Weich bleiben in harten Zeiten

Shownotes

In der aktuellen Podcast-Folge mit Sarah Vecera und Thea Hummel geht es um Härte vs. Weichheit in Krisenzeiten – (Mit-)Auslöser waren zwei Dokus auf Netlflix zur sog. Manosphere und über Shirin David. ​Die Folge in Stichpunkten und zum Weiterdenken:

  • Aufzählungs-TextManosphere (Louis Theroux): Andrew Tate, Red Pill, toxische Männlichkeit.
  • Aufzählungs-TextHärte vs. Verletzlichkeit: Kontrolle statt Trauer, Gefahr für Jugendliche. ​- Aufzählungs-TextShirin David Doku: Sexismus, Double Standards bei Erfolg. ​- Aufzählungs-TextMedienflut: Abstumpfung durch Dauerempörung. ​- Aufzählungs-TextRessourcen: Zärtlichkeit, Humor, Gebet, Gemeinschaft. ​- Aufzählungs-TextPraxis: Verbundenheit im Alltag

Summerschool:

  • mit freundlicher Unterstützung vn YEET -

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00:00:00: Stachel und Herz, der Podcast mit Sarah Wetscherer und Theo Hummel. Wir wollen Kirche zu einem safer space machen. Dafür legen wir den Stachel in die Wunde. Mal mit Gästinnen, mal zu zweit aber immer mit Herz. Wenn ihr das hört, liege ich am Strand. Und das ist kein April-Scherz. Hallo und herzlich willkommen zu Stachel und Herz. Schön, dass ihr da seid. Ja, herzlich willkommen. Wir freuen uns, dass ihr zuhört. Heute, wir gehen direkt rein, oder Thea? Wir gehen direkt rein, weil ich liege ja entspannt am Strand. Wow das ist so surreal. Weil du sitzt hier gerade gegenüber von mir in meinem Büro und liegst da absolut gar nicht. Also, Full Disclosure, wir nehmen natürlich nicht am 1.

April auf, wo ihr das hoffentlich jetzt schon hört, sondern vorher. Vorher,: genau. Und es geht heute um die Frage, die uns schon länger auch beschäftigt und die gerade irgendwie ja nochmal sehr aktuell geworden ist für mich in den letzten Wochen. Und zwar die Frage, wie bleiben wir weich in harten Zeiten? Also, wie bleiben wir zugänglich wach? Berührbar, menschlich, ohne die Augen zu verschließen vor dem, was gerade passiert. Und wie schützt man sich auch, finde ich, darüber sollten wir auch nochmal reden, ohne innerlich auch zu verhärten oder zynisch zu werden. Weil das sind ja auch manchmal dann so Auswege wo ich so neige auch hinzugehen.

Aber zunächst einmal ein paar Hinweise in eigener Sache, bevor wir richtig loslegen. Eine kleine Bitte, wenn euch Stachel und Herz gefällt, dann helft uns bitte, dass auch andere diesen Podcast finden. Ihr unterstützt uns wirklich sehr, wenn ihr den Podcast bewertet, wenn ihr Sterne da lasst auf den unterschiedlichen Plattformen wo ihr das hört, Spotify, Apple, Tralala,: wo auch immer. Wenn ihr die Folge aber auch weiterleitet oder auch in eurer Story teilt. Für euch ist das nur ein Klick aber... Der Algorithmus mag solche Themen nicht unbedingt, die wir hier besprechen. Deswegen macht das wirklich einen richtig großen Unterschied, wenn er so Kleinigkeiten macht. Und wir würden uns wirklich sehr, sehr freuen. Ja, und wir merken dann auch, ihr hört nicht nur zu, sondern ihr tragt das hier auch mit. Und in irgendeiner Form von Gemeinschaft zu haben, ist auch so wichtig, vor allem in Zeiten wie dies. Und dann noch ein kurzer weiterer Hinweis Es gibt eine mega Summer School in Sri Lanka. Naja, Summer School, also es ist im Oktober.

Ja, aber in Sri Lanka ist Summer. Ja, wir nennen es auch nicht mehr Summer School, weil das klingt so europäisch. Advocacy Training nennen wir das. Ah, okay, meine Goethe. Aber ich liege ja gerade am Strand jetzt. Für dich ist es eine Summer School.: Also Thema ist Mediation, Konfliktanalyse-Tools, Konflikttransformation, das Ganze in Sri Lanka. Als gastgebende Kirche haben wir unsere Mitgliedskirche, die Methodistische Kirche, die sehr viel Erfahrung hat beim Thema Peacebuilding in einem Land, wo es einen Bürgerkrieg gab und wo die Kirche sehr aktiv war, den Frieden mit aufzubauen und deswegen auch einen super Ort über diese Sachen zu lernen. Und wenn ihr in diesem Bereich tätig seid und euch in diesem Bereich weiterbilden wollt, dann kontaktiert uns und dann erzählen wir euch von diesem tollen Training. Ja, 1. bis 10. Oktober in Sri Lanka. Und Thea und ich werden auch in Sri Ach so, da sind wir dann übrigens auch am Strand. Wir sind auch am Strand, aber wir liegen nicht die ganze Zeit am Strand.

Nein, nein. Also wir sind in der Nähe vom Strand und arbeiten hart. Aber man kann dann zwischendurch auch an Zwinker, zwinker. Nein, wir: arbeiten auch und wir lernen. Und das kann man ja auch an schönen Orten machen. Richtig. Ich bin ja gerade auch an einem schönen Ort auf dieser Welt. Ich kann das gar nicht oft genug erwähnen. Außerdem haben wir in der letzten Folge etwas Falsches gesagt. Und zwar unruhige Hoffnung, dass Podcast Festival nächstes Jahr die Konferenz Die ist nicht im Januar, sondern am 19. bis 21. Februar 2027. Haltet euch diesen Termin frei. Das ist jetzt auch wirklich der echte, der richtige Termin. 19. bis 21. Februar unruhige Hoffnung Konferenz im schönen Sauerland. Und da wird bestimmt dann Schnee liegen. Das ist auch schön. Ja, genau. Das ist dann eine Winterschool. Das ist die Winterschool. Yes, you're welcome. Ja, für diese Folge hatten wir sehr unterschiedliche Ausgangspunkte Wir haben beide Dokumentarfilme geguckt, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun haben.

Yes, Thea hat: eine Doku geguckt von jemandem dessen Namen ich nicht aussprechen kann, über die Manusphäre sozusagen. So, du sprichst das jetzt nochmal richtig aus. Ich kann das nicht. Wir haben das jetzt vorher nicht geübt. Ich habe gerade noch zu Thea gesagt, ich kann es nicht aussprechen. Den Namen von diesem Typen? Ja, Louis. Louis? Ja, guck mal, fängt schon falsch an. Louis Theroux. Ja, also ihr habt gehört Und heißt Manusphäre. Also man kann das auch auf Deutsch aussprechen Gibt nicht auch Leute die Manusphäre sagen? Ich komme aus Ruppeumann. Habe gehört. Ja alle Menschen Manusphäre? Also Leute, die das alles auch nicht so gut können, die von der Straße aus dem Ruhrpott kommen, die fühlen sich jetzt nicht so Julian guckt auch so, als hätte er das noch nie gehört.

Du bist so eine Akademikerin-Braut, die so drölbsprachig aufgewachsen ist. Jetzt mal ein bisschen mehr klassismus-sensibel hier. Weil Louis Theroux aussprechen kann? Ist mir auch egal, ich liege am Strand. Also, Sarah hat die, jetzt komme ich ins Schwimmen, Shirin David. ,: Ha Bauch Beine Po. Shirin David. Shirin David? Mhm. Shirin ist ihr Zweitname, Barbara ist ihr Erstname. Ah, verstehe. Und David? Künstlername. Ah, verstehe. Also ich habe schon mal von dieser Person gehört. Ich weiß, dass sie eine Sängerin ist. Und wir haben gemerkt, vielleicht führen diese beiden so unterschiedlichen Welten am Ende dann letztendlich doch zu derselben Frage. Nämlich was legen Menschen sich zu, um in einer harten Welt bestehen zu können? Und was wird dabei aus dem Weichen in ihnen? Und damit gehen wir rein zum Stachel der Woche.

