in den Nasen stecken lassen und so.
00:30:52: Nein, ich will das nicht!
00:30:53: Nein, nein, nein!
00:30:54: Ich mich geweigert und dann sind wir abgezogen aus der Praxis, der Erz total bedient von der Blöd und so... Und ich finde, wir sollten immer in der Lage sein können Nein zu sagen ohne gewertet zu werden.
00:31:06: Das sind schließlich und besonders auch eine Gynäkologie total invasive Untersuchungen wenn die irgendjemand was in irgendwelche Körperöffnungen steckt oder Zahnärztin aber auch sonst so.
00:31:15: Ich hatte noch weitere solche Patientinnen Erlebnisse selber und versuche in meinem Alltag das anders zu machen Und genau habe auch diesen Anspruch, dass es gelingt natürlich auch nicht immer.
00:31:31: Aber ich versuche es auf jeden Fall und hab ein Bewusstsein dafür.
00:31:34: Ich finde wir sollten alle einen Bewusstsein haben.
00:31:37: Auch am Ende des Tages die Patientinnen selbst entscheiden lassen über ihren Körper.
00:31:41: Sie dürfen und sollen unbedingt das selbst entscheiden.
00:31:43: Das ist so schön, das zu hören wirklich weil... ...ich muss sagen, ich erlebe selten an Orten so viel Rassismus, wo ich mich ausgeliefert fühle wie bei Ärztinnen.
00:31:59: Ich sag das einfach mal ganz offen.
00:32:02: Und tatsächlich ist gerade, wo du geredet hast muss ich sagen Bei den GynäkologInnen Wo ich war als Frauen Oder auch bin da fühlte ich mich noch am meisten auch gewertschätzt und gesehen.
00:32:17: also die haben wirklich einen tollen ... wertschätzenden Umgang auch.
00:32:23: Das finde ich so interessant, da musste ich jetzt gerade so drin denken weil also... So grade auch seitdem ich Mutter bin mit Kindern zu Ärztin zu gehen das ist einfach manchmal auch so dass ich dann zu meinem Mann der weißes sage und oder es eher dann ausregen würde wie ich gehe ne?
00:32:41: Also es ist echt nochmal auch Da mit als erwachsene Personen dann auch mit einem Kind sich dann ausgeliefert zu fühlen das finde ich noch Anders schlimm.
00:32:52: Schlimmer ist jetzt, weiß ich auch nicht, kann man eigentlich sagen was so schlimmer und schlimmer macht ja keinen Sinn diese Logik.
00:32:57: aber Ja das ist einfach da finde ich einfach die Spür so oft dass Ärztinnen überhaupt gar kein Bewusstsein dafür haben.
00:33:08: Und auch wenn ich so von ÄrztInnen auch mit denen ich auch befreundet bin, dann was höre denke ich auch gerne.
00:33:15: Das war auch kein Raum dafür in der Ausbildung da.
00:33:17: Genau!
00:33:18: Also auch mit Patientinnen den Kontakt zu kommen und sie sprechen von Mensch zum Mensch.
00:33:23: also darin seid ihr auch nicht ausgebildet ne?
00:33:26: Nee
00:33:27: aber wie können die ins Zitratzyklus richtig gut?
00:33:29: Ja krass
00:33:30: oder?!
00:33:32: Nein, es ist tatsächlich so und das kommt eben auch noch.
00:33:35: Deswegen sollte man einfach... Ich finde wir sollten relevante Stellschrauben unserer Gesellschaften nochmal neu durchdenken weil nur weil unsere Vorgänger das so... gemacht haben und das vielleicht in Zeit lang auch richtig war, heißt es nicht dass es heute noch richtig ist.
00:33:49: Also ich glaube da fehlt uns ein bisschen Dynamik auch in der Entwicklung.
00:33:53: Und wir lernen das im Studium nicht so.
00:33:55: also wir sprechen schon mit Patienten aber wir haben ganz wenig irgendwie Seminare wo dann er jetzt den Patientinnen-Kommunikation oder sowas.
00:34:03: Aber wir lernen auch andere Sachen nicht ganz viel.
00:34:05: so eigenes Zeitmanagement wie schreihe ich jemand anderen nicht an?
00:34:08: Oder wie komme ich eigentlich klar?
00:34:10: Wir lernen auch Ökonomie nicht.
00:34:11: Das ist auch total verrückt dass wir das nicht lernen Anstatt
00:34:16: Ärztin auch damit zu tun?
00:34:18: Genau, oder wir alle.
00:34:20: Das sind ja die Verantwortung, die wir tragen und so.
00:34:22: Also da fehlen viele Dinge.
00:34:24: aber Empathie ist jetzt nicht im Vordergrund.
00:34:27: also wir erleben natürlich auch an unseren Lehrern und Lehrerinnen, also hauptsächlich Lehrerinnen natürlich auch zum Beispiel in meinem Fall gewesen Da konnte man die mit der Empathie auch halt, mit der Lupe suchen sozusagen.
00:34:39: Deswegen muss man halt auch selber dann sich hinterfragen und auch wiederum disruptiv mit sich selbst sein.
00:34:44: so was will ich wie will ich sein?
00:34:46: Und nur weil diese so gemacht haben mache ich es dann oder versuche es anders zu machen und so.
00:34:49: das ist halt Das finde
00:34:51: ich auch noch mal krass, dass gerade mein Mann ist Lehrer und da ist es ja auch manchmal in dem Job der Druck so hoch.
00:34:59: Da hat man keine Zeit für eine Fortbildung oder Supervision.
00:35:03: Wobei, da passiert's schon ab und an aber viel zu wenig für das Bildungssystem und dass man mit Menschen, die einem im Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen, viel zu wenige.
00:35:16: In der Kirche ist das so, wir haben auch viele kirchliche Hörer in der Kirchiarbeit.
00:35:19: Da kriegste ja jetzt nicht jeden Tag aber da ist es schon möglich dann auch Supervision zum Beispiel zu bekommen also Fahrpersonen oder so.
00:35:30: die haben da dann auch ihre Treffen Aber auch DiakonInnen Jugendreferentinnen und so weiter was es alles so gibt ErzieherInnen usw.
00:35:40: Weil Erzieherinnen haben auch noch mal gerade im Kita-Bereich auch einen Hochstresslevel, wo so was nicht mehr möglich ist.
00:35:45: Aber ihr, die ihr ja wirklich mit Menschen zu tun habt, wo es teilweise auch um Leben und Tod gibt?
00:35:53: Also an solchen Grenzerfahrungen... ...im Leben auch in Kontakt mit den Menschen zu sein und so Menschen, die Angst haben, die in Abhängigkeit stehen und die wirklich auch Angst um ihr Leben haben, da habt ihr eigentlich so... Korrigier mich aber Hast du schon mal ein Team-Supervision gemacht oder habt ihr so was, dann ist sowas überhaupt möglich?
