Good Vibes Only? Radikale Freundlichkeit statt toxischer Positivität

Shownotes

Meldet euch! Insta: @stachelundherz / Mail: podcast@vemission.org

In dieser Folge von Stachel und Herz sprechen Sarah und Thea über ihre neue wöchentliche Podcast-Routine, den Austausch mit der Community über Instagram und E-Mail sowie die neue Rubrik „Stachelpost“. Im Mittelpunkt steht das Spannungsfeld zwischen toxischer Positivität und radikaler Freundlichkeit: Wann wird positives Denken hilfreich, und wann verhindert es, dass Schmerz, Wut oder Überforderung wirklich Raum bekommen? Sarah und Thea sprechen darüber, wie radikale Freundlichkeit als bewusste Praxis Verbindung schaffen, Konflikte entschärfen und auch im politischen Miteinander wirksam sein kann.

Hinweise:

Mit freundlicher Unterstützung vom YEET-Netzwerk

Transkript anzeigen

00:00:07: Hallo und herzlich willkommen bei Stacheln und Herz.

00:00:09: Schön, dass ihr da seid!

00:00:10: Hi Sarah!

00:00:11: Hallöchen Puppöchen!

00:00:17: Ach ja schön, freut mich.

00:00:19: Und jetzt?

00:00:21: Wöchentlich Leute.

00:00:22: Every Monday also wir nehmen runter auf und ihr bekommt das Mittwochs auf die Ohren.

00:00:30: Auf die Öhrchen, Puppörchen.

00:00:32: Das ist seit des Herzstück Nicht der Stachel in unserem Job.

00:00:36: Jedenfalls freuen wir uns sehr, dass wir jeden Montag hier zusammensitzen und so eine Routine haben.

00:00:43: Wir haben es ja beraten lassen.

00:00:47: Podcasts werden wöchentlich gehört.

00:00:49: Das merke ich auch an meinem Podcast verhalten.

00:00:52: Deswegen machen wir

00:00:54: da jetzt mit!

00:00:55: Genau, ja und da freuen wir uns drauf.

00:00:57: Und in diesem Zuge haben wir dann auch gleich unsere Instagram-Seite weil wir auch so ein bisschen den Community Charakter.

00:01:04: jetzt wo wir wöchentliche Freundinnen sind wie ihr und ihr müssen wir auch noch mal mehr eine Kommunikation miteinander haben.

00:01:11: also wenn wir euch jetzt wöcherlich zu brabbeln dann müsst ihr ja auch nochmal niederschwelligere Möglichkeiten haben um auch zurück zu brabbeln.

00:01:21: Aka, wir geben euch die Gelegenheit wenn ihr wollt uns Fragen zu stellen.

00:01:27: Indem Ihr unsere DMs slidet also dem Instagram Kanal Stachel und Herz folgt und dort uns eine Nachricht schreibt und Fragen loswerden könnt.

00:01:38: Manchmal machen das Leute schon per E-Mail oder direkt oder in den Kommentarspalten auf der Podcastplattform wo sie uns hören Und jetzt gibt es ja auch noch die Möglichkeit, das über unseren Instagram-Kanal zu machen.

00:01:52: Entweder kommentiert ihr unter den Reels oder ihr schickt uns eine DM?

00:01:56: Wir können das auch anonymisieren.

00:01:58: dann wenn das

00:02:00: natürlich

00:02:00: ist.

00:02:01: Ich krieg ja oft, kriege ich ja auch E-Mails bei Leuten, die mir dann was aus ihrer Community, aus ihrer Gemeinde, aus Gremien, aus Vorfällen auch irgendwas erzählen.

00:02:12: Meistens geht's ja ums Thema Rassismus kann und darf.

00:02:15: Und soll ich das jetzt ansprechen?

00:02:17: Wie, überhaupt

00:02:18: usw.?

00:02:19: Es muss aber bei den Sachen die ihr uns schreibt gar nicht um Rassismus gehen.

00:02:23: Das kann auch sowohl im Alltag.

00:02:25: vielleicht denkst du, das würde mich mal interessieren wie Tia und Sarah darüber denken.

00:02:29: Dann schickt uns das und dann besprechen wir das hier

00:02:33: in unserer neuen Rubrik Stachelpost!

00:02:40: Eine Überlegung war auch Beichtstuhl.

00:02:42: Fände ich auch cool, aber zum einen müssten wir da unsere katholischen Geschwister einmal fragen wie cool die das fänden.

00:02:49: und Beicht Stuhl hat auch so ein bisschen was von Schuld und Buse und so und da wollen wir eigentlich komplett weg.

00:02:55: Von daher es wäre irgendwie auch so'n bisschen popkulturell cool schon fast gewesen.

00:03:02: Beicht stuhl Also es ist ja auch so was wie manche Begrifflichkeiten, so kirchliche Begriffe.

00:03:06: Die werden ja in die popkulturelle Welt auch mischen.

00:03:11: Oder

00:03:12: hast du das Bild von dem Papst gesehen mit den Nikeys?

00:03:17: Der hat diese Turnschuhe unter seinem Talar an und das Internet ist...

00:03:21: explodiert.

00:03:22: Mhm, ja also genau aber wir haben es jetzt für Stachelpost entschieden.

00:03:27: und Stachel Post heißt aber auch dürfen uns auf Sprachnachrichten per Instagram schicken oder wenn das besser einfacher ist?

00:03:34: Wenn ihr

00:03:34: das möchtet?

00:03:35: Ja nehmen wir auch entgegen.

00:03:37: alles was ich sonst auf instagram auf mojo mir nicht so mag wenn fremde menschen mir sprach.

00:03:41: Nachrichten schicken ist bei stachelndherz erlaubt.

00:03:44: da dürft ihr alles alles schicken jegliche

00:03:46: vom brieftauben

00:03:48: Fotos, Telegrams.

00:03:50: Alles meldet euch bei uns und lasst es raus.

00:03:53: wenn ihr nicht auf Instagram seid geht natürlich auch ganz klassisch podcast at veemission.org.

00:04:00: das ist auch noch möglich.

00:04:01: darüber erreicht ihr uns auch.

00:04:02: wir sind sehr sehr gespannt.

00:04:03: nutzt das gerne.

00:04:04: wir freuen uns darauf und so werdet ihr teil unseres Podcasts, weil wöchentlich haben wir jetzt auch mehr Zeit und so mal über Dinge zu sprechen.

00:04:14: Über all die Themen und so.

00:04:15: Und ja ihr seht auch unser neues Coverbild?

00:04:18: Haben wir das schon erwähnt?

00:04:19: Ja!

00:04:20: Ja, haben wir es schon?

00:04:21: Achso nein, das gibt es aber schon.

00:04:23: Aber

00:04:23: ihr seet uns ja gerade wenn er hört.

00:04:25: also genau Nee, guck jetzt die ganze Zeit drauf.

00:04:31: Weil gegen Videopodcast muss ich auch noch mal sagen, da muss es gegen entschieden.

00:04:34: Ja

00:04:34: das ist... Das war auch

00:04:36: in der Beratung, ist das klar geworden?

00:04:39: Ich glaube viele mögen das schon aber wir wollen's einfach nicht.

00:04:42: Und ganz ehrlich, ich höre Podcast nur

00:04:47: weil

00:04:47: ich mache andere Sachen während ich höhe und natürlich kann ja nicht auf dem Bildschirm gucken und dabei Wäsche falten Ja, oder Autofahren.

00:04:56: Ich mache immer andere Sachen während ich irgendwas mache?

00:05:01: Ja gut!

00:05:02: Du machst auch andere Sachen, während du zum Beispiel in eine Netflix-Serie guckst...

00:05:06: ...oder empfehlen die dollsten Dinge bei mir raus.

00:05:08: Das ist bei

00:05:09: mir ja absolut.

00:05:10: also wenn ich was gucke dann gucke ich das.

00:05:12: Dann kann ich vielleicht nebenbei noch bügeln aber ich kann da nicht auf einen anderen Bildschirm noch gucken.

00:05:18: Na gut mein Gehirn funktioniert anders und das ist fantastisch so.

00:05:25: Die Gleichzeitigkeit der Dinge lebt sich bei mir auf unterschiedlichen Ebenen aus.

00:05:28: Ach so, Videopodcast

00:05:30: haben wir uns gegen entschieden?

00:05:35: Wir

00:05:38: leben ja auch in eurem Kopf und dann könnt ihr euch die Bilder selber fantasieren.

00:05:45: Und außerdem denke ich an die Leute, die wie ich Podcasts auf doppelter Geschwindigkeit hören.

00:05:53: Vielleicht komisch.

00:05:54: Also eure Sprachnachrichten höre ich mir auf anderthalbfacher Geschwindigkeit an, Julians manchmal auch zweifacher.

00:06:01: Aber Podcasts

00:06:03: außerdem werden...

00:06:04: Es ist verzerrt die Stimme so komisch?

00:06:06: Ich weiß

00:06:07: das nicht!