Ich fange mal mit der Louis Theroux-Doku an. Louis Theroux. Ich habe das auch gelernt. Ich kann es jetzt. Jetzt kann ich irgendwo angeben Mir war gar nicht so bewusst, dass Louis Theroux in Deutschland vielleicht gar: nicht so bekannt ist. Also als sie mir davon erzählt hat, ich hatte keine Ahnung wovon sie spricht. Also Louis Theroux ist ein Dokumentarfilmemacher. Aus Großbritannien und der ist in Großbritannien wirklich sehr, sehr berühmt. Also das, was das, was Attenborough für Naturdokus ist, kenne ich auch nicht. Und jetzt fühlen sich wieder ganz viele Menschen auch nicht schlecht, weil viele Menschen hören sowas Ich höre sowas auch immer und denke mir, oh Gott, ich kenne das alles nicht Moment mal,, hast du gerade den Kopf geschüttelt weil du über mich oder über Sarah? Du kennst den auch nicht? Hallo, wir sind zu zweit Julian kennt den auch nicht. Julian ist gar nicht da. Okay, also Louis Theroux ist ein Dokumentarfilmer Für, die es nicht wissen, Julian ist der Mann hinter den Mikros. Den ich immer versuche einzubeziehen. Ohne den es diesen Podcast gar nicht geben würde.

Und es gibt eine Folge mit Julian, die könnt ihr hören. Ja, Ende letzten Jahres. So, kommen wir zurück zu Louis Theroux. Louis Theroux: macht ganz viele Dokumentarfilme. Und ist sehr bekannt. Offensichtlich nicht hier, aber egal. Und der hat eine Doku gemacht, die ist ganz neu auf Netflix. Ich glaube, erst seit Anfang, Mitte Februar gibt es die. Und zwar heißt die Inside the Manosphere. Und die Manosphere, das ist so ein Sammelbegriff für so... Also Podcaster, Influencer, sehr bekannte Persönlichkeiten, die so eine bestimmte Ideologie vertreten Ich sage mal, dass sie traditionelle Genderrollen bevorzugen, ist eine Untertreibung. Also der bekannteste von denen ist vielleicht Andrew Tate.

Kenne ich. Kennste, so. Andrew Tate ist so der Manosphere-King und es gibt aber auch ganz, ganz viele wie diese, die halt erstens sehr,: sehr einflussreich sind, sehr, sehr viele Hörer haben. Ich gender da bewusst nicht, obwohl es bestimmt auch Frauen gibt, die diesen Content konsumieren. Und die sprechen halt über... Darüber wie ein Mann zu sein hat, wie Frauen zu sein haben, wie Männer sozusagen den Frauen übergeordnet sind und sie sprechen über ihr Männlichkeitsbild vor allen Dingen. Und das wirklich... Und sehr, also ich würde es noch nicht mal konservativ nennen, sondern es ist richtig krass reaktionär und aggressiv, wie das Männerbild zu sein hat.

Also wenn ihr euch Andrew Tate vorstellen könnt, so sind die alle so drauf. Und Louis Theroux hat es irgendwie geschafft, so als Mainstream-Dokumentarfilme-Macher Zugang zu ein paar von diesen Podcastern und Influencern zu bekommen. Die haben dann auch so Telegram-Kanäle, wo sie so: Finanztipps geben und so Finanz-Apps bewerben bei denen sie dann auch immer was bekommen und halten sehr. Sehr reichen Lebensstil vertreten. Also die verdienen dann extrem viel Geld und haben dann ihre Penthouses und ihre Lamborghinis und es geht sehr stark darum, einfach Geld anzuhäufen und das auch zur Schau zu stellen, weil man dann eben auch mehr Frauen bekommt. Aber die Frauen sollen natürlich Jungfrauen sein und so weiter und so fort.

Also für einen Mann ist das richtig cool. Viele Sexualpartnerinnen zu haben, aber bei Frauen soll das nicht so sein. Also wirklich, wirklich erschreckende, wirklich erschreckende, es war eigentlich ein Horrorfilm für mich, muss ich ehrlich sagen. Für mich auch als Mutter eines elfjährigen Sohnes, der: unweigerlich in nächster Zeit in Kontakt kommen wird mit dieser sogenannten Red Pill-Kontakt und das war es Ich habe wirklich richtig, Schiska, ich habe so schlecht geschlafen nach dieser Doku. Einfach zu sehen, weil deren Hauptzielgruppe sind eben Teenager, 13, 14, 15-Jährige, die die auch dann auf der Straße ansprechen und die vergöttern und deren Finanztipps also ihr ganzes Taschengeld da auch für diese Scam-Geschichten ausgeben. Und auch diese Ideologie konsumieren und gut finden. Ich fand es auch echt erschreckend wie die Frauen, die in der Doku auch zu Wort kommen, drauf sind, also die Partnerinnen, die Mutter auch von dem einen zum Teil, die das irgendwie ja so normalisieren, relativieren und sagen, ja, okay, aber in Wirklichkeit ist er nicht so.

Also ich: fand es, ja, also was mich total beschäftigt hat, ist gar nicht nur so sehr diese Männerwelt, also Männer, die sich gegenseitig so aufhypen und sich sagen wollen, du bist was Besseres und du hast so und so zu sein, sondern auch die Logik dahinter, also dass Härte gerade an ganz vielen Stellen als Lösung verkauft wird, also Kontrolle, Dominanz, Eindeutigkeit, Unverletzbarkeit Und ich meine, es ist auch verständlich wenn die Welt so chaotisch ist, wenn Genderrollen plötzlich nicht mehr so klar definiert sind, dann hat Härte ja was total Verlockendes.

Und dann, ja, da wird dann so suggeriert, also ich weiß, wer schuld ist, ich weiß, was richtig ist, ich weiß, wie man sich durchsetzt. Und es ist einfach... Ja, es ist einfach total erschreckend, dass dieses Männerbild, also es fängt mit der Körperlichkeit an, aber geht: halt auch weiter in diese Genderrollen, dass diese Härte da so propagiert wird. Naja, und das schützt ja auch davor, sich mit der eigenen Ohnmacht zu beschäftigen. Also wenn ich zynisch werde, dann muss ich auch nicht trauern. Wenn ich hart werde, muss ich meine Angst nicht fühlen. Wenn ich nur funktioniere, muss ich meine Erschöpfung nicht ansehen. Und das habe ich, als du es am Anfang erzählt hast, das gucke ich mir an, aber ich glaube nicht. Es war so deprimierend. hat mich echt zerstört und nicht im guten Sinne. Weißt du was, ich glaube, ich sollte einfach, ich gucke einfach nicht gern Dokus. Genauso wie ich ungern Sachbücher Obwohl ich es muss. Ich mag einfach Fiktion lieber, weil mich diese Realität einfach so fertig macht. Weil das gilt ja nicht nur für so extreme Szenen Also es gilt ja auch so im Kleinen.

Wie schnell man gereizt wird, wie schnell man über Leute urteilt oder sie abschreibt oder wie schnell man auch denkt, also ich kenne das auch, dass ich sage, es ist so: viel alles, ich kann das jetzt nicht auch noch fühlen. Ja und ich finde wichtig ist dabei auch, dass Härte oft wie Stärke wirkt, aber ja eigentlich gar nicht automatisch Stärke ist und gerade wenn so Jugendliche das dann sehen, verwechseln sie das ja auch damit. Eigentlich ist ja Panzerung jetzt, was das irgendwie so bildlich vielleicht nochmal so irgendwie darstellt auch, überhaupt nicht dasselbe wie innere Kraft zu haben und das finde ich, das ist so, gerade so bei jungen Menschen finde ich, das ist so fatal. Das ist dann so, ne ich glaube ich kann das nicht gucken.

Ich habe aber eine Doku gesehen, Barbara Becoming Shirin David. Shirin ist ihr zweiter Name hat ihr Papa ihr gegeben und ja also. Ich glaube, ich muss gar nicht so viel dazu sagen, weil alle haben sie gesehen oder werden sie noch sehen oder haben was davon mitgekriegt. Die ist zumindest, außer dir, die ist am 13.: März erschienen. Ich habe es sogar von Leuten gehört, die sich extra eine Erinnerung gemacht haben, weil sie direkt am 13. März diese Doku sehen wollten. Das ist ja wie bei mir und Bridgerton. Ja, bei Bridgerton habe ich das auch gemacht. Und ich fand es spannend, dass mein Einstieg über die Chevin David Doku eigentlich in eine ähnliche Richtung ging, wie bei dir jetzt als wir uns darüber unterhalten haben. Aber dann auch wiederum auf eine ganz andere Weise. Mich hat an der Doku nämlich gar nicht so sehr interessiert, was viele andere auf Social Media aber interessiert. Ob sie echt ist oder ob sie inszeniert ist, weil es gibt so Spekulationen darüber. Oder ich glaube, das stimmt auch, weiß ich aber nicht genau.