00:36:14: Weil eigentlich ist das ja auch im System nicht vorgesehen und ich weiß nicht, ob das in den meisten Krankenhäusern überhaupt... Wenn du jetzt sagst Ja.
00:36:22: Aber ist es
00:36:23: so?
00:36:24: Ja und nein!
00:36:25: Also wir haben zum Beispiel wenn du genug Login oder Orologin und von paar andere Fächer auch, wenn du willst, dann musst du Ballentgruppen machen und da ist eine Supervision dabei, da gibts irgendwie so achtzig Stunden muss man machen.
00:36:35: Das fand ich auch total wertvoll.
00:36:37: Das hatte ich sozusagen und andere haben das auch, aber natürlich jetzt im Alltag kommt es total zu kurz.
00:36:42: Also auch sagen wir mal so Geburtshilfe zum Beispiel.
00:36:45: Geburtstilfe hat einen Problem mit Gewalt in der Geburtshilfe also in den meisten Fällen verbale Gewalt.
00:36:54: Und dann aber auch wiederum ist es natürlich ein wahnsinnig stressiger Bereich wo auch viel passiert zB sehr Menschen sehr krank werden oder Babys sterben oder, oder.
00:37:05: und die beteiligten Hebammen oder Gynäkologinnen haben selten eine organisierte strukturierte Supervision oder Möglichkeit sich zu entlasten.
00:37:14: Und das führt natürlich noch zum Mehrgewalt in der Geburtstilfe.
00:37:16: Wenn du
00:37:17: selber
00:37:18: gestresst überfordert nachts um drei
00:37:19: usw.,
00:37:20: dann brauchst du eigentlich dringend so ein Netz von Supervision.
00:37:23: Das gibt es strukturiert in den wenigsten Kliniken?
00:37:26: Eigentlich quasi nicht!
00:37:27: Und das ist schade, weil auch das bleibt hinter den Möglichkeiten zurück.
00:37:30: Da sehe ich zum Beispiel in dieser ganzen KI und Digitalisierungsmöglichkeit dann kann man ja die Bereiche, die Menschen nicht machen müssen schön digitalisieren und die Bereichen die Menschen machen z.B.
00:37:41: Empathie und Gespräche und so.
00:37:43: Die kann man dann dafür vielleicht ein bisschen boosten mit zum Beispiel Supervision.
00:37:48: Aber merkst du nicht auch einen Mehrwert?
00:37:51: Also durch dieses Umdenken oder dieses Entlernen hin zu einer zugewanteren, empathievolleren Umgang miteinander.
00:38:01: Es ist ja nicht nur in Anführungsstrichen angenehmer für alle Beteiligten sondern siehst du da auch dass es medizinisch auch erfolgreicher ist wenn wenn wenn PatientInnen zum Beispiel das Gefühl haben dass sie, dass ihnen auch mehr zugehört wird und das sie auch selbst mitbestimmen können.
00:38:21: Und nicht nur über sie bestimmt wird und ihnen so gesagt haben wird was mit ihnen nicht stimmt usw.
00:38:26: Sondern dass Sie auch selber das Gefühl haben ich bin hier auch überhaupt gefragt auch als Betroffener.
00:38:34: Es ist eine total interessante Frage.
00:38:36: Und da kommen sehr viele Gedanken in meinen Kopf, aber zwei davon sind erstens wir können Qualität in der Medizin nicht messen.
00:38:42: es gibt keine Möglichkeit in diesem Land Qualität medizin zu messen oder ganz ganz wenig.
00:38:47: nur und das ist schade weil Wir würden natürlich eigentlich gerne beweisen dass sozusagen gerechtere Ansprache und eine Partizipative wäre vielleicht Entscheidungsfindung usw.
00:38:56: Zu mehr Gesundheit führt.
00:38:58: Das ist im kleinen Studien schon bewiesen Aber strukturiert haben wir noch nicht nachgewiesen.
00:39:02: Und das zweite ist aber, dass wenn ich mir jetzt zum Beispiel meine Kliniken angucke.
00:39:07: wo ich versuche sozusagen auch gerechter unterwegs zu sein und nicht so hierarchisch.
00:39:12: Und dann gucke ich mir Kliniken an, die noch sehr, sage ich mal, sehr hierarchisch und so unterwegs sind dass eigentlich die Leute nur direktiv angesprochen werden und nur ausführende Elemente sind.
00:39:25: das sind nicht unerfolgreiche kliniken in dem Sinne das kann man nicht sagen.
00:39:29: also von daher weiß ich nicht so genau.
00:39:30: es kommt darauf an wie wir diese gesellschaft formen wollen und was das ziel ist.
00:39:34: Und Medizin war so lange, so hierarchisch, dass das jetzt auch nicht unerfolgreich ist.
00:39:38: Besonders in diesem patriarchalen System wo es hat um Geld-Geld-Gelt-Gelbgespräche bringen ja erst mal nicht Geld.
00:39:44: wenn ich mich mit der Patientin hinsetze und eine Stunde über ihre Diagnose und die Möglichkeiten spreche dann ist diese Stunde einfach weg.
00:39:52: Wenn sich jemand hinsetzt mit den Patienten sagt sie müssen das noch machen und es dauert zwei Minuten des Gesprächs und die Patientin macht das dann Wir haben die Frage, was ist Erfolg?
00:40:04: Was für eine Gesellschaft wollen wir?
00:40:05: Was wertschätzen wir Gespräche?
00:40:07: Würden wir jetzt vielleicht sagen ja.
00:40:09: Aber unser System wertschätzt halt nicht Gespräche und deswegen sind dann automatisch Menschen... Es ist sehr multi-faktoriell und ich glaube deswegen müssen wir an allen Stellen schrauben unserer Gesellschaft gucken wie wir die verbessern.
00:40:25: wenn wir das Verbesserung nennen Ich würde es Verbesserungen nennen Und was wir wollen für eine gesellschaft
00:40:30: Krass.
00:40:31: Ich glaube, es gibt auch viele Menschen die sagen würden, ich brauche keine Aktionen, die mit mir lange gequatscht und so einfach machen.
00:40:39: gibt es ja, also auch wenn ich mir politisch so angucke wie Menschen auch umgegangen und gesprochen werden.
00:40:46: Ich mache das.
00:40:46: von der Haltung heraus denke ich auch dass Menschen die hören natürlich nicht unseren Podcast aber haben sich das auch Menschen geben die sagen was soll das gequatscht?
00:40:55: Die sollen entscheiden und da sieht man ja solche Kliniken mit der so die alte Schule noch durchgesetzt wird ist sie auch durchaus erfolgreich sind und das dort was wir wollen von einer Medizin gleichzeitig wie du das auch sagst.
00:41:05: das ist natürlich auch Das finde ich auch so oft so erschreckend.
00:41:12: Meine Kindheitsvorstellung ist da ein bisschen anders, aber letztendlich muss man sagen, Krankenhäuser sind auch kapitalistische Systeme und das ganze Gesundheitssystem auch.