00:06:08: Das muss ich wirklich sagen, dass es ja anders als wenn ich ein Video schneide und dann oder bei Instagram Wheel Poster und das dann in schneller Geschwindigkeiten mache.

00:06:18: Aber das ist bei Podcast überhaupt nicht so.

00:06:20: Das bleibt aber

00:06:21: wirklich faszinierend,

00:06:22: dass was funktioniert.

00:06:23: Naja, jedenfalls würden bei Video Podcast Leute ja auch sehen dass ich auch andere Dinge mache während ich rede zum Beispiel schöne Bildchen um meinen Skript malen.

00:06:31: Das will ich halt eigentlich auch nicht so lange Rede kurzer Sinn kommen.

00:06:35: steigen wir doch direkt ein Tär Ich habe dir eine Frage mitgebracht weil wir sehen uns ja als wöchentlich und Wir kommen auch noch zum Stacheln und auch zum Thema aber vorher Können wir auf Dinger nochmal mehr eingehen?

00:06:45: Wir haben mehr Raum und so Und ich hab die schon am Freitag die frage gestellt und ich bin jetzt sehr gespannt auf deine antworten.

00:06:51: ich gehe davon aus das seit Freitag nicht mehr mit dieser Frage auseinandergesetzt hast.

00:06:55: Das nehme ich jetzt dein Blick.

00:06:58: Wir haben ja darüber geredet, dass ich im Urlaub Journaling wie gesagt habe gemacht hab und es heißt ja Journaling das was ich gemacht habe.

00:07:05: Tagebuch

00:07:05: schreiben?

00:07:06: Ja!

00:07:07: Und dann hatte ich aber auch so ein Buch was mich so ein bisschen angeleitet hat uns so darin.

00:07:11: wir haben am freitag darüber gesprochen ja

00:07:14: und dann habe ich dir gesagt wir steigen ein mit der frage Tär fünf Dinge die du am meisten an dir magst Und los!

00:07:21: Oh Gott, ist weh.

00:07:22: Da hast du gesoßt und freitag auch reagiert?

00:07:25: Am Freitag haben wir... Ja dann habe ich das verdrängt.

00:07:27: Wir haben heute Montag, ich meine letzten Freitage also sie hat ein Zeit dreiechze drüber gelaufen.

00:07:32: Ich hab das

00:07:32: sofort verdrinkt.

00:07:33: Ja weil

00:07:34: du gedacht hast, ich mache einen schlechten Scherz, weil du natürlich jetzt fängst dir an zu schreiben und sag jetzt was die fünf Dinge sind.

00:07:42: Los.

00:07:43: Ich glaube ich bin, ich bin freundlich, ich glaube ich kann gut zuhaaren.

00:07:50: Ich glaube, ich bin ziemlich witzig.

00:07:54: Manchmal unfreiwillig aber also ich kann Leute zum Lachen bringen.

00:07:59: Ich glaube...

00:08:00: Mach mal kurz!

00:08:03: Das

00:08:04: klappt sofort.

00:08:05: Selbst Julian lacht.

00:08:06: Hört ihr das?

00:08:06: Nein.

00:08:07: Julian lach immer sehr diskret.

00:08:09: Das waren jetzt schon drei Sachen richtig.

00:08:11: Also ich bin nett und freundlich.

00:08:14: Warte, weil du bist nett und du bist freundlig.

00:08:15: Nein, nein, es ist

00:08:16: eine Sache.

00:08:16: Ich bin... ich kann gut zuhören.

00:08:21: Ich bin witzig, ich bin anpassungsfähig und fünf Sachen ist voll viel.

00:08:35: Das ist schon gut!

00:08:37: Und?

00:08:37: Ich kann gut backen.

00:08:39: Oh ja!

00:08:40: Oh, fantastisch.

00:08:41: Du hast ja am Wochenende für mein Kind, was acht Jahre alt wurde eine Six-Seven-Torte gemacht.

00:08:46: Auf Wunsch des Kindes übrigens!

00:08:48: Ich hatte etwas ganz anderes vor und das Kind hat bestanden auf eines Six-Saven-Torten.

00:08:52: Ja... Und die habe ich dann auch gemacht?

00:08:53: Das hat sich so gut vorbereitet.

00:08:54: Ich hab mich voll reingesteigert.

00:08:55: Ja, und alle die sieben Achtjährigen auf dem Kindergeburtstag fanden es auch mega.

00:09:00: Weil

00:09:00: mein elfjähriges Kind meinte, dass Six Seven ist schon wieder ein bisschen out.

00:09:03: Ja mein zehnjähriges kind auch.

00:09:05: Die fand er peinlich aber in der zweiten Klasse Grundschule kommt's noch.

00:09:11: Das freut mich.

00:09:12: Ja, schön!

00:09:13: Und was sind fünf Sachen an dir die du magst?

00:09:16: Darauf habe ich mir jetzt tatsächlich nicht vorbereitet weil ich hab mich so auf dich konzentriert.

00:09:19: Also... Ich bin sehr flexibel und spontan.

00:09:27: Ich komme nie pünktlich.

00:09:30: Du musst

00:09:32: es nicht erklären das sind Sachen die du an dir gut

00:09:34: findest.

00:09:35: Nee, jetzt denken alle anderen Leute schon wieder boah das ist voll.

00:09:38: Das ist voll respektlos, so mit anderen Leuten Zeit umzugehen und so wenn man zu spät kommt.

00:09:42: Ist es ja auch zum

00:09:43: Teil... Es geht darum was du an dir gut findest nicht was andere Menschen denken.

00:09:47: Was du an Dir gut finde ich?

00:09:48: Ich finde

00:09:48: das jetzt doch nicht gut wenn ich so darüber rede.

00:09:50: Ajajaja!

00:09:51: Was finde ich an mir gut?

00:09:52: Also

00:09:52: da ist jetzt zwei Sachen genannt.

00:09:55: Flexibel?

00:09:56: Genau, flexibel..

00:09:57: Ist die zweite Sache die Unpünktlichkeit?

00:09:59: Moment mal, ich dachte das gehört jetzt noch nicht dazu.

00:10:02: Ich bin freundlich.

00:10:03: Freundlich ist Nummer Zwei?

00:10:06: Ich bin sehr empathisch.

00:10:17: Ich kann auch zwischendurch Kind sein.

00:10:21: Gestern zum Beispiel im Trampolin Park.

00:10:25: Noch finden es meine Kinder übrigens nicht peinlich, die findest toll!

00:10:29: Das kommt aber noch

00:10:30: bald und ich...

00:10:38: Das Fünfte ist das Schwierigste?

00:10:39: Ja Dinge, die ich am meisten an mir mag.

00:10:45: Ihr könnt ja jetzt mal laut mitdenken auch für euch.

00:10:48: Redet ruhig!

00:10:49: Wir tun so als ob wir euch hören.

00:10:50: Ach das ist sehr interessant.

00:10:51: Das findest du toll an dir?

00:10:52: Wow!

00:10:53: Ist das ja stark!

00:10:55: Oh das richtig schön dass du das sagen kannst.

00:10:57: Ja... So ähm... Die Ich An Mir Mag.

00:11:01: Ich Bin.. Ich mag... Ich Lache... Ich mag lachen mit mir.

00:11:11: Du magst lachen Mit

00:11:13: Dir.

00:11:13: Nee ich mag ich.... Ich mag an mir, dass ich aus vollem Herzen...

00:11:17: Das du gut und gerne lachst.

00:11:19: Ja.

00:11:19: Gut?

00:11:20: Schön!

00:11:20: Schön Sachen.

00:11:21: haben wir das auch geschafft meine Güten.

00:11:23: Hätten wir das auf eine schwere Geburt.

00:11:24: Gut

00:11:24: dann können wir jetzt zu ärzteren Dingen im Leben kommen.

00:11:28: zum Stachel

00:11:31: Der Stachel der Woche.

00:11:34: Bevor ich jetzt den Stachel sage ist mir total wichtig zu sagen Dass es sehr viele Fahrpersonen gibt die ganz fantastische Konfi Arbeit leisten Und dass ich immer wieder beeindruckt bin über Konfi-Arbeit und neue Idee, neue Konzepte.

00:11:54: Konfi Gottesdienste heutzutage weil meine Konfi Zeit wirklich herausfordernd war sagen wir mal so.

00:12:05: Ich kann mich an meinen Konfi Unterricht nicht mehr erinnern.

00:12:09: Ich glaube der war so langweilig.

00:12:11: Bist du ein Indonesienkompromittor?

00:12:13: Aber mein, ich hatte deutschsprachigen Konfi Unterricht bei einem deutschen Fahrer der Deutschen Gemeinde.

00:12:19: Jetzt googelt bitte nicht wer ... Ihr wisst nicht wann ich in Indonesien war.

00:12:23: Wer in Jakarta bei der Deutsch-Deutschen Gemeinde?

00:12:27: Das klingt alles!