Dass es schon mal eine Doku gab, die gedreht wurde, aber die nicht ausgestrahlt wurde, weil sie damit halt nicht zufrieden war. Auf jeden Fall gibt es da tausende Spekulationen drüber. Und ich finde, das ist sowieso schon so eine typische Frauenfrage. Frauen werden ja nicht ständig gefragt, also Männer werden nicht ständig: gefragt, ob sie wirklich so sind, ob sie nur eine Rolle spielen. Wobei, ich finde, bei dem, was du gerade erzählt hast, schon. Absolut. Und ich finde, hat Louis Theroux auch total gut offengelegt. Louis Theroux. Also der hat einfach so eine Art. So eine journalistische Neugier, fast schon so ein bisschen unschuldig, wo er sie genau manchmal einfach reden lässt und manchmal so ein bisschen nachfragt, wo einfach gezeigt wird, das ist absolut eine Rolle, die die spielen. Also denen geht es wirklich nur darum, Geld zu machen. Und dann erzählen sie halt irgendeinen Scheiß, um berühmt zu werden, um mehr Klicks zu bekommen, um noch mehr Clips irgendwie für Social Media zu haben. Und was davon sie tatsächlich glauben und was davon sie wirklich leben, ist oft ganz anders. Ja und interessant finde ich aber jetzt bei der Chewin-David-Doku nochmal, wenn man die jetzt vielleicht nicht mit der Louis Theroux-Doku vergleicht sondern mit der Haftbefehl-Doku.

Das sind ja: zwei Rap-Personen Chewin-David und Hafti, die über die Dokumentationen gemacht worden sind. Und da erkennt man schon, finde ich sehr gut, wie geht unsere Gesellschaft und auch Social Media mit einem Mann um. Und wie gehen sie mit einer Frau um? Also die Frauen, die werden dann schon aufständig gefragt, ist sie wirklich so? Also da habe ich viel mehr drüber gelesen als bei Hafti zum Beispiel. Ist sie wirklich so? Spielt sie nur eine Rolle? Und mich hat aber eher beschäftigt ich habe einen Post von Christina Luntz gelesen, könnt ihr auch bei Christina Luntz auf Instagram nachlesen der hat mich wirklich sehr sehr nachdenklich gemacht, fand ich gut.

Nämlich dass erfolgreiche Frauen eben nicht einfach nur erfolgreich sein dürfen. Sie werden geprüft, sie werden total auseinandergenommen, sie werden kontrolliert. Der Erfolg von Männern und das finde ich sieht man auch in der Haftbefehl-Doku, der wird gefeiert Der Erfolg von Frauen, der wird nochmal geprüft und: untersucht.

Ja, total. Also dass Männern viel schneller Authentizität zugetraut wird, ganz ohne zu hinterfragen. Und bei Frauen ist das nicht so. Ja und das finde ich das sieht man bei Shirin David total. Diese enorme Brillanz diese Selbstbestimmung, dieses sich nehmen, was ihr zusteht und gleichzeitig aber auch diese Verletzlichkeit, diese Selbstzweifel diese Ängste unter dem digitalen Hass, die soziale Kontrolle, wo sie echt drunter leidet und es gibt so Szenen darin da denke ich, boah Also die ist, also ich meine, die war ja lange auf Platz 1 und so und eine große Öffentlichkeit und da würde man ja eigentlich denken so, boah die hat viele Menschen um sich herum und es gibt so Szenen in der Doku da hätte ich die am liebsten in den Arm genommen, weil ich so dachte mein Gott, du bist so einsam und: so ein trauriger Mensch irgendwie auch an so viel Stellen. Und irgendwie auch gleichzeitig ist das überhaupt nicht überraschend weil je erfolgreicher je sichtbarer je glänzender eine Frau wird, desto stärker setzt sich oft auch diese Kontrolle ein. Und damit einhergehend dann ja auch eine gewisse Einsamkeit, weil du die ganze Zeit damit auch beschäftigt bist, dich von dieser Härte irgendwie auch irgendwie zu schützen und dich davon abzugrenzen und Menschen um dich herum, also wieder ihre Schwester und ihre Mutter und so und Manager und so, die werden dann auch natürlich gezeichnet, so eine Doku und so, aber irgendwie trotzdem diese Einsamkeit, niemand kann das wirklich ja auch nachvollziehen, was sie da auch durchleidet.

Und die Härte dann sozusagen als Antwort darauf, auf diese Einsamkeit und diese... Diese Unsicherheit und diese Hilflosigkeit. Genau, aber natürlich auch ganz anders als das jetzt in der Manusphäre: so dargestellt wird. Also Frauen, die sollen ja klein bleiben, bescheiden, lieb kontrollierbar. Und wenn eine sich das dann nicht gefallen lässt, wenn sie sich nimmt, was sie will, dann wird sie eben umso brutaler geprüft. Und vielleicht ist genau das auch die Zumutung dass eine Frau gleichzeitig glänzen und Mensch bleiben will. Und die Welt ihr beides einfach auch überhaupt nicht gönnt. Und das kannst du dir jetzt in tausend Social-Media-Kommentaren zu dieser Doku anschauen. Und ich finde, das nimmt Christina Lund so wunderbar klar und so wertschätzend gegenüber Shirin David in ihrem Post auch in den Blick.

Ich finde ihr so toll wie Christina auch immer wieder auf Frauen feiert Und will mir da auch immer wieder auch nochmal mehr auch so ein Beispiel dran nehmen, dass wir... Uns auch viel mehr gegenseitig feiern. Und da führen diese beiden Dokus uns dann vielleicht doch, so unterschiedlich sie auch sind, zu derselben Frage,: was schützt uns eigentlich? Also was legen wir vielleicht so als Panzer an in dieser Zeit? Was macht uns vielleicht auch innerlich unzugänglich? Oder vielleicht auch anders gesagt, wie bleiben wir denn auch weich, ohne gleichzeitig auch schutzlos zu werden? Das finde ich nämlich auch total spannend. Und wie schützen wir uns, ohne dabei innerlich zu verhärten? Und das ist jetzt vielleicht auch das, worüber ich so gerne auch sprechen wollte heute. Weil ich an dieser Stelle einmal sagen will, was wir mit weich sein vielleicht auch überhaupt meinen. Ich das Thema ja reingebracht und gesagt, kommt her, lass uns mal darüber reden und so. Und nicht, dass wir da jetzt missverstanden werden.

Vielleicht noch einmal ganz kurz, Was meinen wir überhaupt mit weich sein? Also weich bleiben oder weich sein heißt nicht naiv sein. Es heißt auch nicht, alles schön zu reden oder keine Konflikte zu: dulden, keine Haltung zu haben. Oder auch, es heißt auch nicht, sich alles gefallen zu lassen Ja genau, ich finde, es heißt nämlich viel mehr, ich lasse mir auch meine Berührbarkeit, meine Nähe die ich auch haben kann, die lasse ich mir nicht komplett abtrainieren. Ich will noch trauern können, ich will noch staunen können, ich will noch Mitgefühl haben können, ich will noch hören können, was wirklich ist in mir, aber auch in dir und in meinem Gegenüber Und ich will nahbar sein, verbunden sein irgendwie auch. Für mich heißt es auch, nicht jede Unsicherheit sofort in Härte zu übersetzen.

Um Unwohlsein, auch Ambivalenz aushalten zu können und nicht sofort immer alles wissen zu müssen. Ja, so wie ich nicht wusste wie der ausgesprochen wird. Bluey through. Through. Manusphäre. Genau, und das ist dann vollkommen okay, wenn man das mal nicht weiß. Also nicht sofort alles wissen zu müssen, nicht sofort alles: einsortieren zu müssen in die und die Schublade und auch nicht sofort eine Meinung parat haben. Ja, und gleichzeitig aber auch Grenzen zu setzen. Und ich kann auch, das ist ja auch so eine Lüge die man irgendwie so als Mädchen mitgekriegt hat, Grenzen setzen, das hat dann auch was mit Kälte zu tun und so. Und Grenzen setzen hat überhaupt nichts mit Kälte zu tun. Und weich heißt ja nicht, grenzenlos zu sein und alles mit mir machen zu lassen. Ganz im Gegenteil Ich glaube, echte Weichheit braucht oft gute Grenzen, damit sie nicht selbstzerstörerisch ist. Ja, und deswegen ist es ja auch nicht einfach nur so ein Feel-Good-Ding, nicht nur so ein Wohlfühlprogramm. Ja, genau. Und gerade deswegen ist es eben auch Arbeit, also innere Arbeit, Beziehungspraxis politische Praxis Und geistliche Praxis vielleicht auch, ja.