00:41:21: Es ist interessant, dass du sagst, Sarah.
00:41:24: Wir haben gerade so eine Statistik bekommen von ganz Europa zu Präventionsmedizin und es wurden sich alle europäischen Länder angeguckt, wer das am besten macht mit der Prävisionsmedizin.
00:41:33: Und Präventionsmedizin bedeutet ja, Du vermeidest Krankheit und Du fühlst dazu, dass die Menschen gesünder sind.
00:41:40: Deutschland ist auf welchem Platz?
00:41:41: Von achtzehn auf Platz siebzehn.
00:41:44: Das ist richtig schlimm und das bedeutet zwei Sachen... Erstens, wir haben in Deutschland ein System was von Krankheit profitiert.
00:41:51: Wir haben im Prinzip eine Lobby für Krankheit!
00:41:54: Wir haben nicht einen Bewusstsein dafür, Krankheit zu vermeiden weil das klüger ist und besser für die Gesellschaft sondern wir verdienen an Krankheit und deswegen machen wir das mal schön so weiter tun.
00:42:04: zwölf Prozent unseres Bruttoinlandsproduktes ins Gesundheitswesen sind mit der Lebenserwartung unter dem europäischen Durchschnitt gerutscht letztes Jahr zum ersten Mal.
00:42:12: Das bedeutet da haben wir gar nichts dran gewonnen.
00:42:14: und Präventionsmedizin dass sie auf Platz siebzehn von achtzehn ist, bedeutet auch wir haben da viel zu wenig Geld und Brain reingesteckt.
00:42:23: Und müssen dringend uns überlegen wie wir Krankheiten vermeiden können weil Krankheitsvermeidung ist natürlich viel viel klüger als eine Krankheit hinterherzurennen ihr einen Schritt voraus zu sein ja?
00:42:32: Und das haben wir nicht im Griff in Deutschland und es ist total schade!
00:42:35: Das ist krass ja.
00:42:38: Es gibt ja viele Fahrpersonen die in Krankenhäusern arbeiten.
00:42:43: Ich merke in meiner Antirassismusarbeit, dass ich gerade bei KrankenhausseelsorgenderInnen eine große Empathiefähigkeit wahrnehme.
00:42:53: Auch offen für Machtsensibilität und Diskriminierung.
00:42:59: Da merkt man wirklich auch, die haben echt viel mit Menschen zu tun.
00:43:05: Zeit mit Menschen wirklich in Kontakt zu sein.
00:43:08: Habt ihr hier auch Krankenhausseelsorger erinnern?
00:43:10: und wie läuft da so die Zusammenarbeit, würdest du sagen?
00:43:14: Es geht das gut Hand in Hand.
00:43:16: Wie sieht es aus?
00:43:17: Kannst du dazu was sagen?
00:43:19: Wir haben Krankenhausseelsorgende, die uns begleiten.
00:43:22: Zum Beispiel wenn wir merken, wir kommen nicht weiter oder wir haben vielleicht keine zeitliche Kapazität oder es besteht Bedarf vielleicht noch mal über Dinge zu reden, die über das medizinische hinausgehen und die vielleicht auch gar nicht in meinem Kompetenzbereich am Ende des Tages liegen dann haben wir katholisch- und evangelische Seelsorgenden Und genau die haben hier einen Raum.
00:43:41: dort sind sie und dann kommen Sie aber auch ins Krankenbett machen mit uns gemeinsam in Gesprächen auch Therapie, Begleitungen zum Beispiel.
00:43:52: Und ist das?
00:43:52: ich komme ins Krankenhaus als Patientin und dann kann ich angeben ob ich katholisch evangelisch bin?
00:43:57: Ob ich sowas will oder nicht werde ich da auch gefragt.
00:44:00: oder wie läuft das so?
00:44:01: wenn jetzt Hörerinnen das zu hören und denken ach ja es gibt ja in dem ganzen System dann doch noch das muss ich schon sagen dass finde was Schönes auch, dass es das auch so in Kooperation mit Kirchen noch gibt.
00:44:15: Weil da habe ich dann doch in diesem ganzen Wust aus Klinik und Krankenhaus und Menschen haben aufgrund Drucks und wenig Zeit oder... Und da gibt es noch Menschen die auch Zeit haben und extra dafür da sind um mit mir zu sprechen und auch darin ausgebildet sind.
00:44:33: Man wird nicht strukturiert gefragt, aber man kann das zum Beispiel sehr gerne angeben oder sagen.
00:44:37: Oder sagen also es gibt z.B.
00:44:38: auch Patientinnen die sagen ich bin evangelisch Ich möchte gerne Fernsehen evangelische Seelsorgende und kann die mich begleiten?
00:44:45: Kann ich mit ihr sprechen so zum Beispiel Das wäre gut wenn wir merken dass es gibt Themen die nicht bearbeitet sind und wo man vielleicht noch mal als seelsorgender auch mithelfen kann dann dann kommen diese Seelsorgenden ins Spiel, genau.
00:45:03: Das kann ich auch in Anspruch nehmen, wenn ich nicht evangelisch bin?
00:45:05: Auf jeden Fall!
00:45:06: Das kann jede Person in Anspruch nehmen und ich finde es auch total wertvoll.
00:45:10: tatsächlich.
00:45:11: und wenn man unterschätzt, finde ich auch den Mehrwert oder den tatsächlichen gesellschaftlichen Einfluss von Hilfe weil manchmal kommt das zu kurz Nächstenliebe.
00:45:24: Bleiben wir mal bei Kirche.
00:45:26: Kirche stellt nicht nur die Seelsorgerin zur Verfügung in den Krankenhäusern, sondern ist auch Trägerin von Einrichtung.
00:45:34: Ob es jetzt Krankenhäuser sind oder auch Pflegeheime und Kinderheime usw.
00:45:38: Und Kirche hat ja über die Jahrhunderte mit dazu beigetragen ... dass dieser Bereich Körper und Sexualität auch so charm behaftet ist.
00:45:52: Und es da viele Tabus gibt, also gleichzeitig halt eben... Also einerseits ist Kirche dafür da für die Menschen und bietet ja auch den Menschen oder Gesellschaft diese Einrichtungen an.
00:46:12: Und gleichzeitig ist dieses Scham behaftete auch mit geprägt durch das Christentum.
00:46:26: Und wir haben ja auch gesehen, als es jetzt zum Beispiel um den Missbrauchskandal gibt.
00:46:31: Dass eben dieses Schweigekultur und dieses Scham behaftete in den Kirchen ja dazu beigetragen hat, dass das so lange unerkannt oder nicht unerkant aber verschwiegen wurde unter ein Teppich gekehrt wurde bis heute auch geschwiegen wird relativiert und so weiter.
00:46:53: Und sofort, was würdest du sagen?
00:46:55: Wie können auch Kirchen oder wie kann Kirche auch als Trägerin... Was sollte da auch verändert werden damit Charme und Tabu rund um Körper und Sexualität auch weniger werden?