00:12:29: Das klingt alles!

00:12:30: Also ich wurde im Dorf meiner Mutter in einer indonesischen Kirche in einem indonesischem Konformationsgottesdienst konfirmiert aber den Konfi unterricht hatte In der deutschen Gemeinde.

00:12:42: Weißt

00:12:43: du noch, was für Themen du da?

00:12:44: In der Deutschen Gemeinde von einem deutschen EKD-Fahrer...

00:12:48: Also ich kann mich wirklich nicht an den Konfiunterricht erinnern.

00:12:50: Ich kann mich an ihn erinneren weil er war auch unser Religionslehrer in der Schule.

00:12:54: Ich war ja an einer deutschen internationalen Schule und

00:13:00: krass!

00:13:00: Also ich bin auf jeden Fall sehr begeistert von vielen Fahrpersonen die richtig viel reinstecken und ganz tolle Arbeiten machen.

00:13:11: Dennoch ist mein Stachel ein Konfirmationsgottesdienst, den ich besucht habe.

00:13:17: Aber auch da muss ich sagen... Ich kann gar nicht so viel zu dem Gottesdienst sagen weil ich einfach nicht viel gehört habe von der Gottesdienste.

00:13:24: Weil ich saße oben auf der Empore und wir sind zu spät gekommen.

00:13:30: Natürlich!

00:13:31: Ich hatte das pünktliche Kommen auch nicht eingeplant?

00:13:34: Weil du

00:13:36: davon ausgehst, dass du nicht pünftig

00:13:37: bist?!

00:13:38: Nee, weil ich auch gar keine Lust vorhin schon hatte, anderthalb Stunden die Kinder stillzukriegen in einem Gottesdienst indem sie dann anderthals Stunden ruhig sitzen müssen.

00:13:48: Das heißt wenn ich zu spät komme sind schon mal nicht anderthalf Stunden sondern durchaus weniger Zeit.

00:13:54: Also das war eingeplant und ich wusste auch, wie die Kirche aussah.

00:13:58: Und wusste dass wir unauffällig nach oben auf die Impore kommen.

00:14:02: Und es war auch bei der Family vorher so angekündigt.

00:14:04: Wir sitzen auf der Empore und deswegen hat uns niemand vermisst.

00:14:08: Es rechnet von meiner Family ja auch niemand, dass ich jetzt eine Viertelstunde vom Gottesdienst da bin oder sowieso nicht.

00:14:15: Vermutlich haben sie auch gedacht und denken immer noch – Ich habe sie auch im Glauben gelassen -, dass wir zwei bis drei Minuten zu spät kamen.

00:14:23: Es war schon ein bisschen mehr.

00:14:26: Wir haben noch alles mitgekriegt und dann saß ich halt auf der Impore, saßen wir letzte Reihe.

00:14:34: das heißt man hat alles gut mitbekommen konnte gut beobachten die Menschen die so im Gottesdienst waren und vom Gottesdienste hat man akustisch leider fast nix verstanden.

00:14:48: Aber interessant war einfach, die Menschen zu beobachten.

00:14:50: Deswegen kann ich jetzt auch gar nicht so viel von dem Gottesdienst sagen und darüber darum geht es mir auch gar nichts.

00:14:55: Mir ging es darum um das generelle Konstrukt Gottesdienste.

00:15:01: Und dann war das wirklich superinteressant.

00:15:03: wer saß da oben?

00:15:04: Da oben saßen jetzt Menschen, die alle glaube ich eher so zu denen gehören, die nicht häufig in ein Gottesdiens gehen Aber schon mal gehört haben oder auch aus eigener Kindheitserfahrung, warum auch immer eine Meinung oder eine Haltung dazu haben wie man sich anzieht.

00:15:25: Wie man sich verhält was man nicht darf und so.

00:15:29: ja.

00:15:29: also da saßen Leute die waren dann auch gestresst weil sie sich gegenseitig darin ermahnt haben ruhig zu sein auch Kinder dann, aber auch sich unter Erwachsenen die so ein bisschen verkleidet auch wirken.

00:15:43: So weil sie eine Idee davon hatten wie man sich anzieht A zu einer Konfirmation Aber B auch glaube ich in so ner Kirche und was man dort darf und das man da nicht darf.

00:15:52: Und da saßen so all diese die eben sich die nicht zu dem großen Wir in der Kirche gehören.

00:15:59: Da waren zum Beispiel zwei Männer voll tätowiert und auch so ein bisschen, die hatten Kleidung an glaube ich.

00:16:06: Die haben sie sich nur in dem Tag angezogen fühlten sich glaube ich auch nicht sowohl.

00:16:11: Hätten sich eine andere Kleidungen wohler gefühlt oder das entspricht vielleicht eher ihrem Alltags Outfit?

00:16:15: Und die sind dann alle zehn Minuten rausgegangen rauchen und kamen da wieder rein.

00:16:19: Das fand ich schon wieder cool dass Sie sich das so getraut haben.

00:16:22: Es hat niemand da oben wirklich zugehört glaube ich also erst mal was akustisch schwierig.

00:16:28: Aber auch die, die weiter vorne saßen oben konnten nicht so gut zuhören und haben sich wenig dafür interessiert.

00:16:34: Und ich habe mich einfach gefragt... Ja, dieses ganze Konstrukt Gottesdienst und dann auch.

00:16:40: Dann muss man ja auch als Family in Trends, wenn man eingeladen ist zur Konfirmation zu diesen Gottesdiensten gehen kann es nicht nur zu der Feier gehen manche machen das auch aber Es gehört sich irgendwie schon so.

00:16:51: und da dachte ich nur mal so Ich saß da so und habe echt viel darüber nachgedacht und musste auch an einen Post denken über Neure Divergenz und Gottesdiente von Schwester Förster auf Instagram bei Brot und Liebe haben die das wir verlinken euch dass einen ganz tollen Poster zu gemacht.

00:17:09: Und ja, dachte irgendwie nochmal wen sprechen wir eigentlich mit unseren Gottesdiensten an?

00:17:13: Wen nicht?

00:17:15: Nun kann man natürlich auch nicht ein Gottesdienst ändern.

00:17:18: Mir ist das schon klar dass es eine große strukturelles Problem ist.

00:17:21: und auch was für ein Bild von Kirche usw.

00:17:24: Und auch tiefsitzende Sozialisation von Menschen die dann ja auch mit rein spielt.

00:17:28: Das können wir jetzt keine eigenen Eine Kirchengemeinde sowieso nicht ändern, aber es war einfach sehr interessant das zu beobachten.

00:17:34: Du warst ja auch gestern in einem Gottesdienst?

00:17:35: Ja ich war nicht auf einer Konformation sondern es war die Taufe von einem vierzehnjährigen.

00:17:43: dann ist man nämlich religiös mündig und darf das selbst entscheiden dass man getauft werden möchte.

00:17:52: Und da ist es mir auch noch mal aufgefallen.

00:17:55: also Ich war in Hamburg Es war bei meiner Familie dort Die Nordkirche ist ja ein bisschen lutterischer als das, was wir hier so kennen.

00:18:04: Ich mag ja, dass Bischöf in diesen geweißen Kragen... Das finde ich richtig schick!

00:18:11: Es hat sicherlich auch patriarchale Hintergründe, die bestimmt sind

00:18:15: und das muss ich auch sagen, ich bin ja halb-lutterisch reformiert.

00:18:24: Und ich muss schon sagen, auch wie ich aufgewachsen bin.

00:18:28: Meine Eltern sind beide Fahrpersonen ist das schon eine liturgische Tradition in der ich groß geworden bin und in der mich sehr wohl fühle.

00:18:37: aber sie ist glaube ich schon recht speziell vor allem für Leute die eben nicht so kirchlich sozialisiert sind oder die das halt nicht kennen.

00:18:46: und es waren zwei Taufen in diesem Gottesdienst.

00:18:49: also ein Baby wurde getauft Und das Kind aus unserer Familie und ... Das

00:18:59: sagen niemals zu vierzehnjährigen Kind.

00:19:01: Ist man mit vierzehnt kein Kind mehr?

00:19:03: Frag mal, vierzehmärige, ob die sich als Kind definieren.

00:19:06: Ein

00:19:06: Teenager!

00:19:07: Ein Teenag... Ein Teenage wurde getauft und ein Baby.

00:19:13: Und deswegen waren auch, weil es eben Taufe waren, waren auch glaube ich viele Leute da, die sonst so ähnlich wie von dem was du erzählt hast, die nicht regelmäßig in Gottesdienst gehen.

00:19:24: Und obwohl ich mich sehr wohl gefühlt habe, darüber haben wir auch schon mal gesprochen, liturgisch eher konservativ – nur liturgische übrigens!

00:19:34: Ich mag dieses luterische, was halt so ein bisschen mehr mit Ein bisschen mehr so mit Symbolik arbeitet und ein bisschen mehr.