Also im Urlaub zum Beispiel, da wo ich jetzt gerade bin, wenn ihr: das hört. Falls ich noch mal draufhänge. Ja, ja ja. Ich habe mir vorgenommen, ich will journalen Journaling machen. Dadurch habe ich es wieder falsch ausgesprochen. Was aufschreiben? Was aufschreiben Tagebuch führen. Was ist es denn? Ist es nicht Tagebuch führen Ja auch. Aber mehr auch so in Richtung Awareness, Dankbarkeit Gefühle und so weiter. Weißt du, meine Kids, die haben so Gefühlstagebuch. Das ist so ein bisschen wie Journaling. Also nicht nur ich habe heute das und das und das und das gemacht, sondern ich habe mich so und so und so und so dabei gefühlt. Ja, aber daran dachte ich auch. Also ein Tagebuch führen. Weil ein Tagebuch, schreibst du ja nicht nur heute das und das passiert Die Leute sagen Journaling. Also eigentlich sagen sie Journaling, aber egal.

Sag einfach Tagebuch komm. Sag einfach Tagebuch Vielleicht sollten Menschen wie ich lieber Tagebuch sagen. Naja, egal. So. Alle anderen, die auch Journaling sagen, fühlen sich jetzt auch wieder gut. Jawohl ich habe es immer so gesagt wie Sarah. Wir: sagen Louis Theroux. Wir sagen Journaling. Wir sagen Monosphäre. So, also, ich liege gerade am Strand und journal da so vor mich her, habe ich mir überlegt. Hast du heute schon gejournalt? Ich gehe dann nicht nur joggen, ich gehe dann auch journalen in meinem Urlaub. So, also, wir können da dann ja nochmal drüber reden. Damit habe ich den Druck jetzt erhöht vor meinem Urlaub damit ich auch im Urlaub mein Tagebuch führe. Das wird ja auch voll überprüft dann. Natürlich überprüfst du das. Du denkst doch daran und wirst mich nach dem Urlaub vor allen tausenden Menschen mich hier kontrollieren fragen, wie ich so Hast du heute schon gejournalt? Wie ich so gejournalt habe im Ah, jetzt sagst journal, ah okay Ich kann das ja.

Bist ja auch lernfähig Bin ja lernfähig ja. So, mein Journal, jetzt habe ich dich vollkommen rausgebracht, ne? Ja ja ja. Also, nochmal zurück. Nicht zu erhärten. Ja. Nicht hart zu werden Und sich auch nicht immer selbst so ernst zu nehmen Weißt: du das auch ganz gut. Ja. Es ist aber auch, vor allem in dieser Zeit, eine Form von Widerstand, würde ich sagen. Ja. Weil das eben, also die Welt da draußen, ich rede jetzt so ein bisschen wie diese Manusphäre-Leuten, die sind auch immer so, also die sind auch voll krass mit Verschwörungstheorien und die dort oben. Also die reden auch immer so von The Matrix, also von der Matrix. Das habe ich schon verstanden Matrix? Aha, Matrix. Kennst das mit also du kennst den Film, ne? Ja natürlich. Und du kennst auch das Du kennst den Zweitnamen. Von unserem zweiten Kind? Ja, stimmt. Tja, alle fragen sich jetzt wie heißt du das Zeug Trinity. Lawrence Fishburne. Also es gibt da ja die Szene mit der blauen Kapsel und der roten Kapsel.

Willst du es wissen oder willst du es nicht wissen? Genau, und diese: Manusphäre-Leute, die nennen sich ja auch die Red Pill Community. Also die haben quasi die rote Pille genommen, für sich für die rote Pille entschieden und sind deswegen, die durchschauen alles, die wissen alles, die haben auch diese ganzen Verschwörungstheorien Sehr stark antisemitisch und alles mögliche total durchschaut und sie wissen halt, wo es lang geht und was richtig ist, was auch für die Frauen richtig ist und was für Männer richtig ist und so weiter Das ist alles sehr eindeutig sehr, sehr klar. Aber halt das Fundament, dann kommt da mal so ein Louis Theroux daher und stellt die richtigen Fragen und lässt mal nicht locker oder lässt die einfach mal reden und sich selbst quasi dekonstruieren, weil das alles auf einem sehr dünnen Fundament von Unsicherheit und schrecklichen Kindheiten und chronisch online sein und Alles darauf fasst.

Egal. Was ich sagen wollte ist, diese Welt da draußen will, dass wir unsicher sind und will, dass wir nicht auf unsere Grenzen achten und will, dass wir erhärten. Und deswegen ist: eben dieses nicht hart zu werden und auf sich zu achten und auf andere zu achten und miteinander zu sein, statt so isoliert zu sein. Was nämlich dieses Männerbild auch ist, dieses Alpha-Males, der eben so ein Alpha-Tier ist und alleine gegen die Welt sozusagen ist und nur für sich selbst kämpft, ist es quasi eine Form von Widerstand. Dem nicht zu folgen. Yes. Alpha-Männchen wollte ich gerade noch sagen. Also Alpha-Males gesagt. Alpha-Males? Alpha-Männchen. Wusstest du, dass dieses Bild von dem Alpha-Tier bei den Wölfen, da ist man ja immer davon ausgegangen, da gibt es ein Alpha-Tier, was die ganze Herde anführt. Und der Wissenschaftler der das herausgefunden hat, musste später zugeben, dass er einen Fehler gemacht hat. es eigentlich ein Schaf.

Nein weil er hat Wölfe untersucht die nicht: in der Wildnis leben. Und das ist nämlich kein Verhalten von Wölfen in der Wildnis. Dort lebt man nämlich wirklich im Rudel. Und es gibt Elterntiere, die gemeinschaftlich und so weiter und so fort. Also dieses Alpha-Männchen-Verhalten ist eigentlich ein Verhalten von Tieren, die in Gefangenschaft sind. Und er hat quasi dann auch seine ganze weitere Karriere damit verbracht, darauf hinzuweisen, Alpha-Männchen-Verhalten ist nicht das Verhalten von freien Tieren. Aber deine Männer in der Manusphäre, die fühlen sich ja auch gefangen, deswegen haben die ja rote Pille genommen. Ja, beziehungsweise sie tun so, als wären sie frei.

Ah ja, okay. Also zurück nochmal zum Weich-und-Hart-Sein. Mich hat das vor allem in den letzten Wochen diese Frage so konkret beschäftigt weil es waren ja internationale Wochen gegen Rassismus. Und ich muss echt sagen... Unsere Terminkalender waren voll.: Also deiner vor allen Dingen. Das hat mich aber irgendwie dieses Jahr, letztes Jahr waren wir ja Franz-Seat-Lesereise da waren wir so zusammen unterwegs und so. Das war irgendwie, das müssen wir nächstes Jahr nochmal wieder anders machen. Also so wie dieses Jahr ist kein ich nochmal. Das war wirklich belastend für mich. Und ich habe mich echt gefragt, liegt das an der gesamtgesellschaftlichen Situation, liegt das an mir? Vielleicht auch die Dichte. Also wenn du Tag für Tag in einer kurzen Phase immer wieder... Ich weiß auch nicht. Aber das nächste Jahr darf das auf keinen Fall so eskalieren wie das in diesem Jahr eskaliert ist. Naja, jetzt liege ich ja am Strand. Aber, also ganz praktisch ja. Sie wollte es nur noch einmal unter die Nase reiben. Ja, nur noch einmal kurz hier so. Vielleicht liegt er ja auch gerade am Strand, kann ja sein.

Also ich bin ja nicht die Einzige die zu Ostern am Strand liegt. Ja, so, also. Aber, bevor ich zum Strand gekommen bin, waren ja internationalen Frauen gegen Rassismus Sie hatte es sich: verdient, Leute. Ja, genau. Eigentlich erzähle ich das, was ich jetzt erzähle, nur damit ihr alle gleich denkt, Gott sei Dank liege die Arme jetzt am Strand. Also, es gab... Wir gönnen es dir total. Das Kunst macht auch unglücklich. Also, es gab wirklich super viele übergriffige Situationen Bei Lesungen es gab viele Momente in denen so rassistische Stereotype reproduziert worden sind. Und viele Situationen in denen ich irgendwie gleichzeitig aufklären musste und auch das Gefühl hatte, ich muss mich gleichzeitig aber auch selber schützen, weil niemand da ist, um mich zu schützen. Und bei einer Lesung zum Beispiel, da hat mir eine Frau einfach so in die Haare gefasst. Ich bin da so zurückgegangen sie konnte nicht ganz zugreifen. Im letzten Moment bin ich so zurückgegangen, weil sie wollte mal... Die stand so... Die stand so vor mir und war richtig aufgebracht und guckte mich an und sagte, also ganz ehrlich, so richtig schwarz sind sie ja auch nicht.