00:47:10: Ja, da hast du finde ich sehr schön beschrieben diese Gleichzeitigkeit von Dingen auch und ich finde Kirch ist da schon zum Beispiel auf einem guten Weg zu sagen Liebe Nächsten, liebe zu allen Menschen und so diese die Inklusion von letztendlich unter nicht Ausschluss von anderen Menschen.
00:47:29: so theoretisch.
00:47:31: Und dann praktisch denke ich auch dass zum Beispiel auch diese Tabuisierung oder dieses sehr festhängen zum Teil an so heteronormativen auch so Gesellschaftskonzepten also Mann-Frau Kindkonzepte oder so das erstens auf eine Art und Weise auch nicht mehr zeitgemäß ist aber vielleicht seine Berechtigung früher hatte, weil dadurch eine gewisse Gesellschaftsstruktur geformt wurde die damals wichtig war.
00:47:55: Aber heute eigentlich nicht auch auf eine Art und Weise nicht mehr notwendig ist, weil wir andere Mechanismen haben um zum Beispiel Geschlechtskrankheiten oder ungewünschte Schwangerschaften so durch Verhütungsmittel usw.
00:48:04: zu vermeiden.
00:48:05: Und jetzt brauchen wir nicht mehr dieses strikte Ehe und dann ist es eben der Bund für's Leben
00:48:10: usw.,
00:48:11: das brauchen wir alles nicht mehr.
00:48:12: Oder die Person, die es möchten kann machen aber wenn man es nicht zum eigenen Lebenskonzept passt, dann braucht es das nicht mehr.
00:48:18: Also ich glaube da könnte man sich mehr auf den Weg noch machen diese Inklusion und Empathie und das Verständnis von Nächstenliebe was ja da ist noch weiter auszudehnen und das Herz aufzumachen für alle Menschen letztendlich.
00:48:37: Ich blätter hier gerade so durch dein Buch und ich bin ja selber Nach deinen sieben hormonellen Phasen im Leben wäre ich damit in Phase vier.
00:48:52: Die frühe Phase des menopausalen Übergangs, Schwangerschaften sind noch möglich?
00:48:59: Ich habe letztens das Buch von Carolin Kebekus, das neue Buch.
00:49:03: Und?
00:49:04: Ist lustig.
00:49:05: Ja, ist lustig!
00:49:06: Ich muss auch sagen ich habe es nicht gelesen, ich hab's gehört weil sie hat selber eingesprochen und das ist dann ja auch noch mal gerade bei ihr und so ist nochmal lustiger ihre Betonung und so.
00:49:15: Es ist lustige und aufklärend und ich finde vor allem bei ihr So toll auch, dass sie damit ja... Also sie kommt wirklich aus dieser Bubble so raus.
00:49:24: Sie geht da mit an eine breite Öffentlichkeit auch mit diesen Themen, mit denen sie dann bei ihrem ersten Buch und über das Thema auch jetzt kann nur eine geben.
00:49:32: Was ja auch schon so, sie spricht da Themen an die wirklich auch nochmal ne breite gesellschaftliche Gruppe auf jeden Fall erreicht.
00:49:39: Und sie ist ja auch mit ich weiß gar nicht zweiundvierzig oder dreinviertzig erst mal ich Mutter geworden und beschreibt da auch so, wie sie auch dann angegangen worden ist.
00:49:52: Also erst mal stand sie ja auch bis zum Mutterschutz auf der Bühne.
00:49:56: ich meine es ist ihr Job wir alle gehen wenn wer jetzt nicht medizinischer uns das untersagt wird aber ansonsten oder dass nicht medizinisch aus medizinischer Sicht jetzt gefährlich wäre oder nicht gut ist oder wir krank geschrieben sind gehe mir bis zur Mutterschutz arbeiten.
00:50:12: Und das hat sie halt auch gemacht und ihre Arbeit findet nun mal auf der Bühne statt.
00:50:15: Das fand ich noch einmal so krass, wie sie so beschrieben hat auch was die alles an Hate auch abbekommt.
00:50:21: also gehört sich nicht eine Hochschwangere auf der bühne und so gleichzeitig auch viele ungefragte Kommentare.
00:50:29: in dem Alter darf man doch nicht mehr schwanger sein.
00:50:31: Wie kann man nur?
00:50:32: Und jetzt lese ich gerade hier bei der Phase deswegen muss dir in das Buch denken Schwangerschaften sind noch möglich.
00:50:37: einundvierzig bis sechsundviertig Jahre musste halt diese Kommentare denken.
00:50:44: und gleichzeitig befinde ich mich in dieser Phase.
00:50:47: Und frage mich, was würdest du Frauen in dieser Fase empfehlen raten?
00:50:55: Ich finde, als ich vierzig geworden bin war das auch total schön weil ich so dachte, boah jetzt ist wirklich dieser vierzigste Geburtstag.
00:51:02: da habe ich mich groß gefeiert und eigentlich war das ein schönes Alter.
00:51:08: Ich weiß, wer ich bin.
00:51:09: Ich weiß wo ich stehe.
00:51:10: Mir kann jetzt auch niemand was.
00:51:13: und dann kommt aber diese... Ich muss es immer ablesen das Wort ja nicht warum.
00:51:18: Diese Perimeno-Phase, wo ich doch auch wieder in so eine andere Phase eintrete, wo mich auch wenig mitbefasst habe.
00:51:28: Und was ist da sowas?
00:51:29: Auch wenn du das jetzt von Carolin Kiewurgus hörst, das war jetzt irgendwie nicht so ne zusammengefasste Frage sondern eher so So Gedanken, was würdest du da ... zu Frauen mitgeben.
00:51:41: Ja, ist interessant das Frauen immer gewertet werden und dass wir im Prinzip beschreibt sie ja auch.
00:51:46: wie kannst nie Recht machen es ist zu viel zu wenig so alt zu präsent zu unpräsent zur faul zu fleißig alles gleichzeitig.
00:51:55: ihr könnts alles überhaupt nicht recht machen und das ist interessant weil das gibt total viel Potenzial finde ich.
00:52:00: für mich hat das sehr viel potenziell gegeben das dann einfach so zu machen wie ich das für richtig halte.
00:52:05: wenn ich das sowieso niemandem recht machen kann dann kann ich das ja einfach so machen Und dann ist es ja, wie's ist.
00:52:11: Dann brauch ich mich nicht verbiegen weil ich kanns egal!
00:52:14: Ich hab eine Zeit lang in meinem Leben versucht zu einrechnen, es hat überhaupt nicht funktioniert.
00:52:17: Es war ne sehr kurze Phase.
00:52:18: So
00:52:19: einen
00:52:19: Montag zwölf Uhr bis dreizehn Uhr?
00:52:21: Nein, das ist was!
00:52:22: Aber genau.
00:52:23: und dann bin ich so schnell zum Schluss gekommen dass es nicht geht.