00:19:42: Also nach dem Gottesdienst war halt Tauverinnerung, dann konnte man auch vorne gehen und dann wurde einem mit dem Taufwasser einen Kreuz in die Hand-Innenfläche gemalt.

00:19:52: Und ich fand das ... also ich mag so ... Ich mag Symbolic!

00:19:56: Ich mag das, wenn es ein bisschen mehr

00:19:59: Drama hat.

00:19:59: Singen die Fahrperson dann auf?

00:20:01: Häufig aber in diesem Fall nicht.

00:20:03: Weil das finde ich manchmal... Da ist für mich eine Grenze erreicht weil das sehr selten gut klingt

00:20:09: Ja aber ich mag das voll.

00:20:11: Also für mich muss wirklich sagen desto katholischer desto besser.

00:20:18: Je katholisch adjacent desto besser finde ich.

00:20:20: Aber das ist mir halt gestern nochmal aufgefallen Das ist wirklich meine persönliche Präferenz, das hat mit meiner Sozialisierung zu tun.

00:20:31: Und ich habe mir nämlich auch diese Frage gestellt wie zugänglich ist das jetzt für Menschen die da nicht so Erfahrung haben oder die vielleicht ja, die das nicht so kennen?

00:20:45: und das dachte ich halt vor allem weil ich fand die Pfarrerin hat das super gemacht gestern.

00:20:50: Ich fand sie sehr einladend Sie Das glaube ich auch so auf dem Schirm gehabt, dass da Leute sind die sonst nicht in den Gottesdienst kommen.

00:21:00: Und ich fand sie hat das toll gemacht.

00:21:01: aber trotzdem denke ich es ist eine etwas befremdliche Situation und eine befremde Erfahrung für Leute, die das nicht so kennen.

00:21:10: Ich glaube aber trotzdem, dass das zum Beispiel bei mir war das so, ich bin nicht loterisch sozialisiert Uniert nennt man das bei uns im Rheinland.

00:21:19: Das ist so alles und nix.

00:21:22: Mischmasch, aber keiner weiß so richtig was es ist.

00:21:25: Doch natürlich weiß ich das!

00:21:26: Ich hab das studiert, aber darum geht's jetzt nicht so.

00:21:29: Ich wollte nur noch mal kurz hier reinwerfen... ganz ungebildet bin.

00:21:33: Das muss ich ja auch manchmal noch mal den Leuten sagen,

00:21:36: weil sonst denken die Leute auch.

00:21:38: Ja, denken die leute auch.

00:21:39: Was?

00:21:39: Die musst du doch wissen!

00:21:40: Ich weiß es so aber darum geht's jetzt nicht.

00:21:43: Ich war dann ja im freiwilligen Jahr nach dem Abi für ein Jahr in Tanzania in der evangelisch-lutterischen Kirche von Tanzania und da war ich ja auf einem ersten Gott.

00:21:51: Ich kam samstags an und dann war ich sonders am Gottesdienst und sowas kannte ich tatsächlich nicht.

00:21:56: Also luterische Gottesdienste waren mir Aber ich wusste nicht, dass so evangelische Kirche auch sein kann.

00:22:02: Und du als

00:22:02: Deutsche kommst aus Luthers Heimatland?

00:22:05: Genau und wussten nicht was mir da geschieht weil ich plötzlich dachte, bin ich hier falsch gelernt.

00:22:09: Ich bin bei den Katholiken.

00:22:10: Ich war noch eigentlich mit der evangelischen Motion ausgereist.

00:22:14: Ich habe ja in England gelebt und war irgendwann mal Sonntags in einem Gottesdienst wo ich mir absolut das als Halblutteranerin Wo ich absolut dachte, ich bin hier in der Katholische.

00:22:25: Und da war ich nicht nur in der Anglican Church, also nicht nur Church of England, sondern es war High Anglicans.

00:22:30: Also noch mal richtig, richtig... Da fehlte eigentlich nur noch Weihrauch!

00:22:35: Ich fand's herrlich.

00:22:36: Weih rauch mag ich ja schon wieder.

00:22:37: Naja jedenfalls was ich aber interessant fand, war dann das mit mir gemacht hat denn über die Zeit?

00:22:45: Es war zuerst ein Schock.

00:22:47: Also der eigentliche Kulturschock in mir war das, was deutschlutterisch war.

00:22:56: Interessant fand ich aber dass sich das so zu schätzen gelernt habe weil es auch sowas und da glaube ich nämlich, dass das gar nicht so für Außenstehende nur abschreckend ist, weil es hat sowas Heiliges also auch dass die Leute erst mal am Anfang so wir haben immer Gottesgegenwärtig aufs Heiligesong Weil man singt da alle deutschen Egeli aus dem evangelischen Gesangbuch einfach auf Swahili, weil Kolonialzeit und so.

00:23:22: Und interessant fand ich da aber auch, sodass da so eine Erfurchte und sowas Heiliges auch.

00:23:29: Sodass man sich auch zum Gebet habe ich übrigens auch mal... Ich war mal in Niedersachsen und haben ein Gottesdienst mitgemacht für eine Freundin und so.

00:23:36: und dann hab' ich mich beim Gebet.

00:23:38: Habe ich Gott den Rücken zugewendet?

00:23:40: Das macht man ja nicht!

00:23:42: Also, aber ja.

00:23:43: So jedenfalls.

00:23:43: Aber fand ich das eben auch in Tansania so krass, ne?

00:23:46: Dass du dann ... Du wendest der Gemeinde den Rücken zu und betest halt...

00:23:50: Mit der Gemende!

00:23:51: Mit der gemeinde genau.

00:23:52: Und dass hat schon alles was.

00:23:53: Und ich glaube, dass genau dieses auch gerade vielleicht auch Menschen die so auf spirituell auf der Suche sind, vielleicht doch auch anspricht Wenn das nicht in unserer Kirche auch mit so einem exklusiven Beigeschmeckle daherkommen würde.

00:24:11: Denn das ist was ich halt in diesem Gottesdienst so häufig dachte, es ist nicht so inklusiv auf vielerlei Hinsicht ob das jetzt klassistisch oder abelistisch ist Neurodivergent unfreundlich was ja auch eine Form von Abelismus sein kann und manchmal definiert wird also in vieler la Hinsichte einfach sehr macht unsensibel ist.

00:24:39: und das ja.

00:24:41: Und ich glaube, wenn das nicht wäre dann könnte es auch gerade spirituell suchenden Menschen dieses Lutherische ehrfürchtig Heiligen nenne ich jetzt mal auch sehr ansprechend sein.

00:24:54: Okay also ich finde sie ja sehr ansprechen und ich frage mich halt.

00:24:58: häufig hat das mit meiner Sozialisierung zu tun weil dass sowas Vertrautes, es hat mit Kindheit zu tun.

00:25:06: Ich fühle mich dann immer sehr gut aufgehoben und ich mag das.

00:25:10: Und ich frage mich immer ist das sozusagen dieser Vibe von Kirche?

00:25:15: Und jetzt sind wir hier in diesem Setting und hier sind diese Abläufe und sie sind so oder ist das einfach... Ist das was Persönliches von mir?

00:25:26: Ja wahrscheinlich so eine Mischung.

00:25:27: aber Ich frage mich eben in dem Gottesdienst auch gefragt, ob Menschen die so spirituell auf der Suche sind und da gibt es ja sehr viele auch in unserer Gesellschaft.

00:25:37: Und es gibt ja viele spirituelle Angebote auch nicht kirchliche Angebote, nicht institutionalisierte Angebote ,die sehr großen Anklang finden in unserer gesellschaft.

00:25:47: Da gibt's ja viele Menschen auch in der Kirche, die sich damit beschäftigen Und da auch ganz tolle Sachen auch anbieten und neues entstehen.

00:25:57: Das finde ich einfach richtig, richtig schön!

00:26:00: Und ja das möchte ich an dieser Stelle auf jeden Fall sehr würdigen... ...und das war jetzt einfach nur so eine Beobachtung die ich mal reinbringen wollte.

00:26:09: Kommen wir zum Thema?

00:26:12: Jetzt wird es positiv!

00:26:15: Richtig!

00:26:16: Positive Wipes Only!

00:26:17: Nicht Good Wipes only!

00:26:19: Genau, dass ist eigentlich das Motto über das ich sprechen wollte, wir haben am Freitag telefoniert und haben sie überlegt was wir gerne so einbringen würden.

00:26:29: Und da haben wir gemerkt dass auf unseren Listen zwei Themen sind die eigentlich ganz gut zusammen passen weil sie auf dem ersten Blick wie gegensätzlich wirken.

00:26:40: Und du möchtest ja schon sehr, sehr lange darüber sprechen.

00:26:43: Ja!

00:26:44: Wir haben ja so Jahresplanungen mal versucht

00:26:48: und wir wollen schon ganz

00:26:49: lange... Ich wollte schon ganz, ganz lange über Toxic Positivity sprechen.

00:26:55: Toxische

00:26:56: Positivität?