Wenn ich sie so auf der Straße gesehen hätte, ich hätte mich jetzt nicht gefragt, wo sie herkommen. Und weil ihre: Locken und dann wollte sie gerade zugreifen, die sind ja auch nicht so ganz kraus. Und ich fand das so, da in der Liebe und in der Weichheit zu bleiben, das war echt die Herausforderung meines Monats. Und weil das ist ja nicht nur einfach übergriffig im Allgemeinen, das ist ja auch, das beinhaltet ja auch so eine rassistische Geschichte Dieses Behandeln eines Körpers als etwas, das man anfassen darf, bestaunen darf, das man überschreiten darf. Weil die haben wir ja hier schon in Menschenzoos ausgestellt und damit darf man halt so umgehen, so ungefähr.

Daher ist das natürlich nicht bewusste Abläufe aber unbewusst schwingt das ja total mit. Jaja, so eine... Das steht ihr zu und du musst dich ja gehen lassen und du bist ja dann auch in solchen Situationen oft noch in einer Rolle, in der du präsent und freundlich und professionell, du arbeitest da ja und die konsumieren quasi, sind ZuschauerInnen und: du bist dort, um deinen Job zu machen. Also musst du auch noch professionell bleiben. Ja, total. Also das finde ich ist ja so auch das Erschöpfende. Es ist nicht nur anstrengend Rassismus zu erleben, es ist anstrengend dabei auch noch die ganze Zeit Pädagogisch ruhig klug und anschlussfähig bleiben zu wollen. Und das will ich ja auch. Das ist wirklich mein Anspruch. Das will ich auch aus tiefstem Herzen. Und dazu kommt dann, ich halte auch noch, habe ich in den letzten Wochen, das kam jetzt auch noch mal so digital dazu, habe ich mein Gesicht so oft für Kirche dann auch in die Kamera gehalten. Hier noch mal ein Interview, da noch mal ein Reel, da noch mal ein Post und so.

Also ich bin auf Social Media sehr sichtbar gewesen im März. Und dann kam auch jede Menge Hasskommentare natürlich darunter. Oh, what a surprise, wir reden über Rassismus Und da kommen jetzt Hasskommentare das ist ja ein Ding. Also für viele Kirchen war das so wie, du hast das doch so nett gesagt, das kann ja gar nicht sein, da kommt: doch nichts. Für dich ist das nichts Neues. Ja, und dann war so das Verhalten von denen die dann so Co-Posts und so gemacht haben, auch erst mal so. Stilles Staunen oder so, keine Ahnung. Jedenfalls musste ich mich dann in diesen Kommentarspalten da abarbeiten. Ich habe da diskutiert und habe da irgendwie auch versucht, mich irgendwie selber zu schützen. Und dann habe ich nochmal was auch in meinen Storys gepostet Dann habe ich ja einige sehr liebe FollowerInnen, die dann auch nochmal ihren Senf dazu geben. Aber wo ich so denke, liebe Kirche, ihr habt doch das hier gepostet. Also ihr seid übrigens auch die Einzigen, die das gerade löschen können. Und ich kann das nicht. Haben die dann auch im Nachhinein gemacht. Also ich muss auch sagen, mit denen ich dann da zusammengearbeitet habe, die waren auch nett. Und haben dann auch, nachdem ich was geschrieben habe und aufmerksam gemacht habe, haben die dann auch. Was gemacht. Es ist jetzt ja nicht so aus bösem Willen passiert.

Aber das zeigt ja auch nochmal, dass das ja nicht nur eine persönliche, also es ist: eine persönliche Sache, es passiert dir als Mensch und du siehst das und du kriegst das ab und fühlst das, aber es ist ja auch strukturell. Ja, total. Es ist ein Strukturproblem und Kirche meint das eben auch gar nicht böse, dass sie mich da so nicht proaktiv geschützt haben, aber sie ist halt in vielen Bereichen, also die Kirche jetzt oder die Menschen in Kirche, die sind halt in vielen Bereichen einfach nicht genug ausgebildet und geschult, um People of Color in diesen Situationen auch wirklich schützen zu können, weil sie gar nicht wissen, was Schutz bedeutet. Das macht ja auch was mit einem, ja. Es gibt ja, es gibt auch aktuelle Studien, die sehr klar zeigen, dass Rassismus in Deutschland kein Randproblem ist, sind ja auch manche jetzt veröffentlicht worden im März, und dass Diskriminierung die mentale Gesundheit massiv belastet. Und ich merke das ja natürlich auch.

Das ist irgendwie nicht abstrakt sondern das war so allgegenwärtiger Teil auch meines Alltags Es gab so eine Situation noch, auch bei so einer Veranstaltung, ich versuche das jetzt alles auch: möglichst nicht so zu erzählen, dass man das rückverfolgen kann, wo das jetzt so war. Aber es gab eben auch eine Begegnung, die mich auch noch mal, ja, manche Begegnungen haben mich auch einfach jetzt auch tief beschäftigt so, ja. Und eine Begegnung war zum Beispiel, nach einer Veranstaltung kam eine ältere Frau zu mir, die ist sehr, sehr engagiert auch in der Arbeit auch mit internationalen Menschen und Kindern und so. Und die fing total an zu weinen. Und sie macht total viel Gutes, erzählte sie, arbeitet mit Geflüchteten. Und dann sagte sie mir aber auch, dass sie selbst selber auch Angst hat vor muslimischen Jugendlichen, weil sie denkt, dass sie auch manchmal von denen ausgelacht wird, dass sie komisch angeguckt wird und so.

Und natürlich ist das einerseits Und verinnerlicht da antimuslimischer Rassismus. Und das ist auch, muss ich ehrlich gestehen auch ein Triggerpunkt bei mir, auch familiär bedingt und so. Und deswegen muss man das schon auch klar: benennen. Aber gleichzeitig war da ja auch etwas anderes, dass sie sich mir da überhaupt anvertraut hat. Und das konnte ich in dem Moment auch gut sehen, dass sie Angst hatte, da etwas öffentlich zu sagen. Und das sagte sie auch, wenn ich das jetzt öffentlich gesagt hätte, dann wäre ich hier ausgebucht worden. Und dann hätten die Leute gesagt, ich bin rassistisch und das bin ich wirklich nicht. Und eigentlich war es ja ihr gegenüber, von ihrer Seite auch ein Vertrauensbeweis, dass sie das mit mir geteilt hat in dem Moment. Sie hat sich ja dann auch verletzlich gemacht in dem Moment. Total, ja. Und weil ich antimuslimischen Rassismus jetzt auch nicht kleinreden will, überhaupt gar nicht, ich glaube auch nicht, dass Menschen umlernen, wenn sie nur Angst haben, das Falsche zu sagen und dann moralisch komplett auch abgeschrieben zu sein.

Weil das war ja die reale Angst dieser Frau auch. Und da habe ich sehr lange drüber nachgedacht weil wir brauchen ja Räume, in denen Menschen auch solche Gefühle äußern können.: Gleichzeitig gibt es Menschen, denen das richtig weh tut. Und ich merke ja in mir selber auch, dass es Triggerpunkte gibt und gleichzeitig möchte ich mich dem aber auch aussetzen, weil ich möchte solche Räume gestalten. Und zwar nicht damit solche Menschen Recht behalten, sondern damit sie die Chance haben, das bearbeiten zu können. Ja, damit es nicht, damit es dann... auch nicht nach rechts irgendwann kippt weil sie irgendwann das Gefühl haben, ich darf ja gar nichts mehr sagen und dann gehe ich halt dahin wo die Menschen mir zuhören, wenn ich sowas äußere. Und die Rechten die halten die Türen auf in ihren Netzwerken und deswegen... Und nochmal ist es mir so wichtig, dass wir, wenn Menschen sowas äußern, ihnen nicht das Gefühl geben, dass sie rassistisch sind, ihnen nicht das Gefühl geben, dass sie böse sind, dass Menschen Angst haben, ihre Gefühle zu äußern und Angst haben, ausgebucht zu werden.