00:52:26: Und dann genau... Das würde ich allen Frauen raten.
00:52:30: Lebt dein eigenes Leben und macht dich unabhängig so unabhängig wie es geht weil Abhängigkeit führt dazu, dass du nicht du selbst sein kannst und dass du letztendlich dann nicht so leben kannst wie du möchtest.
00:52:43: oder dein Potenzial nicht entfalten kannst.
00:52:45: Und ich finde es schön, wenn man sein Potential entfaltet könnte, weil Frauen haben wahnsinnig viel Potenzials, finde ich alle Menschen haben Potenziale.
00:52:53: Das Frauenpotenzial ist aber unterrepräsentiert in unserer Gesellschaft und deswegen finde ich tun wir gut daran das Potenziel zu erkennen, zu würdigen, zu wertschätzen.
00:53:03: Wir sind eine misogynische Gesellschaft genauso wie eine rassistische Gesellschaft sind und das sind Fakten die sind evidenzbasiert belegt und da können auch gut daran tun und jeden Tag selbst im Alltag zu fragen, wie kann ich das ändern?
00:53:16: Wie kann ich eben weniger frauenfeindlich sein und weniger Rassismen produzieren oder Rassisten wiederholen.
00:53:25: Oder genau!
00:53:27: Wie kann die Gesellschaft so eine bessere machen ohne dass diese Menschen nicht abgebildet sind oder mit dem Potenzial, dass sie abgebilde sind?
00:53:40: In dem Buch Anleuen ging es ja auch um viele intersektionale Themen.
00:53:45: Wo würdest du sagen, wo treffen Rassismus und Klassismus speziell noch mal in der Gynnversorgung zusammen?
00:53:56: Und wo wird das sehr sichtbar?
00:53:58: Sehr sichtba wird es wenn wir uns die Daten angucken zum Beispiel zur mütterlicher Sterblichkeit.
00:54:03: Da haben wir jetzt aus Deutschland nicht so präsente Daten aber Schon Studien.
00:54:09: Wie werden Menschen behandelt, die eben nicht den gängigen normativen Vorstellungen vielleicht den eigenen entsprechen?
00:54:17: Und wie wird dort Rassismus und Klassismus ausgelebt?
00:54:20: Das ist halt jeden Tag im täglichen Leben und es äußert sich sogar in der Morbidität und Mortalität.
00:54:27: also Menschen sterben häufiger.
00:54:29: Es gibt Studien über schwarze Frauen, die häufiger bei der Geburt sterben dreimal so oft als weiße Frauen in den USA Und das sind Daten, die es so ähnlich auch für Deutschland gibt.
00:54:39: Die müssen wir ernst nehmen und definitiv uns denen stellen und diesen ganzen Fragen stellen und uns fragen was für eine Gesellschaft möchten wir?
00:54:48: Wie können wir sie so formen dass das nicht passiert?
00:54:52: Dass wir da Gerechtigkeit
00:54:55: haben.
00:54:55: Bei Klassismus ist ja auch ähnlich.
00:54:58: oder ich meine abgesehen von privater und gesetzlicher Krankenversicherung App gehe und einen Termin mache, dann gucke ich manchmal.
00:55:07: Also ich bin gesetzlich vorsichtig.
00:55:09: für mich ruck so Interesse halber wie wär's denn jetzt mit dem Termin wenn ich privat wäre oder so?
00:55:14: Aber auch dann die... Ich meine das hat ja auch was mit Klassismus zu tun.
00:55:21: Ich fühle mich selbstbewusster auch irgendwo anzurufen und dann auch mit Menschen zu reden.
00:55:25: Und für einen Termin einzustehen oder da nochmal nachzuhaken, oder habe Zugänge... ...oder hab vielleicht auch im Bekanntenkreis irgendwie Leute so.
00:55:34: Also das ist ja auch noch mal klassismusfindig.
00:55:36: Ist auch noch einmal generell im Gesundheitswesen und vermutlich dann auch in der Günfer Sorge ein Thema.
00:55:45: Ja!
00:55:46: Klassismus und auch Informationswanderung.
00:55:48: Wie informiert bin ich?
00:55:50: Wo sind die Informationen, wie leicht oder schwer kriege ich sie?
00:55:53: Wie kann ich mir Untersuchungen leisten oder nicht?
00:55:55: Wie habe ich überhaupt verstanden ob es Untersuchung gibt oder nicht.
00:55:59: Gehe ich dahin warum gehe ich nicht hin?
00:56:01: wir haben grottige Vorsorge-Untersuchungszahlen in Deutschland also die Menschen gehen nicht zu diesen Vorsage-Untersuchungen die es gibt.
00:56:09: uns lohnt sich selber wirklich bei seiner eigenen Krankenkasse auf der Homepage vorbeizugehen oder mit seine Ärztinnen drüber zu sprechen welche Untersuchungen sind, in welcher Lebensphase für mich relevant.
00:56:18: Weil wir so schlecht sind also weil wir so wenig Patientinnen damit erreichen offensichtlich.
00:56:24: Also weniger als die Hälfte aller Frauen geht zur gynäkologischen Vorsorge.
00:56:28: Ist das so?
00:56:29: Das hätte ich nicht gedacht.
00:56:30: krass!
00:56:30: Und das resultiert darin dass zum Beispiel gestern haben wir eine Patientin operiert Mitte sechzig selber medizinisches Personal und ist nicht zu Vorsorge gegangen, hat dann eben eine schwere Krebserkrankung bekommen.
00:56:44: Und das sind so ... Da kann man jetzt wiederum aussagen, warum ist denn die nicht gegangen?
00:56:50: Darum geht es aber gar nicht, sondern es ist die Struktur.
00:56:52: Warum haben wir keine Struktur, wo das viel leichter zugänglich ist hinzugehen, die Informationen fließen, es einem gemeinsames Gesundheitsverständnis gibt, dass es gut ist, Krankheit zu vermeiden und dass wir da mehr Wert drauflegen.
00:57:06: Von mir aus auch ein Belohnungssystem für Menschen die häufig zur Vorsorge gehen oder gesundheitsförderndes Verhalten haben.
00:57:13: Oder es gibt so viele Dinge, Schulessen
00:57:15: usw.,
00:57:15: also Tausend Aspekte von dieser Gesundhaltung uns einzeln und als Gesellschaft.
00:57:21: Und auch da können wir noch mehr tun.
00:57:26: Auch da finde ich ist es unsere Aufgabe das zu verbessern.
00:57:31: Ja, Platz siebzehnt von achtzehn.
00:57:35: Ja genau, also du hast jetzt schon ein paar Beispiele genannt.
00:57:39: Also ich fand es auch gut dass du gesagt hast nicht so dieses Victim Blaming warum ist hier nicht zur Vorsorge gegangen?
00:57:46: sondern wie kann man das System auch?
00:57:52: Kleine Änderungen die sofort was bringen.
00:57:54: Also sofort die Versorgungsberechtigkeit erhöhen.