00:26:57: Ist Positivotät ein deutsches Wort?

00:26:59: Ich glaube ja.

00:27:00: Oder ich glaube ihr könnt euch vorstellen was damit gemeint ist.

00:27:06: Es beschreibt sozusagen eine Haltung, wenn Leute sagen ich versuche zu vermitteln das positives Denken der jetzt helfen könnte.

00:27:22: Also ist ne Form von positiver Sprache die erst mal nett klingt aber und dass es mein Problem damit manchmal dazu führen kann Unangenehme Gefühle wie Trauerwut, Angst über Forderung weggeredet werden.

00:27:38: Kein Platz haben und es kann halt eben zuführen dass Menschen sich mit ihren Gefühlen einsamer fühlen weil sie nicht validiert werden.

00:27:50: also du hast eben schon good vibes only genannt so als Satz Das hört man ganz oft zu dieses, wir wollen jetzt nicht über unangenehmes sprechen oder es denken oder es führen.

00:28:03: Sondern es klingt auch im ersten Moment nett kann aber auch beschämen und isolieren.

00:28:09: ich glaube Es grundet vor allem in einer bestimmten Hilflosigkeit.

00:28:17: auch Ich weiß jetzt nicht wie ich damit umgehen soll dass das dir zum Beispiel nicht so gut geht Und versuche dann jetzt etwas Positives zu sagen, damit es uns beiden besser geht.

00:28:27: Vor allem aber eigentlich vielleicht eher mir und ich hoffe dass es dir dann auch eben besser geht weil da weil ich das nicht so gut aushalten kann Dass es dir jetzt nicht sogut geht und ich kenne das wir haben ja vorhin auch schon Entschuldigung sagt man

00:28:41: Aber ich weiß nicht ob das.

00:28:45: Also das gibt es ja auch auf T-Shirts, auf Tassen, auf Bilder und du kannst das ja also überall.

00:28:51: Es gibt irgendwie viele Produkte auch Und tatsächlich muss ich sagen finde ich das gar nicht so schlecht Solange ist eben nicht dazu dient.

00:29:02: aber Ich glaube der Gedanke bei den meisten die sowas anbieten ist eben gar nicht So.

00:29:09: dass man jetzt sagt dass negative darf kein Raum haben, sondern positives Denken verändert auch vieles was gar nicht schlecht ist.

00:29:20: Also ich habe ja im Gegensatz dazu deswegen sind wir darauf gekommen Ich hab mir das Buch Radikale Freundlichkeit von Nora Blum gelesen im Urlaub und das fand Mega, mega gut.

00:29:31: Ich habe ja zuerst das Buch Let Them gelesen von Mel weiß ich nicht wie sie heißt und nachnahm besteller.

00:29:38: Sie lehste ihr in jeder seht ihr gerade in jeder Buchhandlung so ein wirkt auf dem ersten Blick wie so ein Selbstoptimierungsbuch so macht einen Grenzen und lass sie und so.

00:29:47: und die ersten dreißig vierzig Seiten war noch ein bisschen anstrengend weil da musste sich so ein bisschen der Autorin glaube ich beweisen dass sie von der Tellerwäscherin zur Millionärin jetzt geworden ist mit ihrer Let Them Theorie Und dann geht sie aber in die Tiefe und das finde ich richtig, richtig gut.

00:30:02: Aber darum soll es ja nicht gehen!

00:30:03: Das habe ich zuerst gelesen und dann hab' ich radikale Freundlichkeit gelesen.

00:30:08: In dieser Reihenfolge... Also wenn ihr jetzt überlegt, die Bücher zu lesen, des die genau eine Reihen folgemet hat ist richtig, wirklich gut weil Nora Blum eben auch sich klar abgrenzt schon zu Beginn auch des Buches von zwanghaften toxische Positivität dass es darum eben nicht geht Und dass es eher darum geht, ich kann trotz einem Schmerz meine Gedanken auch lenken und das ist ein Weg.

00:30:32: Und der kann auch lang sein.

00:30:35: aber Ich auf diesem Weg Geht's nicht darum Gefühle weg zu drücken oder als Pflichtprogramm irgendwie immer nett und freundlich zu sein Sondern Es ist eine bewusste Entscheidung Und das ist nicht naiv sondern da stecken wirklich auch verbindende Elemente hinter.

00:30:59: Das ist ein kraftvolles Tool, was auch in politischen und das finde ich ja fand nicht so spannend darin.

00:31:05: Es kann noch im politischen Miteinander und auch im Aktivismus oder Dialogen und Konflikten und so kann es total verbinden sein Und es ist in so Momenten keine Schwäche, sondern wirklich auch eine Superkraft um Brücken zu bauen.

00:31:21: Um Konflikte zu lösen und Verbundenheit zu stärken.

00:31:25: Es ist eine Praxis der Stärke und dann hat sie auch wissenschaftliche Belege darüber?

00:31:31: Ich glaube was weshalb ich persönlich mit Toxic Positivity ein bisschen Problem habe ist dass sich das vor allem wir haben vorhin über unsere christliche Sozialisierung gesprochen.

00:31:43: Vor allem eben aus dem religiösem Kontext In dem Leid halt oft mit Sinn, Dankbarkeit, Vertrauen weggeredet wurde.

00:31:53: Also für mich war Toxic Positive sie nicht zuerst durch Sätze wie Good Wipes Only bemerkbar sondern durch meine christliche Sozialisierung die durch Sätzen die eigentlich trösten sollten aber halt manchmal dazu geführt haben dass Schmerz Zweifel Wut keinen richtigen Platz hatten.

00:32:11: und Sätze Wie Gott hat einen Plan sei dankbar, anderen geht es schlechter oder du musst nur vertrauen.

00:32:17: Oder vielleicht will Gott dir dadurch etwas zeigen die halt eben auch verhindern können dass Menschen erst mal ehrlich sagen dürfen ich bin wütend ich zweifle Ich finde das ungerecht kann gerade nicht dankbar sein und ich habe das Gefühl dass das manchmal dazu führte Das eben und das meinte mit diesem das auch mal auszuhalten.

00:32:43: Da war irgendwie so ein Impuls, dem Schmerz der anderen Person sofort einen Sinn geben zu wollen.

00:32:51: Das hat schon alles ein Grund

00:32:53: und nicht erstmal auch die Gefühle auszuhalten.

00:32:55: Und die

00:32:55: Gefühl halt nicht zu auszahalten, zu validieren, zu sagen das ist vollkommen in Ordnung dass du... dass es dir jetzt gerade Scheiße geht.

00:33:03: Das ist dir erlaubt!

00:33:05: Ich habe einen Podcast gehört, Hotel Matze hat der Julian mir empfohlen mit einem Schamforscher richtig gut und der hat zum Beispiel das viel mehr.

00:33:16: gerade ein zb das Kind spielt und tut der Oma weh und irgendwie kebbelt oder so.

00:33:23: und Oma sagt plötzlich oh das hat der Omer jetzt aber weh getan.

00:33:28: und dann schämt sich das Kind Sagt das aber nicht, sondern schämt sich dafür.

00:33:31: Weil das Kind wollte ja der Oma nicht wehtun.

00:33:33: und dann kommt der Opa und sagt du brauchst dich aber nicht schämen.

00:33:37: Und in dem Moment lernt das Kind.

00:33:40: Das Gefühl was ich von Schamhaare habe hat jetzt Scham Haaren.

00:33:48: Ich wollte mal einen Witz hier reinbringen.

00:33:53: Das Gefühl von Scharm Haaren Und Moa ist übrigens auch wichtig.

00:34:03: Ist auch so ein Kernelement, wo er die ganze Freundlichkeit... ...ist auch wichtig in der Antirassismusarbeit zu nehmen.

00:34:13: Der Wein gleich!

00:34:14: Jetzt wäre Video-Prikas doch ganz schön.

00:34:16: Also, Scham habe.

00:34:21: Das Gefühl was das Kind... Wir sind wieder bei Oma und Opa ohne

00:34:26: Schamhaare.

00:34:31: Oh mein Gott, Bild aus meinem Kopf.

00:34:32: So, ähm... Bitte ist es auch nicht besser, was ich sage!

00:34:39: Ich muss mir das rausschneiden in deinem Gegensatz.

00:34:42: Julian schüttet den Kopf, Julian weint aber auch nicht.

00:34:44: Er

00:34:44: weigert sich.

00:34:45: Also, äh... Was für Aldi dies nicht wissen?

00:34:48: Julian ist... Wir starten und herzt sind eigentlich drei Leute, aber wir tun so bei Instagram als Offer zu zweit werden.

00:34:54: Aber natürlich ist Julian der wichtigste Mensch beim Starten und Herzen Damit.

00:34:59: das müssen wir öfter jetzt auch betonen, weil unsere Hörer inshalten.

00:35:01: Die werden ja jetzt so steigen.

00:35:02: Hier sind da so viele Neue dabei.