Das beschäftigt mich wirklich. Und da spricht ja auch einfach eine sehr starke Unsicherheit. Also hier geht es ja nicht nur darum, was darf ich oder was ist: akzeptabel oder was ist irgendwie salonfähig in diesem öffentlichen Raum, sondern ist das, wie ich bin, in Ordnung? Also diese Gefühle auch, obwohl sie vielleicht basieren auf einer rassistischen Sozialisierung, die uns ja alle das haben wir ja auch Ja, genau. Aber sie sind ja trotzdem da und diese Gefühle auch nicht abzuschreiben und zu sagen, du bist falsch, weil du das fühlst. Ja, und das ist aber dann ja auch so eine Gratwanderung. Ich habe ja gerade mein Buch abgegeben, habe ich auch noch fertig geschrieben im März, werde ich abgegeben haben, wenn ich jetzt am Strand liege.

Um es jetzt grammatikalisch genauer zu nehmen Aber wird passieren, weil es ist in diesem Moment eigentlich auch schon fertig. Naja, so. Es erscheint im Oktober und da habe ich auch nochmal darüber geschrieben, solche Räume dann auch zu: halten, ist auch total schwierig, weil auf der einen Seite hast du Menschen wie diese Frau, die Raum brauchen Und deswegen halte ich getrennte Gruppen übrigens auch für sehr wichtig an manchen Stellen, die das auch äußern können. Keine Angst haben, Verbote zu haben, keine Angst haben, ausgebucht zu werden. Auf der anderen Seite aber auch Menschen of Color zu schützen, die das richtig verletzt, wenn Leute sowas sagen auch. Und das ist ja echt eine Grafwanderung Also du wirst dann so ein Auffangort, wo alle Leute einfach so ihre Ängste und ihre Unsicherheiten und ihren Hass ja zum Teil auch so abladen.

Und du musst das alles tragen Ja und in meinen Lesungen passiert, um ehrlich zu sein, auch beides. Da sitzen People of Color, die hören sich das ja auch alles an, was ich da höre. Das ist auch wirklich was, was mich so bewegt. Nun ist das ja auch für People of Color nichts Neues sowas zu hören. Und gleichzeitig muss ich dann aber auch mir eingestehen meine Lesungen sind keine: Schutzräume. Weil ich dazu ja auch einlade, dass weiße Menschen... Und auch People of Color sind ja, also das ist ja auch nochmal so ein Trugschluss People of Color sind auch keine Heiligen, sind auch rassistisch sozialisiert. Also es ist ja jetzt so. Und ja, aber diese Räume auch offen zu halten, in denen Menschen ehrlich werden können und das eben bevor Härte, bevor Scham und Abwehr ja auch irgendwie das Menschsein so übernehmen, das ist mir einfach total wichtig in der Gleichzeitigkeit, aber eben auch marginalisierte Menschen, das betrifft ja jetzt nicht nur People of Color, auch behinderte Menschen, queere Menschen.

Menschen, die halt nicht in der Norm so mitgedacht werden, die nicht zum großen Wir gehören der Kirche oder so, dass die eben nicht retraumatisiert verletzt werden, sondern dass wir auch einen Schutz. Für diese Menschen finden. Ja, aber: lass uns noch mal einen Schritt zurückgehen zum Thema Härte noch mal. Warum ist das denn so attraktiv? Also jetzt nicht nur bei Shirin David, um so dieses Image zu haben, oder bei den Podcast-Bros, bei den Manosphere-Bros oder auch vielleicht sogar für Leute wie dich, die halt ständig sowas ausgesetzt sind. Da ist das schon auch attraktiv sich da so ein Panzer anzulegen. Ja voll, weil Härte verspricht ja auch Kontrolle. Ja, und auch Entlastung weil wenn ich hart werde, muss ich einfach nicht mehr so viel fühlen Und das tut ja auch weh. Ja, und Zynismus schützt ja auch vor Trauer Wenn ich zynisch werde, dann ist das so ein bisschen so hä-hä. Und Funktionieren schützt irgendwie vor Erschöpfung, also weil ich weiß, ich kann auch weitermachen, ich kann auch einen Termin annehmen in den internationalen Raum gegen Rassismus und Menschen abzuschreiben.

Das schützt mich ja letztendlich auch vor Enttäuschung. Wenn ich dich schnell abschreibe kannst du mich nicht enttäuschen. Ja, aber es hat halt auch einen Preis. Total, Härte stumpft einfach, glaube ich total ab.: Also sie macht weniger beziehungsfähig und auch politisch macht sie einen oft am Ende eben auch nicht freier, sondern eben, um hier dein Manusphäre-Wort zu nehmen, abgepanzerter irgendwie so. Ja und diese Panzerung ist halt nicht dasselbe wie lebendig sein. Ja, und wie gehe ich jetzt dann damit um, Thea? Das habe ich jetzt eigentlich so gewollt. Denn wir machen jetzt den Podcast und du sagst mir jetzt, wie kann es denn besser Ich soll dir das sagen. Lass mal praktisch werden. Weich in harten Zeiten. Jetzt kommst du. Also ich glaube, das Erste ist einfach eben diese Überflutung diese eigene Überforderung, die man manchmal auch empfindet auch ernst zu nehmen. Also auch nicht so tun, als könnte man unendlich Nachrichten Krisen Empörung, Gewaltbilder Katastrophenmeldungen aufnehmen, ohne dass das etwas mit einem macht.

Ja, total. Also: Aufmerksam sein ist ja total wichtig, aber Dauerüberflutung die macht nicht automatisch politischer und menschlicher. Das dachte ich auch lange. Ich muss einfach nur alles wissen und dann kann ich auch mit allem umgehen. Aber es ist ja eben gerade diese Dauerüberflutung die... Irgendwann abstumpft. Ja voll. Man nimmt das ja dann auch nicht mehr bewusst wahr. Ja, genau. Und ich war eine Zeit lange auch so, oder ich neige auch dazu, das nicht so zu dosieren. Aber ich höre ja, ist ja auch kein Geheimnis, ich höre ja total gerne Kaulitz-Hills, auch mal was Leichtes Eskapismus. Genau. Und ich habe mir jetzt übrigens auch vorgenommen, ich habe mich letztens so geärgert boah da bin ich schon wieder, ich gucke ja, ich habe ja eine komische Angewohnheit, dass wenn ich abends in Hotelzimmern alleine bin, unter der Woche, was ja jetzt in den internationalen Wochen gegen Rassismus häufig vorgekommen ist, dann gucke ich ja Markus Lanz zum Einschlafen.

Das ist aber auch, weil zu der Uhrzeit unter der Woche Also kannst du dir irgendwie ein Tatort von vor 100 Jahren angucken oder: halt Lanz. Und das funktioniert auch zum Einschlafen, weil als wir letztens uns ein Hotelzimmer geteilt haben, hast du Lanz angemacht und ich war innerhalb von Minuten weg. Ja aber ich habe mich dann letztens so aufgeregt und interessanterweise da kann man jetzt auch, wenn PsychologInnen zuhören, sagt gerne was dazu, was ihr dazu denkt. Und weil interessanterweise ich reg mich auf und beim Aufregen schlafe ich ein. Das ist ja auch eine interessante Mischung. Normalerweise denke ich so Menschen, die macht das dann mit deinem Schlaf auch? Ja, also ist das gut für die Schlafhygiene wenn mit so einem Grundgefühl dann auch, das übernimmst du dann ja auch in deinem Unterbewusstsein. Ja, aber ich glaube, ich schlafe so wenig dass ich trotzdem fest schlafe. Also ich werde jetzt bewusst, zumindest werde ich nicht wach oder so, keine Ahnung. Na jedenfalls habe ich mir vorgenommen, das hat mich so sehr geärgert, ich habe mich so über diese Sendung diese Folge geärgert dass ich gedacht habe, ich dosiere das vielleicht jetzt doch mal in Zukunft.

Vielleicht gucke ich doch mal was: anderes. Also nicht komplett wegsehen, vielleicht gucke ich noch ab und zu nochmal rein aber auch nicht alles ungefiltert einfach so in mich reinschütten ständig Und für mich gehört dann eben letztendlich vielleicht auch nochmal dazu, um nochmal jetzt von Lanz wegzukommen und wieder zum Weichsein zu kommen. Und wie man damit umgeht, ich habe dir zwar die Frage gestellt, ich habe mir natürlich auch Gedanken dazu gemacht, dass wir Räume haben, in denen wir auch mal nicht performen müssen. Also zum Beispiel gerade der Raum, wo ich gerade bin, ich liege ja gerade am Strand.