00:57:57: Hast du da noch ein paar beispiele?
00:58:00: Also ich glaube für mich ist das eine insgesamt Frage, die letztendlich so ganz groß ist an unsere Gesellschaft.
00:58:04: Wie kann man auch so die einzelnen nicht nur davon überzeugen zur Vorsorge zu gehen sondern davon zu überzeugen auch dass dein nächster genauso wertvoll ist wie du und dass du nicht sozusagen deine Rassismen zum Beispiel auslebst?
00:58:19: Sondern dass wir alle uns als gegenseitig als Glieder einer Kette oder als Teil eines großen Ganzen begreifen wo jeder Menschen seinen wertvollen Beitrag leisten kann.
00:58:31: Und dazu gehört natürlich auch, den Wertvollen Beitrag sozusagen einzubringen zu entdecken, entfalten zu können und so weiter.
00:58:38: also von daher glaube ich ist es natürlich vielleicht der Berufsverbände auch und der Fachgesellschaften unter Medizinstruktur und des Gesundheits und das Gesundheitswesens an sich dort eben Strukturen zu schaffen die die Patientinnen möglichst gut erreichen und ihnen die Möglichkeit geben, dann auch die Gesundheitsmaßnahmen für sich umzusetzen.
00:59:04: Und da gibt es glaube ich noch viel mehr Möglichkeiten als das was wir tun.
00:59:08: Ich finde auch dass in der Schule einen Fach bräuchten für Gesundheit oder Körperbewusstsein oder dass wir dann besser verstehen mit unseren Körpern umzugehen.
00:59:17: Das ist nicht wichtiger als weiß ich nicht die zehnte chemische Formel.
00:59:20: Ich sehe, dass Körperbewusstsein und Gesundheits erleben auch ein wichtiger Aspekt ist.
00:59:31: Und immer wichtiger und auch ökonomisch wichtig gesellschaftlich individuell.
00:59:40: Wenn jetzt Menschen die im Gesundheitswesen arbeiten uns zuhören Wir sind noch mal vielleicht zurückzukommen auf deine Klinik, wo wir ja gerade hier auch sitzen.
00:59:55: Kannst du irgendwas sagen?
00:59:58: Ob ihr irgendetwas in einem Detail, Ablaufdetail oder so in deinem Klinikal-Tag was dir umgesetzt habt, wo du sagst war das hat auch so... Miteinander auch im Personal und auch diese Abläufe, dass wir uns nicht mehr mit neunzig Dezibel anschreien oder so.
01:00:14: Das hat das hat total geholfen.
01:00:16: Wichtig zum Tool oder so.
01:00:18: wo du sagst war es ist das ist was vielleicht bringt dir das mal einen euren Kontexten in den ihr arbeitet.
01:00:25: Ich finde ein super Tool ist Feedback, eine Feedbackstruktur zu schaffen.
01:00:30: Also erstmal die Möglichkeit Feedback geben zu dürfen.
01:00:33: Das ist auch nicht selbstverständlich sozusagen weil Feedback hat ja das Potenzial auch die Wahrheit auf den Tisch zu bringen und dass es sehr potenziell schmerzhaft vielleicht.
01:00:41: Mein Vorgesetzter der diese in Neunzig-Dizibel immer zum Beispiel uns alle angeschrien hat und auch die anderen Oberärzte damals Der hat dann mal so einen dreihundertsechzig Grad Feedback gemacht.
01:00:49: Kennst du das?
01:00:50: Also, wo man so drehundessächsig grad?
01:00:51: also werden alle Mitarbeitenden befragt zu dem zu der Führungsperson oder überhaupt zu allen.
01:00:57: so und jedenfalls eine Befragung zu seiner Führungspersonen.
01:01:01: Und dann kam Rausschulnote fünf und er war total beleidigt.
01:01:05: und ich dachte so hell merkt ihr das eigentlich nicht wenn der schreit uns die ganze Zeit an wie kann er denn beleidig sein als ist doch klar dass es irgendwie nicht so prickelnd ankommt.
01:01:15: Aber hochgrad hat es monatelang dann nicht mehr geschrien, sondern einfach geschwiegen und uns mit Hass überzogen.
01:01:22: Und bis er sich einigermaßen wieder eingekriegt hat... Aber also Feedback Kultur oder eine Struktur schaffen, wo die Menschen begreifen sie können Feedback geben und ihre Perspektive einbringen.
01:01:32: Und die wird dann eingeflochten oder von der Allgemeinheit von dem Team als sozusagen hintergefragt und geguckt ob das jetzt relevant ist und mit eingebaut würden in die Teamkultur?
01:01:44: Also sowas Aber auch natürlich Gespräche und jegliches immer sich so fragen, wie wollen wir es denn jetzt haben?
01:01:52: Wir sitzen in diesem Boot zusammen.
01:01:55: Und dann können wir das gemeinsam gestalten und formen.
01:02:01: Auch nochmal Stichwort Prävention.
01:02:07: Wo Deutschland sehr schlecht abschneidet im europäischen Vergleich.
01:02:14: Total wichtig ist so was zum Beispiel in der Schule oder in der Jugendarbeit, also wieder Thema Kirche
01:02:20: z.B.,
01:02:22: da auch mehr Awareness zu schaffen und auch Präventionsarbeit zu machen indem man auch Informationen so weitergibt dass man vielleicht auch... Also weil du arbeitest hier in der Klinik?
01:02:37: In der Regel sind die Leute die hier hinkommen Und wie kann man so was dann auch verhindern?
01:02:45: Was würdest du sagen, wären da auch sinnvolle Maßnahmen zum Beispiel.
01:02:52: Ob es jetzt zum Thema Zyklus ist aber auch zum Thema Consent und wie ich... wie ich als Patientin dann auch auftreten kann mit medizinischem Personal oder eben auch diese vielen Bereiche, gerade auch zum Beispiel in der Frauenmedizin wo es so viele Mythen gibt.
01:03:17: Was würdest du sagen?
01:03:18: Was wäre da sinnvoll in diesen Bereichen, gerade im Bereich Jugend, grade im Bereich Schule?
01:03:26: Ich glaube, wenn wir Scham ist ein Tuch was über allen möglichen Dingen liegt.
01:03:33: Über Sexualität aber auch über Körper und über Körperfunktion und so.
01:03:38: Und Schams was hinterlich ist.
01:03:39: irgendwie hat die Evolution ja Scham gemacht damit wir nicht irgendwie so übertreiben glaub ich oder irgendwie so ein Blockmechanismus.
01:03:45: Aber Charme ist eigentlich schwierig und deswegen finde ich, Charme gehört da nicht hin in dieser Aufklärungsmentalität.
01:03:54: Wir sollten da versuchen, Charm befreit über alle möglichen Dinge zu sprechen zum Beispiel über das Jungfernhäutchen aber auch über Sexualität für Hütung Schwangerschaft und Menopause und so weniger Charmen und je mehr wir darüber sprechen.