00:35:04: Da müssen wir Julian vorstellen.

00:35:05: So jedenfalls Das Kind erfährt dadurch dass der Opa sagt Du brauchst sich nicht zu schämen Dass das Gefühl von Scham keine Raum bekommt.

00:35:20: Besser wäre wenn er Opa sagen würde du schämst dich Und ich kenne das Gefühl, dass es ein unangenehmes Gefühl aber da viel Raum haben.

00:35:31: Also... Das muss jetzt vielleicht noch ein bisschen.

00:35:33: du guckst so skeptisch?

00:35:35: Weil es in meinem Kind

00:35:36: geht!

00:35:36: Ja genau, denn man muss natürlich nochmal gucken wie kann ich das von Kindern und die Sprache finden.

00:35:41: Aber im Prinzip ist ja der Gedanke dahinter Wie oft habe ich in meinem Leben gehört Du musst dich nicht schämen obwohl Ich mich geschämt habe und das führt ja dazu lerne zu unterdrücken, weil dieses Gefühl ist nicht willkommen.

00:35:56: Es darf nicht sein

00:35:56: und dann bekommt es so viel Macht!

00:35:58: Und dann geht er in den Podcast darauf ein.

00:35:59: nochmal also total krass auch wie Hitler und die Nazis... ...die Scham der Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg und so genutzt haben und wie das auch in Unterdrückungsmechanismen ist oder können jetzt?

00:36:11: Also wir gehen faszinierender Podcasts.

00:36:13: Wie auch Trump nutzt, die weißen Arbeiterinnen ihrer Scham zu nehmen denen die Scham zu nehmen und die Schamen dann auf unterdrückte Gruppierungen gelegt werden, also Mexikaner in der Einwandererin.

00:36:30: So eine Überheblichkeit verleihen?

00:36:32: Ja man gibt es eigentlich an schwächere Gruppen ab

00:36:35: und fühlt sich dadurch selber besser.

00:36:37: Ja genau und das naja so anderes Thema.

00:36:39: auf jeden Fall muss ich daran gerade so denken weil es hat ja viel damit zu tun was du jetzt aus dieser christlichen Sozialisation heraus sagst dass es ja viel damit zu tun hat, dass man eigentlich nicht gelernt hat selber Gefühle auszuhalten.

00:36:54: Und dadurch irgendwelche Floskeln entwickeln hat die dazu dienen das ich selber dieses Gefühl jetzt nicht haben möchte und meinem Gegenüber das jetzt auch nicht gebe weil dann müsste Ich auch das gefühl aushalten können

00:37:08: aber aus einem aus einer Motivation heraus, die andere Person trösten zu wollen.

00:37:13: Ich glaube das ist gar nicht so bewusst dass es hier eigentlich um mein eigenes Unbehagen geht was ich versuche zu stellen.

00:37:22: Man will ja eigentlich der anderen Person dem gegenüber etwas Gutes tun indem ich Optimismus verbreite indem ich Hoffnungen mache aber ja nicht jedes Problem braucht sofort eine hoffnungsvolle Wendung.

00:37:36: manchmal braucht es auch erst mal einfach Anerkennung und validieren statt relativieren.

00:37:43: Weil du sagst ja auch, du sprichst der anderen Person das dann ab in dem Du sagst, Du brauchst Dich nicht so fühlen?

00:37:51: Ja, weil Du das selber auch schon gehört hast.

00:37:53: Also es ist ja auch was Menschen weitergeben und da steckt dir sehr tief in unseren Körpern drin.

00:38:00: Wir haben gerade auch bevor die Mikros an waren, haben wir über etwas geredet wo wir auch selber festgestellt haben... Also ich in mir, habe es so gesagt.

00:38:09: In mir steckt auch einfach eine kleine Spießerin drin.

00:38:13: Die wurde halt so... dass die kleine Sarah wurde halt irgendwie auf einer gewissen Art und Weise und das hat auch was mit Christlichen zu tun.

00:38:19: Wie man sie sein hat?

00:38:20: Auch sehr spießig.

00:38:21: Erzungen.

00:38:21: So möchte ich natürlich nicht sein!

00:38:23: Und mein Kopf sagt auch so und so ist richtig und trotzdem gefühlsmäßig in meinem Körper, der einen größeren Anteil von dem wie ich denke und fühle ausmacht als mein Kopf.

00:38:35: Und trotzdem noch so laut wird.

00:38:37: umso dass es So ja auch mit meiner impulsiven Haltung, jemand sagt was und die sagt brauchst du jetzt nicht.

00:38:45: Und jetzt machen wir mal gute Laune.

00:38:46: Kommen wir lassen das jetzt mal?

00:38:48: Und da steckt ja auch viel dahinter, was so die Überlebensstrategie derer war, die Kinder im Zweiten Weltkrieg waren.

00:38:55: Da gibt es ja von Sabine Bode, gibt es das Buch Die Verlorne Generation oder denn die Vergessene Generation hat.

00:39:03: nämlich Anfang der zweitausender Jahre hat sie die Menschen interviewt, die dann in den Ruhestand gegangen sind Und in der Zeit des Zweiten Weltkriegs Kinder waren, also die Kriegskindergeneration.

00:39:14: Die haben ja eigentlich gelernt nach Vierzig nicht irgendwie.

00:39:18: wir machen jetzt Super-Visionsgruppen und gehen alle zu Therapie und so weil dafür gab es natürlich keine Ressourcen.

00:39:22: das heißt sie brauchten andere Überleben Strategien und eine war eben dass erlebte das Traumatische Untertischzukehren.

00:39:30: Also Good Wives Only.

00:39:32: Wir gucken jetzt nach vorne und das ist natürlich Nicht mit radikaler Freundlichkeit gemeint.

00:39:39: Kann das so triggern, dass man denkt klar war irgendwie bei Oman Oppa früher auch so.

00:39:44: wir wollen nicht über Probleme reden.

00:39:46: Aber das ist damit eben ja gar nicht gemeint.

00:39:49: Das ist glaube ich schon auch was wo ich nochmal beim Lesen des Buches drüber nachdachte Das war bei meinen Großeltern die Wandkriegs-Kindergeneration.

00:39:59: Also Jahrgang, dreiunddreißig, vierunddreizig und ich bin ja bei meinen Großeltern aufgewachsen Und meine Oma hat nie über Kriegstrauma oder ihr Fluchtrauma gesprochen.

00:40:07: Mein Opa war in dieser Kinderlandverschiffung... Wie ist das so?

00:40:13: Kinderland, der musste halt in Österreich zur Schule gehen.

00:40:18: Aus der Stadt raus

00:40:19: und dort die

00:40:20: Bomben?

00:40:20: Genau!

00:40:21: Und ist dann in Österreich gewesen als elfjähriges Kind oder nee nicht mal zehnjähriges kind so alleine nach Österreich dann da eine Familie und da zur Schule und dann ist er mit seinem Freund aber auch Abgabe und erzählt das immer wie so ein spannendes Kindheitsabenteuer.

00:40:38: Das war ja auch hochdramatisch.

00:40:42: Und ich dachte noch mal so, dass auch wenn ich jetzt gerade so rede und denke dabei.

00:40:46: Wenn du von toxischer Positivität erzählt es war auch bis ins hohe Alter meiner Großeltern eine Eine in einer gewissen Form auch eine gute Überlebensstrategie weil ist ... das positive Denken, natürlich hat es sehr viele Nachteile auch.

00:41:06: Also... Auch in meiner Familie wurden viele Probleme nicht angesprochen und die wurden dadurch viel schlimmer so.

00:41:15: Und das mal alles beiseitegelegt aber hat es auch etwas Gutes positiv zu denken ohne jetzt natürlich All das, was wir jetzt gerade besprochen hatten.

00:41:30: Und das fand ich noch mal so interessant dann auch in dem Buch.

00:41:32: die hatte dann auch wissenschaftliche Belege darüber also aus der neuropbiologie und so Sachen wie zum Beispiel dass das glückshormone dadurch auch wenn ich meine Also nicht wenn ich nur so tue als ob ich positiv bin sondern wenn Ich meine innere Haltung und dafür gab es dann auch so imaginationsübungen In den buch und so.

00:41:52: also da sich wirklich meine Innere Haltung auch trainieren und ändern.

00:41:59: stärkt das natürlich zum Beispiel auch bestimmte Hormone.

00:42:02: Also Oxytoxin, das Bindungshormon

00:42:04: z.B.,

00:42:04: wenn ich zu dir freundlich bin dann schaffe ich eine Verbindung her und wir Menschen sind schon darauf angelegt verbindende Wesen auch zu sein fand ich einmal noch mal so schön muss sich an Ubuntu denken die afrikanische Lebensphilosophie dass Ich Bin Weil Wir Sind Und Menschen sind für eine Gemeinschaft geschaffen und nicht um als Einzelheld in durch diese Welt zu gehen.

00:42:26: Und aber auch Dopamin, das Belohnungshormon was dann auch ausgeschüttet wird.