Und ich glaube, auch vieles wird hart. Wir können daraus so Trinkspiel machen, Leute. Jedes Mal, wenn Sarah erwähnt dass sie am Strand liegt, könnt ihr einen Shot zu euch nehmen. Auch alkoholfrei natürlich. Und dann schaut ihr mal, wie besogen ihr seid am Ende dieser Folge. So also.: Oder so ein Ingwer-Shot, wie gesund ihr seid. Aber ich glaube, so viel Vitamin C dann auch, ist ja auch meistens Gefühl zu Durchfall. Also, macht's lieber nicht. Jubelt mir einfach zu jedes Mal wenn ich erzähle, dass ich am Strand liege. Also, aber ich glaube zum Beispiel auch in diesem ganzen politischen, auch mit diesen Überschüttungen und so, wird man, glaube ich auch hart, wenn man Trauer zum Beispiel überspringt. Also ich bin, nochmal ganz in einer ganz anderen Weise, jetzt gar nichts Politisches, sondern Trauerfall in den letzten Wochen sehr intensiv mit Trauer in Kontakt gekommen. Und da ist mir nochmal wichtig geworden, Dass das so wichtig ist, dass wir Räume für Trauer öffnen. Ob das jetzt ist, wenn jemand stirbt oder ob das jetzt auch im Politischen ist oder wenn Weltbilder zerstören oder so.

Wenn man nie trauert, dann wird man oft bitter. Und vielleicht auch, Freude nicht als Verrat zu behandeln. Also Freude auch zuzulassen.: Also nicht zu denken, man dürfe in schwierigen Zeiten nichts Schönes mehr spüren. Nee, ich spüre ja auch gerade, was Schönes am Strand. Und noch ein Shot, Leute. Also ich meine jetzt Zärtlichkeit, Humor Schönheit, gutes Essen, Musik, Berührung Gebet, Stille Gemeinschaft. Das ist schön und das dürfen wir auch haben. Ja, und das ist ja nicht unpolitisch. Ja, genau. Das sind ja auch... Häufig die Dinge, die uns davor bewahren, innerlich auszutrocknen. Und wie wir schon gesagt haben, also weich zu bleiben ist auch ein politischer Akt in diesen Zeiten. Und diese Dinge helfen uns ja dabei auch eben nicht zu erhärten.

Ja, und gleichzeitig aber auch nicht immer am Strand zu liegen, sondern auch in der Wirksamkeit zu bleiben. Also in den Handlungen. Also ich habe ich ja wieder erwähnt, dass ich am Strand liege. Hast du gemerkt, ne? Oh Gott. Also ich bin, ich wäre jetzt schon so durch: Also auch in der Handlung zu bleiben. Und damit meine ich gar nicht jetzt so unbedingt wie du und ich, dass wir irgendwie Vorträge halten und so, sondern auch Im Kleinen etwas tun. Ich merke so sehr, wie ich mich auch verbinden kann mit Menschen, die mir im Alltag begegnen. Ob das jetzt beim Aldi an der Kasse ist, ob das irgendwie beim Sport ist, ob das beim Spazierengehen ist, ob das am Strand ist. Also sich auch mit Menschen zu begegnen, sich zu verbinden und einfach auch Freundlichkeit auszustrahlen. Das hilft ja vielleicht manchen Menschen sogar schon. Und auch eben zu merken, wenn ich mich ohnmächtig fühle, dann werde ich auch hart. Aber niemand von uns ist ohnmächtig Handlung macht dabei auch häufig auch nochmal lebendiger, dass ich mich nicht so ohnmächtig fühle. Und ich musste dabei auch an so ein wunderschönes...

Buchdenken, Radical Transformation heißt es. Das ist, das kann ich euch allen echt empfehlen, ist bei: Ulstein erschienen, ist auch auf Deutsch, auch wenn der Titel jetzt gerade Englisch ist. Und da geht es genau um diese Gegenbewegung, dass in Krisenzeiten nicht noch mehr Härte nicht noch mehr Kontrolle und noch mehr Abspaltung helfen, sondern eben Verbundenheit, das Ernstnehmen von Gefühlen und auch von emotionaler Klarheit. Das mache ich ja mit meinem Journaling. Journaling Ich das toll, dass du jetzt Journaling sagst. Ja und Manosphere. Und jetzt noch Louis Theroux. Also genau, Gefühle eben, es ist ja nicht nur eine Privatsache, sondern, also ist es auch, aber es ist eben auch eine politische Ressource. Ja genau und vielleicht ist Weichbleiben gerade jetzt auch.

Eben deswegen auch keine Schwäche sondern eine Form, und das wird in diesem Buch total klar, von politischer und auch geistlicher Intelligenz. Und wenn du das jetzt konkret auf dich beziehst, was hilft dir gerade nicht hart zu werden?: Ich glaube für mich helfen Räume wie... Und bei Phoenix zum Beispiel, also ihr habt ja jetzt Mutloh in der letzten Folge gehört und Orsten und so auch, sind ja alles Menschen, die auch bei Phoenix e.V. sind. Und da bin ich auch in so Reflexionsgruppen und so. Oder auch hier bei uns, bei der VEM auch zu sein mit Menschen, mit denen wir so miteinander unterwegs sind. Also Orte, an denen ich nicht ständig auch irgendwas erklären muss, warum jetzt irgendwas rassistisch ist oder so. Und Orte an denen ich nicht erst meine Realität auch irgendwie erklären und beweisen muss oder so. Und auch Orte, an denen man dann auch gemeinsam, das tun wir ja auch hier im Podcast, versuchen wir ja auch, gemeinsam lachen kann. Und ich glaube, Weichheit die hält nur, wenn sie dann auch, wenn du nicht alleine bist, sondern wenn du verbunden bist mit anderen Menschen. Das finde ich ist wirklich, das ist so, so wichtig, verbunden zu sein.

Solche Räume solche Menschen zu haben. Und da muss ich sagen, ich glaube, das habe ich mir in den letzten: Jahren auch nochmal. Viel, viel bewusster so gesucht und gestaltet solche Räume und solche Menschen. Ja, was du vorhin gesagt hast, so Räume, in denen ich nicht performen muss. Weil wir sind ständig eigentlich in diesen Rollen gerade auch, wenn wir arbeiten. Und das ist ja, also jetzt bei dir zum Beispiel, ja nicht nur, wenn du hier im Büro bist, sondern vor allem auch in der Öffentlichkeit. Und da dann auch wirklich solche Orte zu haben, wo man eben nicht performen muss. Und ja wir wollen aber heute nicht nur beim Stachel bleiben, sondern natürlich auch in Richtung Hoffnung uns wenden.

Etwas fürs Herz. Ja, ich habe jetzt viel... Das herausfordernd, das ist aus meiner Arbeit der letzten Woche auch geteilt, Wochen. Und am Ende war mir jetzt, glaube ich nochmal wichtig, dass ich auch einen: positiven Blick nochmal setze. Und das ist mir, glaube ich, auch so wichtig, auch nochmal zum Weichsein, weil ich gerade auch selber versuche, meine Aufmerksamkeit nicht nur auf das zu trainieren, was irgendwie herausfordernd ist, was kaputt ist, sondern auch auf das, was tatsächlich wirkt Und auch auf so viel Schönes, was auch passiert. Und ich will mehr sehen können auch, dass wir etwas bewirken können. Ja Selbstwirksamkeit ist ja auch da, als wir über Resilienz gesprochen haben, auch nochmal dokumentiert Das ist auch was total Wichtiges Und deswegen habe ich mir überlegt, dass ich von zwei schönen Begegnungen aus den internationalen Wochen gegen Rassismus zum Schluss als Herz erzähle.

Eine Begegnung war mit einer Frau, die... Nach meiner Lesung zu mir kam und total geweint hat und auch wirklich schon einfach sehr, sehr fertig aussah auch. Also wirklich vom: Leben auch geplagt und mitgenommen. Und die hat mir dann unter Tränen erzählt, irgendwie wollte mich in den Arm nehmen und so. Aber es war wirklich ein sehr angenehmer Moment, also nicht so ein übergriffiger Moment, weil das so ein Moment der Verbundenheit war. Und sie mir aus einer ganz anderen Perspektive dann gesagt hat, boah, du hast gerade so, ich habe noch niemanden in der Kirche so darüber sprechen gehört Dass du immer als die andere wahrgenommen wurdest und mir geht es auch so und sie hat teilweise in ihrem Leben halt auf der Straße gelebt und war drogenabhängig und so und sagte und dann war ich in der Kirche und wurde immer, ich kenne dieses Gefühl so gut, so angeguckt zu werden, so zu der anderen, zu der Hilfsbedürftigen und so, aber nie zu dem großen Wir zu gehören.