01:04:07: Das ist natürlich auch so wenn Frauen Entscheidungsfunktionen in dieser Gesellschaft sitzen, dann werden sie automatisch darüber sprechen.
01:04:15: Sie werden natürlich dann irgendwie sagen, ich bin schwanger, mir ist übel oder ich bin in der Periminopause und heute habe ich Hitzewallungen und irgendwie schlecht
01:04:26: geschlafen.".
01:04:27: Und dann werden wir deren Perspektive als normal erleben und normalisieren.
01:04:32: Dann auch nicht mehr so als irgendwas Spektakuläres, sondern es ist was ganz normaler Teil unserer Gesellschaft, wie das halt alles ist.
01:04:38: Und dann können wir damit eben auch endstigmatisiert umgehen und uns dann Strukturen schaffen, wo wir eben gut leben können.
01:04:47: Wenn ich zu Ärztin gehe habe ich ja gerade schon erzählt, was ich zum Teil erlebe und auch nicht so schöne Erfahrungen mache.
01:04:55: Ich gehe zum Beispiel selbst, wenn ich krank bin.
01:04:58: Gehe ich jetzt nicht in der Jogginghose zum Arzt sondern als Ärztin überlege ich mir gut was ich anziehe.
01:05:04: Dass ich mich trotzdem vielleicht noch schminke damit auch anders ankomme.
01:05:09: Wenn ich im Wartezimmer mit meinem Kind sitze dann lege ich viel Wert darauf dass ich selber nicht aufs Handy gucke Auch wenn andere Eltern vielleicht machen und ich das auch mache Bewerten will, aber um selber auch besser in Anführungsstrichen wahrgenommen zu werden.
01:05:27: Nämlich dann Bilderbuch und lesen beim Kind das vor und so.
01:05:29: Und damit ich direkt einen ersten guten Eindrucken mache, damit medizinisches Personal gleich sieht.
01:05:35: Aha!
01:05:36: Das ist eine Mutter die liest ein Buch vor und die guckt nicht aus Handy.
01:05:39: Die sieht ordentlich aus und so und so... Also es gibt so ein Check den Ich mache bevor ich zur Ärztin gehe Und jetzt habe ich mir auch angewürnt noch dazu, dass ich zum Beispiel bei TedGBT auch Sachen eingebe.
01:05:58: Was kann ich dann fragen wenn ich irgendwie dieses und dieses anlegen habe?
01:06:02: Weswegen ich zur Ärztin gehe?
01:06:05: was kann ich fragen worauf soll ich achten?
01:06:07: und so Wenn du das hörst findest du das Gut so, also dass wir das nicht gut finden.
01:06:17: Das meine ich gar nicht.
01:06:18: aber würdest du sagen ja das ist eine... jetzt auch gerade so mit Chatchivity das ist ne Vorbereitung die würdest Du auch empfehlen auf wenn es schade ist.
01:06:32: Oder gibt es auch, wenn Menschen jetzt hier zuhören und auch nicht wissen auf wen sie da so treffen.
01:06:37: Und so unterschiedlich positioniert sind in unserer Gesellschaft?
01:06:40: Gibt es da so Vorbereitungstools die ich als Patientin machen könnte bevor ich gerade so Gesprächen oder zu Terminen gehen kann, die vielleicht auch unangenehm sind?
01:06:53: Das Scham ist ja gerade nochmal das Thema Scham angesprochen.
01:06:59: starkes Gefühl ist, was auch Menschen total in ... ja.
01:07:04: Auch in so einer Handlungsunfähigkeit oder in so eine starre Führung, wo ich dann vielleicht auch hinterher denke, hab' ich mich jetzt nicht getraut zu fragen?
01:07:12: Ich denk da immer so, weißt du, wie ich gerade ... Weiß ich nicht, ich muss doch schon mal zum Proktologen, sag's jetzt einfach mal hier ne!
01:07:20: Und das war echt so, wo wir selber einen Mantra vorgehalten haben Sarah, der macht das jeden Tag.
01:07:29: Das hat mir dann schon ein bisschen geholfen, dass ich so dachte ... Es ist für den nicht so special wie für dich.
01:07:37: Ja,
01:07:40: also Ärzte erzielen sollten schon auch in der Kommunikation verstehen wer da bei ihnen ist und sozusagen nicht solche Mechanismen benötigen um eben ein intensives empathisches Gespräch hervorzurufen.
01:07:54: aber offensichtlich hast du ja in der Vergangenheit gelernt dass diese Mechanismus sich dann vielleicht weniger diskriminieren oder weiter bringen wie auch immer.
01:08:03: Und das ist natürlich am Ende des Tages schade, weil es spiegelt halt irgendwie eine Art von Versagen wieder der Medizinstruktur die's nicht geschafft hat dir begreiflich zu machen dass du auch wenn du aufs Handy guckst.
01:08:15: Natürlich das Recht und hast dass man dir dort stark begegnet und dir ja mit dir kommuniziert egal ob du auf den Kurs oder nicht.
01:08:27: also krass dass das da wünsche ich mir vom Medizinsystem, dass es das Besserschaft und nicht solche diskriminierenden Situationen hervorruft.
01:08:38: Du bist auch Podcasterin?
01:08:41: Ja!
01:08:42: Es
01:08:42: gibt einen Podcast der Gündcast.
01:08:46: was erwartet höher in diesem Podcast oder warum wird er denn gestartet?
01:08:53: Was erzählt
01:08:53: ihr?
01:08:54: Den Podcast haben wir gestartet vor sechs Jahren und jetzt mit dem Taggespiegel zusammen in Berlin.
01:08:59: Und jetzt läuft er mit Esther Kogelbum, einer Journalistin aus dem Tagespiegel.
01:09:04: Wir beide gemeinsam im Moment haben so ein Konzept, dass wir mehr Gäste einladen und dann über gewisse Themen sprechen.
01:09:10: Eigentlich wollten wir nur ein paar Sendungen machen und irgendwie ein bisschen Patientinnen in Aufklärung und dachten, wir machen zehn Folgen und dann ist es los!
01:09:18: Dann kann ich das tägliche Alltag in der Klinik benutzen und es wäre super.
01:09:21: Und dann haben wir gemerkt jedes Thema was angeguckt haben, hatte so viel Potenzial und Aspekte.
01:09:27: Und war so verstaubt!
01:09:28: Wir haben auf jeden gynäkologischen Thema irgendwie fünf Zentimeter Staubschicht gefunden die wir dann immer erst mal weg pusten mussten.
01:09:37: So sind wir noch nicht am Ende angekommen offensichtlich.
01:09:43: Beim Podcast geht es ja auch darum... Teil komplexe Themen zugänglich zu machen.
01:09:50: Und gerade in der Medizin ist es ja so, da gibt's viele Fachbegriffe sind sehr komplexes Zusammenhänge auch die ihr dann im Podcast versucht möglichst verständlich rüberzubringen.