00:42:31: Weil es natürlich auch ein Euphoriegefühl gibt wenn ich freundlich bin.

00:42:34: da kommt etwas Freundliches zurück.

00:42:35: Ich mach manchmal mit meiner inneren Monke hin so eine kleine Challenge dass ich manchmal so denke ich bring die Kassiererin gleich zum Lachen wenn ich dran bin.

00:42:45: Das ist jetzt so und ich schaffe das auch meistens

00:42:49: weil die wirkt besonders schlecht drauf.

00:42:51: Ja genau und dann ist das aber auch so eine challenge mit mir selbst.

00:42:54: Und wenn ich das geschafft, es gibt mir dann auch wieder so ein Euphorie-Gefühl.

00:43:00: Ich

00:43:01: hab's geschafft!

00:43:02: Ja und das finde ich auch nochmal interessant.

00:43:07: Sie hat auch mehrere Studien, dass Serotonin ausgeschüttet wird und das reguliert ja die Stimmung und reduziert letztendlich auch Depressionen und Angst.

00:43:16: Damit will ich nicht jetzt sagen muss man besser drauf sein und damit ist eine Depression oder eine Angststörung weg.

00:43:21: Das meine ich überhaupt nicht damit.

00:43:23: Aber es ist schon auch so, dass es auch körperlich was mit uns macht.

00:43:29: So also und gleichzeitig kommt sie dann noch dahin, das dann auch diese Freundlichkeit stärkt sogar das Immunsystem in vielen kann, ne?

00:43:38: Dass du weniger Erkältung hast.

00:43:40: Das PatientInnen bei empathischen Ärztinnen zum Beispiel hatten auch kürzere und milde Erkälterung.

00:43:48: Also wenn dann gegen über die auch empathisch ist.

00:43:49: und sodass fand ich nochmal Und das hat eben auch für das Fehler mit Dopamin zu tun.

00:43:55: So, ich hau ja mit so Begriffenigkeiten umrichtig auch.

00:44:00: Ich erinnere mich ... Ich hab mal einen Podcast gehört mit Gabor Mathe und der hat zum Beispiel auch gesagt dass Menschen die häufig ihre Gefühle unterdrücken anfälliger sind für Autoimmunerkrankungen z.B

00:44:17: Ja

00:44:18: aber Wo ich noch mal drüber gesteupert bin, war weniger die Freundlichkeit sondern das Radikale.

00:44:27: Das fand ich auch nochmal interessant bei mir selbst zu beobachten weil ja auch meine Sozialisierung vielleicht so dieses...

00:44:34: Du darfst nicht so radikal sein?

00:44:35: Ich darf nicht so radical sein.

00:44:37: also immer diese Überbetonung von Besonnenheit ist gut, den goldenen Mittelweg finden.

00:44:48: Alles, was radikal ist und so fundamentalistisch ist, ist gefährlich.

00:44:53: Ja,

00:44:54: weil es halt nichts anderes zulässt.

00:44:58: Aber das fand ich nochmal auch gut, weil die Autorin hat eben auch beschrieben wie sie sich auch selber radikal gechallengt hat.

00:45:07: bei Film also auch der Begriff Radikal, der wurde ... Der hat auf mich dann auch im Laufe des Buches eine so eine positive Auswirkung gekriegt, weil du bist ja radikal freundlicher.

00:45:21: So was radikal, was Gutes und zwar versuchst du dich eigentlich selber radikal auch von deiner inneren Haltung her zu ändern.

00:45:29: Und das fand ich einfach nochmal total schön.

00:45:32: Sie hat dann auch so Stellen beschrieben wo sie wo sie natürlich auch an ihre Grenzen gekommen ist und auch Fehler macht, aber wo sie sich immer wieder radikal selbst herausgefordert hat.

00:45:44: Ich glaube das ist es auch was ich ein bisschen beängstigend finde weil es sozusagen einen Maßstab setzt, an dem ich mich zu halten habe.

00:45:54: Den hattest du ja selber gesetzt, den kannst du dir auch selber setzten.

00:45:56: Genau!

00:45:59: Und ich merke halt einfach zum Beispiel in der Antirassismusarbeit, da musste ich ganz oft dran denken.

00:46:06: Wenn ich dort nicht radikal freundlich bin und ich bin ja in den allermeisten Fällen, bin ich die einzige POC im Raum oder eine von sehr wenigen weißen Menschen sind immer in der absoluten Mehrheit im Raum.

00:46:24: Und das wenn wir dann über Rassismus reden ist es ja auch so, dass das automatisch auch innere Widerstände gerade in weißen Personen, gerade in einer Kirche die auch sehr auf Schuld und Scham irgendwie setzt oder traditionell zumindest darauf setzt.

00:46:41: Auch wenn es heute andere Ansätze gibt.

00:46:45: Aber das steckt ja schon sehr tief in uns und auch dieses bewertet werden und so.

00:46:50: Und das trägt ihr alles dazu bei, dass es ein sehr spannungsvolles Setting ist.

00:46:55: alleine so befreu ich überhaupt die ersten Sätze ausgesprochen habe.

00:47:00: Und wie wichtig es da ist, in diesen Settings radikal freundlich zu sein und zwar nicht nur aufgesetzt weil das merken Menschen ja auch selbst wenn sie das vielleicht nicht verbalisieren können.

00:47:14: Atmosphäre ist das A und O bei Antirassismus Das merken Menschen auch, deswegen fand ich das Buch für mich auch noch mal so richtig gut und auch für alle.

00:47:23: Und das beschreibt sie nämlich auch.

00:47:24: Sie beschreibt auch so ein Dialog zwischen der Person und ihr wo es auch um politische Themen und auch um Antirassismus uns zu gingen.

00:47:32: Wie wichtig ist da auch von meiner Haltung her?

00:47:35: Dass in mir drin auch diese radikale Freundlichkeit ist damit ich überhaupt verbindend mit Menschen ins Gespräch kommen kann und Antiracismusarbeit in dem Sinne bei mir jetzt machen kann.

00:47:45: Ich glaube... Ich beschreibe das als mein Problem.

00:47:49: Mein Problem ist, dass radikale Freundlichkeit bei mir Misstrauen auslöst.

00:47:55: Weil es so supermenschlich wirkt!

00:47:58: Man kann doch nicht immer freundlich sein.

00:48:01: und dann denke ich immer wenn eine Person schafft so radikalfreundlich immer zu sein, dann misstraue ich dem automatisch.

00:48:09: Dann wirkt es für mich aufgesetzt.

00:48:13: Und das ist es dann vielleicht auch nicht, aber das meine ich mit meinen Problemen.

00:48:16: Das ist dann mein Lesart dass ich irgendwie denke irgendwie wirkt das nicht authentisch weil Es ist so stringent So streng fast als hat so eine strenge fast schon.

00:48:26: das haben ja oft aus dem pieter brand war er schon öfter bei uns jetzt im podcast auch und das haben Ja oft auch Menschen ihm gegenüber und Er macht der seit über dreißig jahren an tirassismus trainings oder vierzig Jahre fast Und er beschreibt immer, oder häufig beschreibt er eine Situation.

00:48:46: Dass er unter Fahrpersonen an Therasismus Training gemacht hat und das hatte glaube ich auch im Podcast hier schon erzählt.

00:48:53: deswegen darf ich es erzählen.

00:48:54: Und da saß eine Fahrperson drei Tage lang die Arme verschränkt vor der Brust und habe die ganze Zeit so skeptisch geguckt.

00:49:00: Das ging fünf Tage lang war längeres Training Und nach drei Tagen wurde diese Person halt so ein bisschen aufgelöster, weicher, zugänglicher und hat dann auch am Abschluss gesagt die ersten drei Tage habe ich gedacht du verarscht mich.

00:49:17: Du meinst das gar nicht ernst?

00:49:18: Wann kommt der Moment wo du mich angreifst?

00:49:21: Genau!

00:49:21: Du willst hier eigentlich nur jetzt eine schöne warme Atmosphäre schaffen, dann öffne ich mir nur darauf

00:49:26: gewartet dass du genau

00:49:28: Und als die Person gemerkt hat, sagte sie dann am Ende das Orsten wirklich so ist.

00:49:37: Hat sie ... Das war so ein besonderes Gefühl auch?

00:49:41: Weil es echt gewöhnlich ... Ja und

00:49:44: wie ist

00:49:45: die Person überrascht darüber weil sie wirklich darauf gewartet hat dass Orsten so ist, wie erwartet.

00:49:54: Nämlich das irgendwann dann der Dolch kommt!

00:49:56: Und weißt du?

00:49:57: Das finde ich es muss ich sagen traurig.

00:50:02: Das ist sehr

00:50:03: traurige.

00:50:03: Weil Kirche ist schon ein Ort da mir von klein auf so beigebracht

00:50:06: worden ist.

00:50:07: Man ist darauf vorbereitet, dass der Angriff kommt.