Und das war so schön, das hier von dir in dieser Kirche jetzt auch zu hören, weil hier ist der Ort, wo ich seit einem Jahr hinkomme und wo ich erstmals das Gefühl habe, Menschen begegnen mir auf Augenhöhe. In Kirche? Ja, wo ich gelesen habe: dann auch. Das fand ich so schön, dass ja eben auch bei der ganzen Kritik die ich so an Kirche auch immer auch habe und vertrete und so, das würde ich ja nicht tun, wenn es nicht auch solche Momente gäbe. Also wenn ich sagen würde, die Kirche ist hoffnungslos verloren. Dann würde ich ja die Arbeit gar nicht machen. Und das war so eine schöne Begegnung, wo ich nochmal gedacht habe, ja, Kirche kann das, kann Ort sein für Menschen, die so einsam auch sind. Und da sind so viele da draußen, dafür musst du nicht mal auf Straße leben und drogenabhängig sein und so.

Und eine zweite Begegnung war, und ihm habe ich versprochen, ich werde ihn namentlich im Podcast erwähnen, weil, er hört auch zu, Grüße gehen raus an Makan Mamata. Makan Mamata lebt in der schönsten Stadt Deutschlands, welche ist das? Oberhausen Oberhausen ja! Und in der Kirche in Oberhausen hat er, und das hat mich nochmal, glaube ich so bewegt weil das war auch zu der Zeit wo ich in Oberhausen gelebt habe und: aufgewachsen bin, da hat er 1993 was total Schönes erlebt. Er ist 1992 nach Deutschland geflüchtet aus Togo und hat hier wirklich ganz, ganz ... Schrecklichen Rassismus auch erlebt. Anfang der 90er, muss ich jetzt nicht viel erklären dazu. No surprise. Und dann wollte er weiterziehen nach Belgien. 1993. Weil er das einfach nicht mehr ausgehalten hat in Deutschland. Und dann ist er sonntags morgens in die Kirche gegangen und kam auch in die Kirche rein und Menschen haben sich nicht zu ihm gesetzt, haben Abstand gehalten. Das berichten ja oft auch dark-skinned schwarze Männer und auch arabisch gelesene Männer, dass auch Menschen, auch Frauen Abstand halten und Angst haben und so.

Und das ist ihm halt auch passiert in der Kirche. Und dann saß er da bei dem ganzen Gottesdienst und hat sich auch Gedanken darüber gemacht. Nächste Woche geht es dann nach Belgien und hatte sich das Fest vorgenommen und hat auch nicht viel Deutsch: verstanden, war ein deutschsprachiger Gottesdienst. Und dann kam der Prediger nach dem Gottesdienst zu ihm und hat ihn sehr herzlich willkommen geheißen und konnte aber auch nicht so gut Französisch und haben die mit Händen und Füßen kommuniziert. Und dann sagte er, du, aber dann hast du jetzt gar nichts hier verstanden. Komm nächsten Sonntag wieder. Ja Ich organisiere dir einen Dolmetscher. Der wird dir alles übersetzen und so weiter. Und dann hat dann hat Makan halt, weil er sagte, naja, der hat mir das so angeboten und irgendwie, ich bin ja auch ich halte ja meine Worte konnte ich jetzt nicht nach Belgien. Ja, und dann ist er nicht nach Belgien gegangen. Ach echt? Und dann ist der nächsten Sonntag weil er so in diesem Dialog dann war und sagte, boah, der organisiert jetzt jemanden, jetzt muss ich auch kommen, ich muss auch, der macht ja was und dann, der ist ja so unhöflich und so.

Und außerdem halte ich mein Wort und dann habe ich so aus dem Affekt gesagt, ja ich komme und dann konnte ich jetzt nicht nach Belgien. Und dann ist er den nächsten Sonntag wieder hingegangen und er hatte wirklich einen Übersetzer für ihn organisiert, der hat ihn übersetzt und so und das war so eine: tolle Erfahrung für ihn, in der Kirche diese Erfahrung zu machen. Da sind Menschen, die kümmern sich und... Und dann ging auch das nochmal weit darüber hinaus und so. Und heute lebt er mit seinen Kindern im Nova-Haus und ist nie nach Belgien gegangen. Das finde ich so schön. Das ist das halt auch noch so. Und das hat er auf dem Podium erzählt, wo wir gemeinsam waren, bei den Omas gegen rechts in Bottrop. Das war so cool. In einem Parkhaus. Und die Opas gegen rechts, die hatten irgendwie in einem Parkhaus Ja, aber da war so ein Veranstaltungsrammer. Es war halt nur, da war das egal. Jedenfalls das klingt jetzt so cool. Im Bottrop, in einem Parkhaus mit den Omas und den Opas gegen rechts. Da waren wir auf dem Podium zusammen.

Und da hat er so eine Band übrigens gespielt. Das war auch echt so geil. Die eine Oma gegen rechts, die hatte irgendwie einen Mann oder so. Der hat diese Band und so eine alte Herrenband. Diese alte, so passende alte Kassenhauer. Sagt man Kassenhauer? Was? Gassenhauer? Das: weiß ich sogar. Kassenhauer? Okay, noch mal was zum Lachen. Nehmt euch selber nie so ernst, dann bleibt ihr weich in diesen Zeiten ihr Lieben Wow ich das mal erleben darf. Dass ich dein Deutsch korrigiere. Wow. Kassenhauer. Weich sein, sich selbst nicht so ernst nehmen. Vielleicht ist das ja am Ende auch ein Teil von weich bleiben. Also nicht nur wahrnehmen, was schmerzt, sondern auch, was wächst. Ja, genau. Also das wollte ich wirklich so zum Ende nochmal sagen, weil es einfach auch schön ist und wichtig ist, auf all das Gute zu schauen. Und vielleicht ist Weichbleiben ja auch gar nicht so was Passives. Also Weichbleiben klingt irgendwie so, als wäre man ist man schon im Zustand. Ja genau, es klingt wie so ein Zustand statt eine Form von Kraft, eine Form von Bewegung und Entwicklung.

Vielleicht ist das sogar die schwierigere Form von Kraft oder die herausforderndere. Ja, Weichbleiben heißt: ja nicht irgendwie auch die Härte dieser Zeit zu leugnen, aber trotzdem auch das Schöne zu sehen und auch mitformen zu können. Ja und auch dann wieder, was wir eben gesagt haben, das ist eine Form von Widerstand, das ist was Aktives. Also, bleibt im Widerstand, passt gut auf euch auf, sucht euch Menschen, bei denen ihr weich bleiben dürft. Danke, dass ihr zugehört habt. Und wenn euch die Folge gut getan hat, ja, ihr wisst ja, Sternchen Teilen Bewertungen, schreibt irgendwas, seid mit uns gegen den Algorithmus. Wir lieben euch dafür. Bis zum nächsten Mal. Ciao. Dies war ein Podcast der Vereinten Evangelischen Mission. Wir hoffen, die heutige Folge hat dir gefallen und zum Weiterdenken und Nachfragen angeregt. Falls ihr Fragen an uns habt oder uns Feedback geben wollt, freuen wir uns sehr darüber. Schreibt uns auf Instagram oder ganz klassisch per E-Mail an podcast.vemission.org.

Weitere Informationen: findet ihr auf www.rassismusundkirche.de. Mit dem Podcast wollen wir dazu beitragen, Kirche zu einem sichereren Ort zu machen. Daher versuchen wir, unterschiedliche Perspektiven hörbar zu machen und wissen gleichzeitig, dass wir nie alle Perspektiven abbilden können. Wenn ihr das für eine gute Idee haltet und uns darin unterstützen wollt, schreibt über uns auf euren Social-Media-Kanälen oder lasst uns eine Bewertung bei Spotify oder iTunes da. Danke für eure Unterstützung, fürs Reinhören und vor allem für all die Menschen, die den Podcast inhaltlich und persönlich mit Beiträgen bereichern. Bis dahin mit den besten Grüßen von der VEM aus Wuppertal.

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