01:10:02: was hast du da auch für dich als Medizinerin gelernt?
01:10:07: Wie wichtig es ist auch verständliche leichte Sprache auch im Umgang mit also Hörerinnen, aber auch in deinem Klinikalltag mit PatientInnen zu haben.
01:10:21: Also was ich wertvoll finde am Podcast und auch an den sozialen Medien ist, dass man direkt Kontakt zur Zielgruppe hat also zu den Menschen die Gönäkologie konsumieren sozusagen oder Gynäkologie benötigen und dass man mit denen in den Dialog gehen kann.
01:10:42: Was brauchen Sie?
01:10:43: Wie stellen sie sich das vor, welche Dinge haben Sie eigentlich durchdrungen und sind easy?
01:10:47: und welche brauchen Sie noch mal ein bisschen verständlicher erklärt oder näher gebracht?
01:10:52: Und das finde ich hat einen totalen Mehrwert auch in diesen Dialog zu gehen weil sonst sitze ich halt hier im Krankenhaus Und dann kommen Patientinnen zwar vorbei, aber erstens sind es Patienten sozusagen wenn sie schon krank geworden sind.
01:11:04: und natürlich noch ein Tick lieber würde ich mit Menschen über Gesundheit sprechen.
01:11:08: Und zweitens ist das ja auch nur ein kleines Kollektiv von Menschen.
01:11:13: Ich habe das Gefühl damit kann nicht mehr Menschen erreichen die wiederum ihre Meinung in mich rein infiltrieren können Und deren Meinung und deren Bedürfnisse ich dadurch transportieren kann.
01:11:25: Also, ich habe auch den Eindruck dass ich nicht natürlich alleine für mich unterwegs bin und das was ich so mache, dass es in meinem Kopf irgendwie entstanden ist alles sondern das ist eigentlich... Der Trichter von ganz vielen Menschen, die mir ihre Bedürfnisse und Wünsche für Medizin und unsere Gesellschaft und Gesundheit transportieren.
01:11:45: Und die formen sich dann in meinem Kopf zu Gedanken, die ich dann wiederum versuche in irgendwelchen Portionen weiterzugeben oder zu erklären oder unterzubringen.
01:11:55: letztendlich
01:11:56: Mendi, wir sind jetzt leider schon am Ende unseres Gesprächs angekommen.
01:12:00: Ich fand es wahnsinnig interessant dir zuzuhören zu den vielen Themen, zu der du Expertin bist und so viel zu sagen hast.
01:12:09: Und ich hätte noch ewig weiterwaffen können aber wir sind auch zeitlich begrenzt.
01:12:14: Es gibt eine Frage die wir all unseren Gästinnen am Ende des Podcast stellen egal ob sie mit Kirche was am Hut haben oder nicht.
01:12:23: Aber wir haben ja jetzt auch schon ein bisschen in unserem Gespräch über Kirche gesprochen und über die Funktion oder auch die Möglichkeiten, die Kirche hat.
01:12:33: Und deswegen stellen wir Sie die auch einfach – was ist dein Traum von Kirche?
01:12:38: Mein Traum vom Kirchen ist sozusagen eine Verbindung von allen Kirchen- oder Religionsgemeinschaften auf der Welt oder einer gegenseitigen Akzeptanz Und dann eine radikale Umsetzung von Nächstenliebe und Inklusion.
01:12:57: Im Rahmen der juristischen Möglichkeiten, sage ich mal die Umsetzung für allen Wünschen und Lebenskonzepten und Möglichkeiten, die in unterschiedlichen Gestalten in unserer Gesellschaft vorhanden sind und die wertfreie Begleitung.
01:13:14: Manny vielen lieben Dank.
01:13:15: Danke dass du uns hier im Krankenhaus empfangen hast.
01:13:19: Danke für dein großes Gönnbuch, das verlinken wir!
01:13:24: Wir verlinken auch dein neues Buch Don't Miss the Clitoris.
01:13:30: Vielleicht sprechen wir einfach nochmal darüber.
01:13:33: Das ist jetzt so der Cliffhanger... Es geht in einem ganzen Buch um die Clitoris.
01:13:39: Hast du uns vor Aufnahme gesagt?
01:13:42: Und wir verlinken das und sind gespannt darauf, und das wäre jetzt aber noch mal ein neues Thema.
01:13:50: Deswegen ist es jetzt nur... Ist es jetzt immer angerissen worden über
01:13:54: das Thema?
01:13:56: Tia wollte doch mal kurz über die Clitoris sprechen!
01:13:58: Ich wollte
01:13:59: mir sogar eingefallen, da könnten wir uns nochmal auf die Suche
01:14:02: gehen.
01:14:03: Genau, auch auf der Suche nach der Clitori.
01:14:07: Danach ist schon den Titel für die nächste Podcast-Post mit dir.
01:14:09: Vielen Dank!
01:14:11: Ja, einfach toll.
01:14:13: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
01:14:14: Danke für deine Arbeit.
01:14:15: ich glaube das ist wirklich ja... Das ist was viel verändert auf einem langen Weg und so sind wir gemeinsam unterwegs an unterschiedlichen Ecken der Gesellschaft und es schön verbunden zu sein.
01:14:27: Vielen dank.
01:14:28: War sehr schön mit euch beiden.
01:14:29: vielen Dank euch auch.
01:14:30: Danke euch fürs Zuhören bis zum nächsten Mal.
01:14:33: Tschüss!
01:14:34: Ciao.
01:14:37: Dies war ein Podcast der Vereinten Evangelischen Mission.
01:14:41: Wir hoffen, die heutige Folge hat dir gefallen und zum Weiterdenken und Nachfragen angeregt!
01:14:46: Falls ihr Fragen an uns habt oder uns Feedback geben
01:14:49: wollt freuen wir uns sehr darüber.
01:14:51: Schreibt uns auf Instagram oder ganz
01:14:53: klassisch per E-Mail an
01:14:54: podcast.vemission.org.
01:14:57: Weitere Informationen findet ihr auf www.rassismusundkirche.de.
01:15:03: Mit dem Podcast Wollen wir dazu beitragen, Kirche zu einem sichereren Ort zu machen?
01:15:08: Daher versuchen wir unterschiedliche
01:15:10: Perspektiven hörbar
01:15:11: zu machen und wissen gleichzeitig dass wir
01:15:14: nie alle Perspektive abbilden können.
01:15:16: Wenn ihr das für eine gute Idee haltet und uns darin unterstützen wollt schreibt über uns auf euren Social Media Kanälen oder lasst uns eine Bewertung bei Spotify oder iTunes
01:15:26: da!
01:15:27: Danke für eure Unterstützung fürs Reinhören und vor allem für all die
01:15:31: Menschen,
01:15:32: die dem Podcast inhaltlich und persönlich
01:15:34: mit Beiträgen bereichen.
01:15:36: Bis dahin!
01:15:37: Mit den besten Grüßen von der VAM aus Wuppertal.
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