00:50:10: Ja man muss sich wappnen.

00:50:11: Aber eigentlich ist Kirche von ihrem Selbstbild und auch das was wir von klein eingeredet wurde oder was ich so versprochen bekommen habe, ein Ort wo wir geliebt sind vom lieben Gott.

00:50:23: Wo wir sicher sind?

00:50:24: Sicher sind.

00:50:25: und so eine das ist schon auch noch mal krass und weiß ich sehr zählig ausständig dass Kirche kein Safer Space ist.

00:50:31: aber

00:50:32: es geht ja darum was man vermittelt bekommt.

00:50:34: Ja und das fand ich nochmal so krass dass das auch in erwachsenen Fahrpersonen so tief drin sitzt dass sie drei Tage lang so ne Skepsis in sich tragen so berührt sind davon, dass das nicht kommt.

00:50:46: Und Orsten ist auch ein gutes Beispiel dafür wie sehr radikale Freundlichkeit im Antirassismus dazu führen kann mit Freude und viel Energie auch so alt wird.

00:51:02: Und das auch immer noch so macht, weil der Orsten ist ja seit er sagt ja auch selber manchmal er ist so glücklich, weil er seit über vierzig Jahren Antiracismus Arbeit macht.

00:51:09: Das macht er ja auch musste ich beim Lesen des Buches oft dran denken Mit einer überzeugten inneren Haltung der radikalen Freundlichkeit.

00:51:18: Es ist entwaffnend

00:51:21: Ja

00:51:21: Weil Leute dann plötzlich merken Ich muss gar nicht darauf vorbereitet sein zurückzuschlagen werden nicht geschlagen.

00:51:30: Ja und wie oft Menschen dann auch, das merke ich ja schon mal so kleinen Begegnungen eben an der Kasse positiv überrascht sind.

00:51:36: also du kannst mit so Kleidigkeiten auch Menschen eine Freude machen und es gibt dir letztendlich auch selber was.

00:51:43: Und ich merke je mehr ich so durchs Leben gehe desto glücklicher Gehe ich auch sehr... Es ist auch ziemlich egoistisch gedacht da an manchen Stellen vielleicht weil am Ende des Tages gehe ich glückicher durchs leben.

00:51:54: Also das merk ich auch in Antirassismus Seminaren, Workshops vortragen oder so.

00:52:00: Dass ich auch merke.

00:52:01: in mir gibt es ja auch manchmal eine Situation wo ich innerlich drohe zu verhärten und wenn nicht dann weich sein noch zulasse.

00:52:10: und das verbunden mit Freundlichkeit auch mit einer inneren Haltung heraus.

00:52:14: Ich sehe den Menschen jetzt auch Nicht als Angriff sondern als vulnerables emotionales Wesen Und dadurch schaffe ich so eine Brücke und so ne Empathie auch, die uns ja Rassismus nehmen möchte.

00:52:27: In dem Moment in dem ich durch radikale Freundlichkeit-Empathie aufbaue verliert der Rassismus zwischen uns, der uns trennen möchte.

00:52:37: Das ist immer für mich wieder ein sehr schönes Gefühl das ich merke durch eine Haltung der Freundlichkeit des Wohlwollens, des Sehens meines Gegenübers Auch wenn man gegenüber mich gerade eigentlich angreifen möchte, wo ich dann auch abstraillieren kann.

00:52:55: Okay mein Gegenüber greift mich persönlich Sarah ja jetzt gar nicht an.

00:52:58: Auch wenn das so wirkt.

00:53:00: Mein Gegenüber hat Abwehrmechanismen die eigentlich auch viel damit zu tun haben dass mein Gegen über manches auch durch Schmerz durch Erfahrung durch Gefühle durch Perspektive durch whatever gerade auch so fühlt und das führt zu einer Abwehrreaktion.

00:53:20: Und das finde ich einfach total schön, weil es so Verbundenheit schafft.

00:53:24: und letztendlich ist Verbundenkeit das Gegenteil von Rassismus zum Beispiel oder von Unterdrückungssystemen.

00:53:32: Weil die Unterdrücklichungssysteme wollen uns die Verbundenheiten nehmen.

00:53:36: Amen Schwester, amen!

00:53:39: Können noch viele erzählen aber wir erzählen uns ja als öffentlich Dinge.

00:53:42: deswegen lassen wir's an dieser Stelle Und kommt zum Herz.

00:53:51: Ein

00:53:54: schönes Beispiel für Slided in unsere DMs ist ein Beitrag, den uns eine Hörerin geschickt hat, den wir gerne als Herz aufnehmen.

00:54:08: Ich habe dieses Kinderbuch zu Hause was uns die Hörerinnen geschickt haben einen Bilderbuch und dazu gibt es auch ein Kurzfilm Herr Love, da ist auf dem Cover vorne ein schwarzes Mädchen Suri mit einem Afro und in der Geschichte geht es darum das ihr Vater lernt ihre Haare zu machen.

00:54:33: Und Haare sind ja auch was sehr politisches gerade so im Antirassismus Und auch im Empowerment, es geht ja nicht nur um Haare.

00:54:43: Es geht um Würde und Zugehörigkeit, Körper, Familie, schwarze Selbstliebe

00:54:47: usw.,

00:54:48: also für viele schwarzen Kinder und auch für mich mit einem grausen Locking Haar als Kind die sich dadurch... nichts zugehörig gefühlt hat irgendwie so wild und unbändig schwierig.

00:55:01: Und gleichzeitig auch süß, wir haben Leute in die Haare gegriffen aber es war immer ein du bist irgendwie anders und lass mal fühlen wie sich das anfühlt ist es andersartig sein.

00:55:11: und so wurde viel auch an meinen haaren festgemacht.

00:55:14: deswegen Bedeutete mir, als ich das Buch das erste Mal gesehen habe.

00:55:17: Fand ich das auch richtig schön und hab das zu Hause, weil es eben genau das Gegenteil erzählt.

00:55:23: Dein Haar ist schön, dein Haar verdient Wissen und Pflege und Liebe.

00:55:27: Besonders stark daran finde ich auch noch mal der Vater.

00:55:29: Der wird nicht so als ahnungslos abwesend oder so erzählt sondern als jemand, der sich Mühe gibt lernt scheitert wiederversucht liebt und man bericht damit auch ein rassistisches Bild über schwarze Schwarze Männer oder schwarzer Väter.

00:55:44: Das finde ich auch noch mal kommt auch nochmal so mit dadurch.

00:55:48: und das Schöne ist, dass dieser Film einen Oscar gewonnen hat.

00:55:54: Dieser Kurzfilm Und das finde ich nochmal so Dass das schöne daran weil Weil es eben auch so politisch ist was eben nicht nur um Haare geht und weil es genau deswegen Einen Oscar gewinnen hat und wir verlinken euch das auch gerne in den Show-Notes.

00:56:13: Genau, weil es halt auch Kindern sagt du musst dich irgendwie jetzt nicht anpassen dann muss deine Haare nicht glätten, deine Haar sind nicht so und anders Du musst so nicht sein um geliebt zu sein.

00:56:26: das finde ich einfach nochmal richtig schön.

00:56:29: und zum Buch hätte ich auch gern als Kind gehabt Das ist einfach ein schönes politisches Zeichen dass dieser Film einen Oscar gewonnen hat.

00:56:37: Danke für dieses schöne Herz.

00:56:41: Und dann kommen wir auch schon zum Ende unserer Folge heute, schön dass ihr dabei wart, schön das ihr dabei bleibt.

00:56:47: und bis zum nächsten Mal!

00:56:49: Schickt uns eure Themen!

00:56:50: Wir freuen es drauf Taui!

00:56:55: Dies war ein Podcast der vereinten evangelischen Mission.

00:56:59: Wir hoffen die heutige Folge hat dir gefallen und zum Weiterdenken und Nachfragen angeregt.

00:57:04: Falls ihr Fragen an uns habt oder uns Feedback geben wollt, freuen wir uns sehr darüber.

00:57:08: schreibt uns auf Instagram oder ganz klassisch per E-Mail an podcast.vemission.com.

00:57:15: Weitere Informationen findet ihr auf www.rassismusundkirche.de.

00:57:21: Mit dem Podcast wollen wir dazu beitragen, Kirche zu einem sichereren Ort zu machen.

00:57:26: Daher versuchen wir unterschiedliche Perspektiven hörbar zu machen und wissen gleichzeitig dass wir nie alle Perspektive

00:57:33: abbilden können.

00:57:34: Wenn ihr das für eine gute Idee haltet und uns darin unterstützen wollt, schreibt über uns auf euren Social-Media Kanälen oder lasst uns eine Bewertung bei Spotify oder iTunes da.

00:57:44: Danke für eure Unterstützung fürs Reinhören und vor allem für all die Menschen, die dem Podcast inhaltlich und persönlich mit Beiträgen bereicheln.

00:57:54: Bis dahin – Mit den besten Grüßen von der VAM aus Wuppertal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.